BANGKOK – Eine Lehrerin wurde in einem Schulraum am Handgelenk verletzt, als ein Schüler der Klasse Mathayom 2 sein beschlagnahmtes Mobiltelefon zurückholen wollte. Nach ihrer Schilderung war zuvor erneut Cannabis in seinem Urin nachgewiesen worden. Der Fall zeigt die Spannungen zwischen Schule und Familie beim Umgang mit einem Schüler, dessen Drogenkonsum und schulische Leistungen seit längerem problematisch waren.
Lehrerin am Handgelenk verletzt
Die Lehrerin hatte das Telefon des Schülers auf einen Tisch gelegt. Sie habe weder nach dem Gerät gesucht noch versucht, es zu entsperren. Der Schüler sollte damit ausstehende Schulaufgaben erledigen, für die ihm die Bewertungen 0, „R“ und „MS“ fehlten.
Nach ihrer Darstellung verweigerte er die Mitarbeit, wurde unruhig und wollte nach Hause. Als er auf die Lehrerin zuging, um das Telefon an sich zu nehmen, griff sie danach. Der Schüler verdrehte ihr dabei das Handgelenk und bog ihren Daumen nach hinten. Eine weitere Lehrkraft trennte beide. Der Schüler soll auch versucht haben, auf diese Lehrkraft loszugehen, kam nach einer Warnung vor rechtlichen Folgen jedoch nicht dazu.
Erneuter Cannabis-Nachweis nach einer Schulwoche
Die Schule hatte am 26. August zufällige Urintests auf Drogen organisiert. Der Schüler erschien in dieser Woche nicht und gab als Grund eine Erkrankung an. Nach Angaben der Lehrerin soll er von der geplanten Kontrolle erfahren haben und deshalb ferngeblieben sein.
Am 31. August kam er wieder zum Unterricht und wurde getestet. Dabei wurde erneut Cannabis in seinem Körper festgestellt. Laut der Lehrerin war es bereits der zweite positive Nachweis.
Schule wollte die Eltern einbinden
Die Abteilung für Schülerangelegenheiten lud die Erziehungsberechtigten zu einem Gespräch ein. Dabei sollte auch über einen Schulwechsel gesprochen werden. Die Mutter kündigte zunächst an, sich mit dem Vater zu beraten und bis 20 Uhr zurückzurufen, meldete sich aber nicht mehr.
Am folgenden Tag bat der Vater um einen freien Tag für den Schüler. Als der Jugendliche am 2. September wieder in die Schule kam und die Lehrkräfte die Familie nicht erreichen konnten, wurde er nach Angaben der Lehrerin vorübergehend im Raum der Schülerangelegenheiten behalten. Die Schule begründete dies mit ihren Maßnahmen für schwere Drogenfälle und dem Versuch, weitere Probleme zu verhindern.Laut der Lehrerin sollten auch Probleme vermieden werden, die häufig entstehen, wenn Erziehungsberechtigte nicht zu einem Gespräch erscheinen.
Probleme seit der ersten Klasse
Die Lehrerin bezeichnete den Schüler in ihrem Beitrag mit dem Ersatznamen „A“. Nach ihrer Schilderung konsumierte er seit der ersten Klasse Cannabis, nutzte elektronische Zigaretten und hatte Tätowierungen am Körper.
Auch schulisch gab es demnach erhebliche Schwierigkeiten. Mehrere Bewertungen mit 0, „R“ und „MS“ waren bis in die zweite Klasse offen. Die Schule habe die Familie wiederholt einbestellt und den Schüler aufgefordert, sein Verhalten und seine Leistungen zu verbessern. Eine Änderung sei jedoch ausgeblieben.
Schüler lief nach Hause
Nach dem Zwischenfall schrie der Schüler und zeigte nach Angaben der Lehrerin starken Unmut. Anschließend lief er aus dem Raum, durch das Schultor und in Richtung seines Zuhauses davon.
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Ein Sicherheitsmitarbeiter nahm die Verfolgung auf, konnte ihn aber nicht einholen. Die Abteilung für Schülerangelegenheiten setzte einen männlichen Lehrer zur Suche ein und erfuhr später, dass der Schüler nach Hause gelaufen war.
Familie prüft Behandlung
Später kamen die Großeltern väterlicherseits in die Schule, um mit den Lehrkräften zu sprechen. Der Schüler selbst erschien nicht, weil er in der Nacht unterwegs gewesen sei und nicht aufstehen konnte.
Die Angehörigen wollten nach dem Gespräch beraten, ob der Schüler wegen seines Drogenkonsums zur Drogenrehabilitation geschickt werden soll. Die Lehrerin trug wegen der Verletzung am Handgelenk einen Verband. Zusätzlich ließ sie sich wegen eines eingewachsenen Zehennagels das betreffende Gewebe im Sanitätsraum von einer dortigen Fachkraft schneiden.

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