Thai-EU Freihandelsabkommen in entscheidender Phase

Thailand und die EU stehen kurz vor einem historischen Freihandelsabkommen. Doch die entscheidenden Verhandlungen über Energie und Rohstoffmanagement könnten alles zunichtemachen.

Thai-EU Freihandelsabkommen in entscheidender Phase
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BRÜSSEL – Thailand und die Europäische Union steuern bei ihrem Freihandelsabkommen auf die Zielgerade. Die neunte Verhandlungsrunde brachte den Durchbruch: Zwei Drittel des Pakts sind fix. Noch in diesem September will man den Sack zumachen.

Vier neue Kapitel unter Dach und Fach

Die Runde in Brüssel dauerte acht Tage und endete mit einem kräftigen Schub. Wettbewerb und Subventionen, Staatsunternehmen, Streitbeilegung und die Verwaltung des Abkommens sind jetzt vertraglich geregelt.

Dazu kommen drei Anhänge und ein Protokoll. Sie klären Zölle beim Warenexport, Importmonopole und technische Regeln für Autos. Sogar die gegenseitige Hilfe im Zoll wurde festgezurrt.

15 von 24 Kapiteln sind durch

Damit sind 15 der insgesamt 24 Kapitel fertig. Handelsministerin Suphajee Suthumpun ließ keinen Zweifel: Rund zwei Drittel des gesamten Abkommens stehen. Mehrere verbleibende Punkte liegen kurz vor dem Abschluss.

Noch fehlen die Betrugsbekämpfung und die Schlussbestimmungen. Beide gelten aber als weitgehend ausgehandelt. Jetzt geht es ans Eingemachte beim Marktzugang für Dienstleistungen und Investitionen.

Politischer Rückenwind aus Brüssel

Suphajee machte klar, dass dieser Sprung kein Zufall war. Ein Spitzentreffen am 24. Juni mit den EU-Kommissaren Maros Sefcovic und Christophe Hansen gab den Verhandlungen politische Wucht. „Diese Runde hat große Fortschritte gemacht wegen der politischen Unterstützung von ganz oben“, sagte sie.

Beide Seiten bekräftigten ihre Absicht, das Tempo hochzuhalten. Die Chefunterhändler sollen sofort einen gemeinsamen Arbeitsplan schmieden und alle offenen Fragen direkt klären. Stillstand ist nicht geplant.

Die Knackpunkte der nächsten Runde

Energie, Rohstoffe und geistiges Eigentum bilden das letzte Drittel. Gerade diese Brocken haben es in sich. Sie berühren Kernbereiche der thailändischen Wirtschaft.

Doch die Detailangebote zur Marktöffnung liegen auf dem Tisch. Beide Teams signalisieren Verhandlungsbereitschaft. Die entscheidende Phase hat begonnen.

Arbeitsgruppe und Besuch vor der zehnten Runde

Das Handelsministerium in Bangkok zieht nach. Eine Arbeitsgruppe wird einberufen, alle relevanten Behörden an einen Tisch holen. Suphajee führt selbst den Vorsitz.

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Noch vor der nächsten großen Runde wird EU-Kommissar Sefcovic nach Thailand reisen. Der Besuch soll den Fortschritt prüfen und letzte Hürden direkt aus dem Weg räumen.

Zehnte Runde im September in Thailand

Ende September 2026 treffen sich beide Seiten in Thailand wieder. Das Ziel ist ehrgeizig: maximaler Fortschritt und ein rascher Abschluss. Die Marschroute der Minister steht.

Das Abkommen ist mehr als ein Handelsdeal. Es soll Chancen erweitern, nachhaltige Entwicklung stärken und Thailand gegen geopolitische Stürme wappnen.

45 Milliarden US-Dollar schwerer Handel

Die EU ist für Thailand eine Klasse für sich. 2025 war sie nach China, den USA und Japan der viertgrößte Handelspartner. Das bilaterale Volumen erreichte 45,03 Milliarden US-Dollar. Thailand exportierte Waren für 26,45 Milliarden Dollar, vor allem Computer und Elektrotransformatoren. Die Importe aus der EU sanken leicht auf 18,58 Milliarden. Unterm Strich blieb ein satter Überschuss von 7,86 Milliarden Dollar für Thailand.

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Quelle: Nation Thailand

Ein Kommentar zu „Thai-EU Freihandelsabkommen in entscheidender Phase

  1. Thailand möchte ein Freihandelsabkommen mit der EU — senkt aber parallel die visumfreie Einreise für EU-Bürger von 60 auf 30 Tage.

    Formal sind das zwei unterschiedliche Themen. Politisch sollte man sie trotzdem nicht völlig getrennt behandeln. Wer über Marktzugang, Handel und Investitionen verhandelt, sollte auch an die Menschen denken, die reisen, arbeiten, investieren — und diese wirtschaftlichen Beziehungen im Alltag tatsächlich leben.

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