Thailand kürzt Visumfreiheit auf 30 Tage – und jetzt?

Das Außenministerium will die 60 Tage kippen. Was das für Langzeitbewohner bedeutet – und warum viele Farangs dieses Hin und Her langsam satt haben.

Visa-Änderung geplant: Aufenthalt bald nur 30 Tage!
Matichon, ThaiExaminer

Wieder einmal sitzt man beim Frühstück, scrollt durch die Nachrichten – und da ist es. Thailand will die visumfreie Einreise von 60 auf 30 Tage kürzen. Schon wieder. Wer länger hier lebt, kennt dieses Spiel auswendig. Ankündigung, Aufregung, Abschwächung, Vergessen. Und dann doch irgendwann Realität.

Diesmal könnte es ernst werden. Das Außenministerium hat dem Vorschlag am 22. März grünes Licht gegeben. Der Kabinettsbeschluss steht noch aus – aber die Richtung ist klar. Thailand zieht die Schraube an. Und wir Farangs stehen mal wieder da und fragen uns: Was soll das eigentlich?

Erst 30 Tage, dann 60 Tage, bald wieder 30 Tage?

Man erinnere sich: Bis Juli 2024 galten 30 Tage visumfrei. Dann entschied die Regierung unter Srettha Thavisin, die Frist auf 60 Tage zu verdoppeln – großes Tamtam, Investoren-Applaus, Tourismuszahlen sollten durch die Decke gehen. Zwei Jahre später sitzt ein neuer Tourismusminister im Amt und erklärt, dass genau diese 60 Tage das Problem sind. Zu viele Ausländer würden die Regelung missbrauchen, illegal arbeiten, Steuern umgehen, einfach so leben.

Nicht falsch. Aber auch nicht das ganze Bild. Denn die überwiegende Mehrheit der Langzeitbewohner hier – ob in Pattaya, Hua Hin oder Chiang Mai – sind keine Betrüger. Es sind Rentner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ihr Geld aus der Heimat mitbringen, hier ausgeben, Miete zahlen, im Restaurant sitzen und der lokalen Wirtschaft schlicht guttun. Genau die trifft es jetzt.

Was eine Kürzung auf 30 Tage konkret bedeutet

Wer bisher mit 60 Tagen visumfrei einreiste und sich beim Immigration Office einmalig um 30 Tage verlängern ließ, blieb bis zu 90 Tage am Stück legal im Land – für 1.900 Baht. Das reichte für einen entspannten Winteraufenthalt ohne Visabürokratie. Nach der Kürzung wären es noch maximal 60 Tage, vorausgesetzt die Verlängerungsoption bleibt überhaupt bestehen. Das ist nicht bestätigt.

Wer vier Monate überwintern will, muss künftig vorab ein Touristenvisum beantragen oder auf das Destination Thailand Visa umsteigen. Letzteres kostet 10.000 Baht, setzt 500.000 Baht Kontostand voraus und muss außerhalb Thailands beantragt werden. Für viele kein Problem – für manche schon.

Und wer auf den schnellen Grenzübertritt nach Kambodscha hofft: vergiss es. Die Landgrenze ist seit dem Militärkonflikt im Mai 2025 dicht. Keine Busse, keine Minivans, kein Tagesausflug nach Poipet mehr. Nur Flug. Dazu kommt: Landeinreisen ohne Visum sind seit November 2025 ohnehin auf zweimal pro Kalenderjahr begrenzt. Der klassische Visa-Run ist Geschichte.

Das eigentliche Problem ist nicht das Visum

Thailand hat in den letzten zwei Jahren mehr Visa-Ankündigungen gemacht als die meisten Länder in einem Jahrzehnt. DTV, LTR, METV, TDAC-Pflicht, Landgrenzenlimit, Barbetrag bei Einreise, Versicherungspflicht im Gespräch, Touristensteuer im Gespräch, jetzt Kürzung der Visumfreiheit. Wer hier lebt, hat das Gefühl: Irgendjemand dreht jeden Monat an einer anderen Stellschraube – und niemand weiß, welche morgen dran ist.

Das zermürbt. Nicht weil die einzelne Maßnahme so schlimm wäre. Sondern weil die Planungssicherheit fehlt. Wer eine Wohnung für sechs Monate mietet, ein Motorrad kauft, Arzttermine bucht – der braucht verlässliche Regeln. Was Thailand gerade liefert, ist das Gegenteil davon.

„Qualitätstourismus“ – schön geredet, schlecht gemacht

Minister Surasak spricht von „Qualitätstourismus“. Weniger Gäste, mehr Ausgaben pro Kopf. Das klingt vernünftig. Nur: Der Langzeitbewohner, der monatlich 60.000 bis 80.000 Baht ausgibt, Strom zahlt, zum Arzt geht, beim Nachbarn einkauft – der ist genau das, was Thailand unter Qualitätstourismus verstehen sollte. Stattdessen wird er mit bürokratischen Hürden überhäuft, während Billigtouristen mit Zwei-Wochen-Pauschalreise munter weiter einreisen.

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Die Zahlen sprechen auch gegen die Logik der Regierung: Laut TAT kamen von Januar bis März 2026 rund 9,3 Millionen Touristen – 2,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bereits nach unten korrigiert. Und in diesem Moment entscheidet man sich, die Einreise für Langzeitgäste unattraktiver zu machen. Man muss das nicht verstehen.

Was jetzt zu tun ist – bevor das Kabinett entscheidet

Solange kein Kabinettsbeschluss vorliegt, gilt weiterhin die 60-Tage-Regel. Wer also plant, länger als einen Monat zu bleiben, sollte das jetzt tun – und sich parallel Gedanken machen, wie er seinen Aufenthalt langfristig rechtssicher gestaltet. Ein Touristenvisum beim Thai-Konsulat vorab beantragen kostet wenig und gibt 60 Tage plus Verlängerungsoption. Wer dauerhaft hier leben will, sollte sich professionell beraten lassen – bevor die nächste Änderung kommt. Und die kommt. Das ist das Einzige, worauf man sich in Thailand beim Thema Visa verlassen kann.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel gibt den Redaktionsstandpunkt wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern – bitte vor jeder Reise die aktuellen Regeln prüfen.

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5 Kommentare zu „Thailand kürzt Visumfreiheit auf 30 Tage – und jetzt?

  1. Ein gewisses Chaos und Verwirrung gab es immer wieder mal. Aber diesmal scheinen sie einen Gang höher geschaltet zu haben. Dazu dann noch, dass jedes kleine regionale Immigration-Büro die Regeln nach eigenen Gutdünken anders interpretiert und womöglich am Dienstag ganz anders als am Freitag, machen die Sache nicht unbedingt verständlicher.

  2. 100 Jahre gab es nun die 30 Tage.Gab es da ein Problem?Nein. Normaler Bürger hat sowieso nicht mehr als 30 Tage Urlaub. Rentner beantragen dann eben ein 60 oder 90 Tage Visum. Verstehe die ganze Aufregung nicht. Das hier Gesetze für die Ewigkeit gemacht werden,kennen wir doch auch,dass so nicht ist. Also nicht Jammern.

  3. Moin, ich finde es schade, wenn die Verkürzung auf 60 Tage kommen würde. Gerade Europäische Touristen verstoßen wenig gegen thailändische Arbeitsgesetze da die Löhne hier für sie nicht attraktiv sind.

  4. der WB hat es sehr gut zum ausdruck gebracht , die leute die sich regelkonform verhalten werden bestraft !
    aber , auch wenn es eine auslegungssache ist , es die schwarzarbeit !
    ich bleibe jetzt nur bei einer kategorie um den rahmen hier nicht zu sprengen !!
    TOURGUIDE , es kaemen noch eine ganze menge mehr hinzu , auch das horizontale gewerbe !!
    es gibt in sozialen netzwerken , meisst sind es keine oefffentlichen gruppen , mehr als genug mitglieder , viele davon anonym , die sich ausschliesslich, und nur mit dem thema schwarzarbeit in thailand beschaeftigen,
    tipps / tricks austauschen uvm.
    seit wochen ist dort zu lesen das sehr viele davon abstand nehmen wenn T das so durchzieht wie oben beschrieben.
    warum? es lohnt sich nicht fuer die 30 – 60 tage als tourguide zu arbeiten , hin u. rueckflugflug , transport , verpflegung usw !
    der WB koennte mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit jeden tag berichten das dort o. dort ein tourguide erwischt wurde ! (man bedenke ich sagte tourguide, es ist nur ein beispiel von sehr vielen.
    die einnahmen stehen fuer diese menschen nicht mehr im verhaeltniss zu den ausgaben waehrend der 30-60 tage. es ist davon auszugehen das die zahlen der schwarzarbeiter zurueck geht , das damit nichts gewonnen ist ,ist mir auch sonnenklar , aber so denkt nunmal die reg. und deren verantwortlichen !!
    schaut euch um an den touri aussichtspunkten, sehenswuerdigkeiten in bangkok, pattaya, phuket uvm. selbst hier in khao -chai -son (heisse quellen ) da kommen busse weise chinesen , aber keine thais als tourguide.
    filipinos , europa , uebersee und chinesen das sind die tour guides, und die will T weghaben .
    ich sage extra nochmal , ich sehe das anders , aber ich bin nicht die reg. und es sind verdammt viele berufe in T die schwarzbesetzt sind !!

  5. Na ja wenn die Flüge teurer werden, muß man den Aufenthalt verkürzen. Thai Logik!! Dann eben im nächsten Winter wenn schon Asien auf nach Vietnam oder Malaysia, Sri Lanka und Philippinen soll auch schön sein!! Auch in der Karibik gibt es genug schöne Destinations😝

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