Brite will aus Thai-Knast: Polizist wegen Millionen-Bestechung angeklagt

Ein Polizist und fünf weitere Personen stehen in Thailand vor Gericht. Sie sollen 6 Millionen Baht Bestechungsgeld für die Freilassung eines Briten gefordert haben. Doch der Plan ging schief.

BANGKOK – Die Nationale Antikorruptionskommission (NACC) hat Anklage gegen einen thailändischen Polizeioberst und fünf mutmaßliche Komplizen erhoben. Sie sollen versucht haben, einen britischen Häftling, der seit vier Jahren in Haft sitzt, gegen eine horrende Summe aus der Abschiebehaft zu holen. Gefordert wurden insgesamt 6 Millionen Baht – gezahlt, aber ohne Erfolg.

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6 Millionen Baht für einen Mann in Abschiebehaft

Polizeioberst Rames Kaewsoongnern und der mutmaßliche Vermittler Witthaya Somsrisomsakul stehen im Zentrum eines Bestechungsskandals. Die NACC wirft ihnen vor, Zahlungen gefordert zu haben, um Einwanderungsbeamte zu beeinflussen.

Im Gegenzug sollte der Brite Ritesh Patel aus dem Immigration Detention Centre in Bangkok freikommen. Patel war zuvor festgenommen worden – sein Visum war längst futsch.

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Festnahme in Phuket: Pass annulliert, Visum widerrufen

Ritesh Patel wurde am 27. Juni 2022 von Beamten der Operational Unit 2 im Phuket Immigration Office in Gewahrsam genommen. Er soll mit den Reisedaten einer anderen Person nach Thailand eingereist sein.

Sein Reisepass war von der Botschaft für ungültig erklärt und sein Visum widerrufen worden. Patel bat eine Bekannte, Thirawan Khieongam, den Pass vorzulegen – doch das half nichts.

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Das Geld floss, die Zelle blieb zu

Thirawan Khieongam suchte verzweifelt nach einem Weg, die Kaution zu organisieren. Am 29. Juni 2022 nahm eine dritte Person Kontakt zu Witthaya Somsrisomsakul auf.

Der soll behauptet haben, Polizeioberst Rames zu kennen und dessen Einfluss für die Freilassung nutzen zu können. Die Forderung: zunächst 1 Million Baht, die Thirawan sofort auf das Konto von Apirak Thiangtham überwies.

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Weitere 5 Millionen – und kein Schritt in die Freiheit

Witthaya ließ nicht locker. Kurz darauf verlangte er weitere 5 Millionen Baht. Insgesamt sollten 6 Millionen Baht fließen, um Polizeioberst Rames und Einwanderungsbeamte zu schmieren.

Thirawan überwies die Summe auf Konten von Nattanaree Boonma und Thipsuda Insongjai. Doch Ritesh Patel wurde nie auf freien Fuß gesetzt – das Geld war weg.

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Ermittler verfolgen das Geld bis zu den Konten der Beschuldigten

Die NACC ließ die Geldflüsse lückenlos nachverfolgen. Die Spuren führten zu Konten, die Witthaya Somsrisomsakul, Polizeioberst Rames Kaewsoongnern und dessen Ehefrau Booraya Kaewsoongnern gehörten.

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Damit verdichtete sich der Verdacht, dass das Bestechungsgeld direkt bei den Hauptbeschuldigten landete. Die Kommission fand ausreichend Gründe für eine Strafverfolgung.

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NACC bringt Anklage nach strengem Antikorruptionsgesetz auf den Weg

Gegen Witthaya Somsrisomsakul wird nun nach Paragraf 143 des Strafgesetzbuches und dem Organgesetz zur Korruptionsbekämpfung ermittelt. Die NACC hat die Akten an die zuständige Strafverfolgungsbehörde weitergeleitet.

Patel blieb in Haft, während die mutmaßlichen Strippenzieher nun selbst mit ernsten Konsequenzen rechnen müssen. Ein Ende des Falls ist noch nicht in Sicht.

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Quelle: Bangkok Post