BANGKOK, THAILAND – Thailands Nationaler Sicherheitsrat (NSC) erwägt eine staatliche Nahrungsmittelreserve. Hintergrund ist die Vorsorge für einen langen Nahost-Konflikt, den der Rat unter vier Szenarien für das wahrscheinlichste hält. Vorerst gilt: Die Versorgung ist gesichert.
Nationale Nahrungsmittelreserve im Gespräch
Der NSC prüft den Aufbau einer nationalen Nahrungsmittelreserve als langfristigen Vorschlag. Sie soll Thailand gegen künftige Störungen wappnen.
Zu Hamsterkäufen raten die Sicherheitsbehörden nicht. Reis und Hühnereier erzeugt das Land mehr, als es verbraucht, bei Milch und Pflanzenöl reichen die Vorräte ebenfalls.
Vier Szenarien für den Nahen Osten
Am wahrscheinlichsten ist nach Einschätzung des Rats ein langer, aber räumlich begrenzter Konflikt. Auf Platz zwei steht ein regionaler Flächenbrand, der eine schwere globale Energie- und Wirtschaftskrise auslösen könnte.
Ein kurzer, begrenzter Konflikt gilt als mittelmäßig wahrscheinlich. Er würde den Frachtverkehr und die Energiepreise nur zeitweise stören. Eine rasche Einigung hält der NSC für unwahrscheinlich, dann könnten sich Energiepreise und Weltwirtschaft normalisieren.
Warum die Dauer zählt
Für Thailand wiegt die Dauer der Kämpfe so schwer wie ihre Ausdehnung. Lange Gefechte erhöhen den Druck auf Energiepreise und weltweite Lieferketten.
Innenpolitische Rücksichten der Großmächte und Hürden bei Verhandlungen könnten eine Einigung erschweren. Dazu kommen Risiken durch verdeckte Operationen und Cyberangriffe.
Hacker an den Kühlhäusern
Der Wissenschaftler Manoch Aree von der Srinakharinwirot-Universität nennt einen Fall aus Europa. Hacker veränderten dort die Steuerung von Kühlanlagen für Lebensmittelzutaten und beschädigten so Vorräte.
Für ihn zeigt das, wie ein Konflikt auch ohne räumliche Ausweitung schwere Störungen auslösen kann. Europa spüre bereits direkte Folgen des Ukraine-Kriegs und indirekte des Nahost-Konflikts, etwa höhere Energiekosten, Wirtschaftsdruck und Migrationsprobleme.
Vorsorge für den Ausfall der Netze
NSC-Generalsekretär General Chaipruak Doungprapat sagt, Thailand liege zwar außerhalb der Konfliktzone. Das Land müsse sich aber auf Störungen bei Wirtschaft, Energie, Ernährung und Cybersicherheit vorbereiten.
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Akademiker raten den Sicherheitsbehörden, auch einen gleichzeitigen Ausfall von Kommunikationsnetzen und digitaler Infrastruktur einzuplanen. Dann wären bestehende Notfallverfahren womöglich nicht nutzbar, und die Behörden bräuchten andere Abläufe.
„Aufmerksam, aber nicht alarmiert"
Der Rat will Risiken offen vermitteln, ohne unnötige Ängste zu schüren. Die Bürger sollen „aufmerksam, aber nicht alarmiert“ bleiben, damit es weder zu Hamsterkäufen noch zu gleichzeitigen Massenabhebungen bei Banken kommt.
Das NSC-Operationszentrum beobachtet den Konflikt weiter und stimmt sich mit Behörden und Privatwirtschaft ab. Grundlage sind der Krisenmanagementplan 2023–2027 und der Nationale Bereitschaftsplan.
Pläne für Energie, Essen und Netze
Die Behörden passen ihre Pläne laufend an, sowohl für lange Kämpfe im bisherigen Konfliktgebiet als auch für eine regionale Ausweitung. Das Ziel: Grundversorgung, Energie, Lebensmittelverteilung und digitale Infrastruktur sollen möglichst reibungslos weiterlaufen.
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