Acht Tote, dreißig Verletzte, ein Lokführer ohne gültigen Führerschein und ein positiver Drogentest — der Güterzug, der am 16. Mai 2026 in Bangkok in den Bus der Linie 206 raste, war kein Unglück. Er war eine Ansage.
Thailand kämpft seit Jahren mit einer Verkehrssicherheitskultur, die sich durch eine simple Formel beschreiben lässt: Erst sterben Leute, dann passiert kurz etwas, dann wird wieder alles vergessen. Die Frage ist, ob Makkasan diesmal anders endet.
Was am Makkasan-Bahnübergang wirklich schiefgelaufen ist
Der 46-jährige Lokführer hatte die Route 58x seit 2023 gefahren — und trotzdem keinen gültigen Führerschein. Sein Lehrling war 14 Tage im Dienst. Die Schwarze Box zeigt: Die Notbremsung kam erst 100 Meter vor dem Aufprall. Der Sicherheitsmann hob die rote Flagge. Der Zug verlangsamte nicht.
Das sind keine tragischen Zufälle, die sich an einem Samstag anhäuften. Das ist ein System, das auf Versagen eingestellt ist. Ampeln an der nahen Kreuzung Petchburi-Asoke lassen Busse und Autos regelmäßig direkt auf den Gleisen stehen. Zwei Straßen konkurrieren an dieser Stelle um denselben Übergang. Ein einziger Sicherheitsmann sollte das alles im Griff haben.
Die reflexartige Reaktion und was sie verschleiert
Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn ordnete sofort tägliche Drogen- und Alkoholtests für alle Fahrer im öffentlichen Nahverkehr an. Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt brachte Tunnelbau ins Gespräch. Die Staatsbahn SRT testete 298 Mitarbeiter — zwei kamen positiv zurück, darunter der Lokführer. Maßnahmen, Pressekonferenzen, Entschlossenheit.
Und doch ist das klassisches Theater nach Thai-Muster. Wer den Lokführer anklagt und den Sicherheitsmann entlässt, hat das Problem personalisiert — und damit erledigt. Dass Makkasan nur einer von Dutzenden gefährlichen Bahnübergängen in Bangkok ist, dass Güterzüge mitten durch eine Millionenstadt fahren, dass Ampelschaltungen Fahrzeuge gezielt auf Gleisen einschließen: all das bleibt im Hintergrund.
Platz 9 weltweit — und kein Amt, das sich darum kümmert
Thailand belegt Platz 9 in der weltweiten WHO-Statistik der Straßenverkehrstoten: 25,4 Tote pro 100.000 Einwohner. Täglich sterben rund 50 Menschen im Straßenverkehr, etwa 18.000 pro Jahr. 28 Prozent dieser Tode gehen auf Alkohol zurück. Yaba ist seit Jahren auf dem Vormarsch, der Preis pro Pille hat sich halbiert.
Es gibt keine staatliche Behörde, deren einzige Aufgabe öffentliche Sicherheit ist. Keine Institution, die Gefahrenstellen systematisch kartiert, bevor jemand stirbt. Keine unabhängige Stelle, die Behörden prüft und Empfehlungen mit Konsequenzen ausspricht. Das ist kein Versäumnis — das ist eine Entscheidung.
Der Motorradtaxifahrer wusste es vorher
Wer den Unfallort wenige Stunden nach dem Unglück besuchte, sprach mit einem Motorradtaxifahrer, der als einer der Ersten Erste Hilfe geleistet hatte. Seine Aussage: Der Unfall hat ihn nicht überrascht. Die Verkehrsführung sei notorisch unübersichtlich, die rote Ampel der Kreuzung nebenan schicke Fahrzeuge seit Jahren direkt auf die Schienen. Früher hätten Güterzüge noch gestoppt, wenn Fahrzeuge auf den Gleisen standen.
Das war also bekannt. Nicht nach dem Unfall, sondern vorher. Der Stadtbus-Fahrer, der auf den Gleisen hielt, tat das in dem Glauben, der Zug werde schon abbremsen — weil er das in der Vergangenheit getan hatte. Das Sicherheitsgefühl, das durch stillschweigende Praxis entstand, wurde nicht formalisiert, nicht überprüft, nicht abgesichert. Und dann fuhr ein Lokführer mit Drogentest im Blut durch.
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Die Zebrasteifen-Lektion, die nie gelernt wurde
Bangkoks Zebrastreifen wurden erst nach dem Tod einer jungen Augenärztin entschärft, die auf einem Übergang in Phaya Thai überfahren wurde. Erst ihr Tod kaufte Aufmerksamkeit, Sicherheitsschilder, bessere Ampeln. Das ist kein Einzelfall — das ist das Muster. Thailand wartet auf Katastrophen, um Selbstverständlichkeiten umzusetzen.
Koh Larn lieferte in derselben Woche den nächsten Fall: Touristen in schwerem Seegang, keine funktionierenden Frühwarnsysteme für Sturmwarnungen im Fährbetrieb bei Pattaya. Seenotrettung als Improvisation. Makkasan und Koh Larn sind nicht dasselbe Problem — aber sie haben dieselbe Wurzel.
Was Thailand jetzt braucht — und was es stattdessen bekommt
Eine unabhängige Sicherheitsbehörde, die direkt dem Premierminister berichtet, wäre der logische Schritt. Kein neues Ministerium — ein schlankes Amt mit Prüfbefugnissen, das Gefahrenstellen meldet, Behörden auditiert und Maßnahmen einfordert, bevor Menschen sterben. Den Haushalt könnte die Thai Health Promotion Foundation über die Sündensteuer bereitstellen.
Was Thailand stattdessen bekommt: tägliche Drogentests für Busfahrer, die nach sechs Wochen wieder wegfallen. Anklagen gegen Einzelpersonen, die ein systemisches Versagen vertuschen. Und irgendwo in Bangkok ein Bahnübergang, an dem die Ampel wieder Fahrzeuge auf den Gleisen stoppt — bis der nächste Zug kommt.



Wer braucht schon ein funktionierendes Sicherheitskonzept für den Straßenverkehr oder gar für Baustellen. Man geht einfach in den nächsten Tempel und lässt sich ein Amulett weihen. Das tut dann die bösen Geister, die ja Schuld an solchen Unfällen sind, vertreiben. Und schon kann man wieder mit Vollgas durch die Straßen brettern. Habe ich übrigens auch. Buddha und Geruda hängen bei mir um den Hals. Fahre aber trotzdem vorsichtig und vorausschauend. Bin ja schließlich ein deutscher Staatsbürger.
Sicherheitskonzept ? Sowas braucht man in der mai pen rai Kultur nicht. Also weiter Verantwortungslosigkeit, Liederlichkeit und Ignoranz, äh sorry, ich meinte natürlich „Gelassenheit.“ 55555
Wieder mal ein völlig unnötiger Kommentar von dir.
Was ist wirklich dein Problem?
Wenn du meine Kommentare nicht erträgst, hast doch du ein Problem. Harte Realität und Kritik über sein vermeintliches Traumland zu lesen, passt halt nicht jedem gell Brünu.
Peter, du hast ein Problem. Dein Problem ist, du wirfst alle Thais in denselben Topf. Leute, die alle in einen Topf werfen kann man auch Rassisten nennen. Ich persönlich kenne mittlerweile viele Thais auf die deine Behauptungen überhaupt nicht zutreffen. Verantwortungslosigkeit, Liederlichkeit und Ignoranz findet man übrigens auf der ganzen Welt. Du bist nichts weiter als ein Mensch, der Thailand überhaupt nicht mag, da kann man nur hoffen, dass du nicht in Thailand lebst.
Stimmt, ich habe Mühe mit deinen Kommentaren weil sie mich grösstenteils an Stammtischgelaber erinnern. Die, ach so harte Realität, kenne ich und kann damit leben. Das Problem hast du weil du es nicht wahrhaben willst, gell Peter.
Sorry, ich habe noch keinen Deutschen kennengelernt der normal und Anständig Motorrad und Auto fahren kann
Eigentlich analysierte der WB die Situation in TH ausgezeichnet. Hinzufügen könnte man noch, dass wenn die Probleme entpersonalisiert würden, dass man den Klimawandel, wegen Überhitzung des Hirns, als Auslöser anklagen sollte.
„Acht Tote, dreißig Verletzte, ein Lokführer ohne gültigen Führerschein und ein positiver Drogentest – der Güterzug, der am 16. Mai 2026 in Bangkok in den Bus der Linie 206 raste, war kein Unglück. Er war eine Ansage.
Thailand kämpft seit Jahren mit einer Verkehrssicherheitskultur, die sich durch eine simple Formel beschreiben lässt: Erst sterben Leute, dann passiert kurz etwas, dann wird wieder alles vergessen. Die Frage ist, ob Makkasan diesmal anders endet.
Das sind keine tragischen Zufälle, die sich an einem Samstag anhäuften. Das ist ein System, das auf Versagen eingestellt ist.
Und doch ist das klassisches Theater nach Thai-Muster. Wer den Lokführer anklagt und den Sicherheitsmann entlässt, hat das Problem personalisiert – und damit erledigt.“
… Das ist kein Versäumnis – das ist eine Entscheidung. Was TH schon lange braucht und schlussendlich bekommt, ist auch schon seit langem gang und gäbe.
Sehr gut erklärt….und jetzt erklären Sie noch wie es zur Brandkatastrophe in Crans Montana kommen konnte.
Hi Vogt, das kann der Hansrüdi sicher und auch in allen Details, schliesslich war er ja dabei.
Wie du auch Schlaule!!!!
Kann man das, was klipp und klar aus den Fakten hervorgeht denn denen erklären, welche im Begriffsverständnis momentan mit Abwesenheit glänzten?
Für Crans Montana gelten die gleichen Korrupten Voraussetzungen wie in TH. Gibt es noch weitere Fragen?
Nach der Meinung vieler Kommentarschreiber gibt es Korruption doch nur in Thailand und jetzt kommst du und schreibst, das gäbe es auch in der schönen Schweiz. Das wirft tatsächlich Fragen auf.
Möglicherweise kann da der Peter Schneider weiterhelfen.
Wer so blind ist und die Wahrheit nicht sehen will, ist im Land der dicken Couverts bestens aufgehoben.
Habe ich irgendwo geschrieben, dass es in Thailand keine Korruption gibt?
Was bedeutet das, wenn ein Wendehals mir anhängen will, ich hätte so etwas von Tom geschrieben. Hals ölen, dann funktioniert es ev. besser. 555
Thailand belegt Platz 9 in der weltweiten WHO-Statistik der Straßenverkehrstoten-2023????????
Bei meinen Recherchen sind sie auf Platz 7. Wenn man das noch Umrechnet auf Einwohner pro Land,dann wären sie auf Platz 2 pro 100K Einwohner.
Platz 9 bei Verkehrstoten ? Ich dachte Platz 1. Werden Verunfallte, die später im Krankenhaus oder auf dem Weg dorthin sterben auch mitgezählt ? Oder nur die, die direkt am Unfallort versterben um die Statistik schön zu lügen ?
Oje, Hopfen und Malz verloren.
Ja das ist der Peter, muss man nicht Ernst nehmen.
Die Frage ist, ob man Sie und Brünu ernst nehmen kann!! Sollten Sie und dieser Herr Brünu eine persönliche Abneigung gegen diesen Herr Peter Scnieder haben, ist dieses Forum nicht der geeignete Platz dies Kund zu tun, nicht wahr? Einen sinnvollen Beitrag zu obigem Thema habe weder von Ihnen, Herr ThaiTom noch von Herr Brünu in diesem Forum gelesen. Im Weiteren hat Herr Schneider in seinem Beitrag lediglich bestätigt, was im Bericht des WB zu lesen ist, und wer lesen kann hat mehr vom Leben!
Wie Sie dazu kommen, Herr Schneider werfe alle Thais in denselben Topf ist mir schleierhaft! Auch wir Farangs dürfen unsere eigene Meinung haben und nicht zu allem ja und amen sagen! Wenn Sie und Herr Brünu zu der Sorte Farangs gehören, welche selbst vor einem tropfenden Hydranten einen tiefen Wai machen, nur weil dieser in Thailand tropft, ist mir klar wessen Geistes Kind Sie sind.
Und ja, ich lebe erst seit 19 Jahren in diesem schönen Land, und habe nicht die geringste Anhnung was hier so läuft!
Einfach mal zur Klarstellung. Was mir gehörig auf den Geist geht ist das dauernde Bashing über Thailand und seine Bevölkerung von gewissen Kommentarschreibern.
Ich lebe noch nicht 19 Jahre in Thailand aber seid über 40 Jahren bereise ich Thailand regelmässig. Habe die verschiedenen Kulturen in allen Landesteilen kennen gelernt und auch Veränderungen miterlebt. Auch durch die Familie meiner Frau habe ich viel gelernt was es heisst in Thailand zu leben. Auch ich kann gewisse Gesetze und Entscheide in Thailand nicht nachvollziehen, aber mich darüber tagtäglich aufzuregen da ist mir die Zeit zu schade. Übrigens tropfende Hydranten grüsse ich auch nicht mit einem Wai 😉(betreffend Sorte von Farangs). Weil Thailand ein, trotz allem, tolles und lebenswertes Land ist habe ich mich entschlossen den Rest meines Lebens hier zu verbringen. Wenn ich aber jeden Tag so gefrustet bin und dies dann im WB noch kommentieren muss und am Abend den Frust noch ins Bett nehme, dann wäre es höchste Zeit das Land zu verlassen. Meinerseits geniesse ich das Leben hier so wie es ist.
Die ewigen Stänkerer haben mit sich selbst am meisten zu kämpfen.
Ich kritisiere die Kommentare von Peter, die er im Wochenblitz schreibt, weil er in praktisch jedem seiner Kommentare sämtliche Thais in denselben Topf wirft. Auch wenn dir das schleierhaft ist, wie ich dazu komme, dann hast du wahrscheinlich noch nicht allzu viele Kommentare von ihm gelesen. Zu deinem Spruch „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“ hättest du deinen Kommentar noch mal durchgelesen, wären dir sicher noch ein paar Schreibfehler aufgefallen, was mich allerdings nicht weiter stört, denn auch gut ausgebildete Schweizer dürfen Fehler machen. Ups, sorry, jetzt habe ich doch glatt alle Schweizer in den gleichen Topf geworfen. Selbstverständlich gibt es auch weniger gut ausgebildete Schweizer.
Bashing? Wird das oft etwa, wie das Erwähnen der tatsächlich gelebten Realität verwechselt. Selbst bin ich ein harter Kritiker der oft „gelebten“ Oberflächlichkeit, aber alles in einen Topf werfen(?), ist nicht seriös. Leider lebt ein großer Teil von Khon Thai nach diesem Kredo. Dann sollte man sich aber auch Gedanken machen, welche staatlichen Institutionen diese Lebensphilosophie dem einfachen Volk aufdrängen??? Khon Thai war nicht schon immer so, aber seit dem „merkwürdigen (Ver)-Bildungsprogramm hat sich TH total verändert – und nicht immer zum Guten.
Da er die Probleme bei Namen genannt hat, Tai Tom, muss man doch hinterfragen wen man da ernst nehmen muss!
hitze dummheit gleichgültigkeit trifft den nagel auf den kopf, und ohne schulbildung bleibt das land und deren einwohner auf stufe 2 von zehn sitzen.
sie kriegens nie gebacken, leider
auch ein problem der lehrpersonen und deren bildungsverantwortlichen.
jungs und mädchen sind schüler von heute,
die in Schulen von gestern,
mit lehern von vorgestern,
mit methoden aus dem mittelalter auf die probleme von übermorgen vorbereitet werden sollten…, sollten!
ob das mit der heutigen form jemals mit fruchten wird bleibt äusserst fraglich, ich bezweifle es
no brain, less future, no education much sanunk, much sanuck, much accident, much pain for many families