BANGKOK, THAILAND – Thailands Tourismusbehörde prüft ihre Ziele für 2026 neu: Die Auswirkungen des Nahostkonflikts fallen offenbar schwächer aus als befürchtet, weshalb ein starker Rückgang der Ankünfte unwahrscheinlich ist. Die TAT signalisiert Erholung in Fernmärkten und will sowohl Gästezahlen als auch Ausgaben pro Kopf gezielt stärken.
TAT hält frühere Prognose für zu vorsichtig
Die Gouverneurin der Tourism Authority of Thailand, Thapanee Kiatphaibool, sagte, das zuvor erwartete Szenario von 30–32 Millionen ausländischen Ankünften für 2026 müsse neu geprüft werden. Statt eines Rückgangs von 5–10 Prozent rechnet die Behörde nun mit einem Minus deutlich unter fünf Prozent, vielleicht nur 1–2 Prozent oder gar keinem Rückgang gegenüber 32,97 Millionen Besuchern 2025.
Thapanee bewertete die bisherigen Annahmen als zu vorsichtig und kündigte an, die Zahlen nach weiterer Beobachtung mit dem Tourismusminister und dem TAT-Board zu besprechen. Eine endgültige Revision steht noch aus.
TTM+ 2026 in Pattaya zeigt Nachfrage aus dem Nahen Osten
Die Thailand Travel Mart Plus (TTM+) vom 10. bis 12. Juni im Nong Nooch Pattaya International Convention and Exhibition Centre in Chonburi brachte viele Einkäufer aus dem Nahen Osten zusammen. Teilnehmer interessierten sich besonders für Gesundheits- und Wellnessangebote sowie neue Marketingkampagnen.
Die Präsenz der Käufer aus der Region wurde von der TAT als positives Signal gewertet und trug zur Einschätzung bei, dass der Rückgang aus dem Nahen Osten weniger stark ausfällt als zunächst befürchtet.
Januar–Mai: leichte Einbußen bei Ankünften und Einnahmen
Zwischen dem 1. Januar und 31. Mai kamen laut Ministerium 14.032.649 ausländische Touristen nach Thailand – ein Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich auf rund 679,274 Milliarden Baht, ein Minus von 2,48 Prozent.
Allein im Mai verzeichnete Thailand 2.346.845 Ankünfte, ein Plus von 3,54 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, was die TAT als Zeichen für beginnende Erholung wertet.
Regionale Unterschiede: Nahost verbessert sich, Asien-Pazifik schwächelt
Die Ankünfte aus dem Nahen Osten (ohne Iran und Israel) lagen in den ersten fünf Monaten bei 150.779 und fielen damit um 24,83 Prozent. Im Mai betrugen die Nahost-Ankünfte 47.726 – nur noch ein Rückgang von 1,9 Prozent.
Europa meldete 3.965.179 Besucher (+0,26 Prozent), Amerika 704.789 (+0,31 Prozent) und der asiatisch-pazifische Raum 9.146.708 (-3,08 Prozent). Im Mai stiegen die Ankünfte aus Amerika um 3,56 Prozent und aus dem asiatisch-pazifischen Raum um 4,53 Prozent.
Visumpolitik als Risiko für indischen Markt, MICE und Hochzeiten
Das Kabinett beschloss am 19. Mai grundsätzlich, die 60-tägige visumfreie Einreise für 93 Länder aufzuheben und zu den früheren Regeln zurückzukehren; die Änderung ist jedoch noch nicht in Kraft. Thapanee warnte, dass dies Gespräche mit zuständigen Behörden erfordere, um das Wachstum auf dem indischen Markt nicht zu gefährden.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Sie nannte ausdrücklich mögliche Auswirkungen auf MICE-Reisende und Hochzeitsgruppen und forderte Abstimmungen, damit das Segment nicht unter verschärfter Visumpolitik leidet.
Strategie: Höhere Ausgaben pro Besucher und neue Flugrouten
Die TAT will nicht nur die Zahl der Ankünfte betrachten, sondern vor allem die Ausgaben pro Kopf steigern und neue Fernreisende anziehen. Teil der Strategie ist, Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten zu gewinnen, Routen zu thailändischen Drehkreuzen wie U-Tapao zu eröffnen und so künftige Nachfrage zu bedienen. „Die wichtige Aufgabe ist es, die Ausgaben anzukurbeln und die Faktoren zu unterstützen, die die Touristenausgaben beeinflussen, indem neue Gruppen von Reisenden, neue Partner und neue Formen der Zusammenarbeit erschlossen werden“, sagte Thapanee. Die TAT will die überarbeiteten Ziele nach weiteren Gesprächen mit Minister und Board bekanntgeben.
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



Ohne Worte.
Bei der TAT glühen wieder die „Glaskugeln“!!!!!!!!!!!!