Todesfalle Brunnenschacht: Vier Tote durch Gas in Phang Nga

Vier Männer sind auf einer Plantage in Phang Nga in einem Brunnenschacht ums Leben gekommen. Ermittler gehen von einer Vergiftung durch Schwefelwasserstoff aus.

Todesfalle Brunnenschacht: Vier Tote durch Gas in Phang Nga
DailyNews

KHURA BURI, THAILAND – Vier Männer sind auf einer Ölpalmplantage im Bezirk Khura Buri in der Provinz Phang Nga ums Leben gekommen. Nach Einschätzung der Behörden wurden sie in einem Brunnenschacht von giftigen Gasen bewusstlos und konnten nicht mehr gerettet werden.

Vier Todesopfer in einem Brunnenschacht auf einer Plantage

Am späten Vormittag wurden Rettungskräfte zu einer Plantage in Khura Buri gerufen. In einem etwa sechs Meter tiefen Brunnenschacht lagen vier leblose Personen. Die Polizei identifizierte die Opfer als den 42-jährigen Suthon, den 34-jährigen Suthat, den 30-jährigen Theeradon und den 51-jährigen Wahab – alle Anwohner aus der näheren Umgebung.

Nach ersten Erkenntnissen hatten zwei Personen den Brunnen betreten, um Reinigungsarbeiten durchzuführen. Als sie sich nicht mehr meldeten, versuchten zwei weitere Männer, ihnen zu helfen, und stiegen ebenfalls hinab. Alle vier verloren das Bewusstsein und konnten nicht mehr aus eigener Kraft aus dem Schacht gelangen.

Weitere Personen rechtzeitig gewarnt

Ein fünfter Mann, der ebenfalls in den Schacht hinabsteigen wollte, bemerkte Schwindelgefühle und zog sich rechtzeitig zurück. Ein professioneller Rettungshelfer musste seinen Abstieg ebenfalls abbrechen, nachdem er ähnliche Symptome spürte.

Beide Personen blieben unverletzt. Ihr Abbruch des Einsatzes verhinderte weitere Opfer.

Bergung durch Spezialteams mit Atemschutz

Die zuständige Feuerwehr konnte den Schacht aufgrund des Sauerstoffmangels nicht ohne Schutzausrüstung betreten. Spezialteams mit Atemschutzgeräten führten die Bergung der vier Todesopfer durch.

Experten gehen davon aus, dass sich über Jahre Schwefelwasserstoff in dem Schacht angesammelt hatte. Dieses Gas tritt in organischen Ablagerungen auf und führt in hoher Konzentration rasch zur Bewusstlosigkeit.

Behörden warnen vor Arbeiten in engen Schachtanlagen

Die thailändischen Behörden haben nach dem Vorfall öffentlich darauf hingewiesen, dass Arbeiten in Brunnen, Gruben oder engen unterirdischen Räumen ohne Gasmessgerät und Atemschutz lebensgefährlich sind. Selbst erfahrene Arbeiter können unsichtbare Gasansammlungen nicht rechtzeitig wahrnehmen.

Feuerwehr und Zivilschutz empfehlen, vor jedem Abstieg in einen Schacht die Atmosphäre zu messen und nur mit geeigneter Schutzausrüstung zu arbeiten. Erste-Hilfe-Maßnahmen von außen sollen Vorrang vor eigenem Abstieg haben.

Vergleichbarer Vorfall zeitgleich in der Provinz Chai Nat

Zum selben Zeitpunkt ereignete sich in der Provinz Chai Nat ein weiterer tödlicher Vorfall in einem Brunnen. Ein Ehepaar kam in einem zehn Meter tiefen Schacht auf einem Reisfeld ums Leben, nachdem die Frau ihrem Mann zu Hilfe geeilt war.

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Beide Fälle verdeutlichen ein bekanntes, aber weiterhin unterschätztes Risiko bei landwirtschaftlichen Brunnenwartungen in Thailand. Behörden wollen die Aufklärungskampagnen in ländlichen Regionen verstärken.

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Quelle: Thaiger

Ein Kommentar zu „Todesfalle Brunnenschacht: Vier Tote durch Gas in Phang Nga

  1. Brunnenschaechte

    Mit ein bisschen Ueberlegung, ob auch gifftige Gase im Brunnenschacht
    sein koennte, ist hier wohl fehl am Platze. Auch ist bekannt, vor Einstieg in einen
    Brunnenschacht den Sauerstoffgehalt zu ueberpruefen, indem man eine Kerze
    hinunter laesst.

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