UDON THANI, Thailand – Ein Teller Nudelsuppe schickte 13 Menschen ins Krankenhaus. Sechs von ihnen liegen noch immer stationär, einer lag zeitweise auf der Intensivstation, befindet sich aber inzwischen außer Lebensgefahr. Die mutmaßliche Ursache: ein mysteriöses Pulver aus dem Müll, das die Köchin für Salz hielt.
13 Gäste nach Nudelsuppe vergiftet
Was nach einem normalen Mittagessen am 8. Juni aussah, wurde für zahlreiche Kunden eines kleinen Restaurants in der Gemeinde Nong Bua zum Albtraum. Nach dem Verzehr der Nudelsuppe klagten sie über Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Atemnot.
Insgesamt 13 Personen zwischen 17 und 87 Jahren zeigten teils schwere Vergiftungserscheinungen. Sechs von ihnen müssen weiterhin stationär im Krankenhaus Udon Thani behandelt werden, einer lag zeitweise auf der Intensivstation.
"Salz" schmeckte salzig, dann kamen die Krämpfe
Die 70-jährige Ladenbesitzerin, Frau Pan, bereitet seit Jahren die Suppe selbst zu. Als ihr das gekaufte Salz ausging, griff sie zu einer Tüte, die ihr Sohn ihr Tage zuvor gebracht hatte.
Das Pulver sah alt aus und wirkte leicht gelblich. „Ich habe es mit dem Finger probiert, es schmeckte salzig“, schilderte sie den Beamten. Kurz nachdem sie selbst zwei Löffel der fertigen Suppe gegessen hatte, spürte sie ein Taubheitsgefühl an den Lippen. Dann kamen Schwindel und Durchfall. Neben Nudelsuppe verkauft sie auch Durian auf dem Markt.
Vom Müllcontainer in die Suppenschüssel
Die Spur führt zu einem Nachbarn, der sich als Altwarensammler durchschlägt. Herr Chian (46 Jahre), der nach seiner Pensionierung allein lebt, durchstöbert regelmäßig Mülltonnen nach Brauchbarem. Er hatte das Pulver am selben Tag gesammelt wie jene Tüten, die Frau Pans Sohn später heimlich mitnahm.
„Ich habe ihm gesagt, er soll das nicht nehmen. Es kommt aus dem Müll und ist nicht sauber“, sagte Herr Chian aus. Der Sohn gab zu, seiner Mutter zwei Tüten davon für den Laden gegeben zu haben, da er annahm, es handle sich um Speisesalz.
Vater berichtet von dramatischen Minuten
Völlig unvorbereitet traf es den 35-jährigen Bauunternehmer Sarawut. Sein Vater Suriya (60 Jahre) schilderte, wie sein Sohn nach dem Essen auf der Baustelle zusammenbrach. Mit starren Augen und verkrampften Händen saß er im Fahrzeug, der Mund musste aufgehebelt werden.
„Mein Sohn wäre fast gestorben“, sagte der Vater. Zuerst hielt er am Gesundheitszentrum Nong Khon Kwang, dann steuerte er das Bangkok-Krankenhaus an. „Jetzt ist er bei Bewusstsein, kann aber noch nicht sprechen.“ Die Ärzte haben ihn intubiert und erklärten ihn für außer Lebensgefahr. Drei Tage bleibt er unter Beobachtung.
Verdächtige Tüten sichergestellt
Polizei und Gesundheitsamt rückten am 9. Juni an. Forensiker der Provinzpolizei Udon Thani nahmen Proben aus der Küche, sicherten drei Beutel mit mysteriösem Pulver und übergaben sie an das Labor des Department of Medical Sciences.
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Gegen vier Personen laufen die Ermittlungen: die Ladenbesitzerin, ihre Verkäuferin, den Sohn und den Altwarensammler. Ergebnisse der Laboruntersuchung stehen noch aus. Die Verkäuferin beteuert ihre Unschuld.
Anzeige und scharfe Kritik
Herr Suriya erstattete Anzeige bei der Polizei. Er fordert, dass das Restaurant zur Rechenschaft gezogen wird. „Ich möchte den Laden bitten, sauber und hygienisch zu kochen und Verantwortung zu übernehmen“, sagte er.
Die Ladenbesitzerin, die Verkäuferin, der Sohn und der Altwarensammler wurden zur Polizei vorgeladen. Die Ermittlungen dauern an, um zu klären, wie eine Substanz aus dem Abfall in die Suppenschüssel gelangen konnte.



Kristallstruktur (soweit ersichtlich) und Farbe deuten auf NaNO2 (Natriumnitrit) hin. Die Vergiftungssymptome entsprechen einer akuten Nitritvergiftung. NaNO2 wird mit Kochsalz stark „verdünnt“ (Natriumchlorid mit 0,4 bis 0,5 % Natriumnitrit) und verbotenerweise zum Konservieren von jeglichem Frischfleisch verwendet. Wie üblich kümmert sich kaum jemand um und schon gar nicht, wenn es sich um Lebensmittel handelt. Die benötigten Kontrollen sind einfach zu lasch und zu oberflächlich. Mai-pen-rai. Die Nudelesser hatten großes Glück, dass sie es ohne großen Schaden überlebten.