SAMUT PRAKAN, Thailand – Ein massiver Schlag gegen die Drogenmafia: Bei einer Razzia in einem Lagerhaus im Bezirk Phra Pradaeng stellten Polizei und Behörden rund 50 Tonnen chemischer Vorläuferstoffe sicher. Die Substanzen hätten ausgereicht, um 1,1 Milliarden Speed-Pillen oder 21 Tonnen kristallines Methamphetamin herzustellen. Premierminister Anutin Charnvirakul reiste umgehend zum Fundort – der Coup geht auf Spuren des südkoreanischen Geheimdienstes und einen bereits ausgelieferten Drogenboss zurück.
Geheimdienst-Hinweise aus Seoul
Die Aktion ist das Ergebnis enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Geheimdienst Südkoreas. Die Südkoreaner hatten Informationen über Netzwerke geliefert, die mit dem thailändischen Drogenboss „Noo Chen“ in Verbindung stehen sollen.
Noo Chen wurde bereits im April aus Südkorea an Thailand ausgeliefert. Auf Basis der Geheimdienstdaten schlugen die Ermittler jetzt zu.
Premierminister direkt am Tatort
Anutin Charnvirakul kehrte am Dienstagabend aus Vietnam zurück und fuhr sofort zu dem durchsuchten Lagerhaus an der Suksawat 49 Road. Der Premierminister wollte sich selbst ein Bild von dem Fund machen.
Die Menge und Professionalität der Lagerung zeigten ihm zufolge die Dimension der dahinterstehenden Organisation.
Aceton, Salzsäure und Schwefelsäure
Im Einzelnen beschlagnahmten die Beamten 9.105 Kilogramm Aceton, 225 kg Salzsäure, 10.170 kg Essigsäure, 4.500 kg Schwefelsäure und 26.000 kg Dioctylphthalat.
Die Substanzen summieren sich auf insgesamt rund 50 Tonnen chemischer Vorläuferstoffe – ein riesiger Fund, der sofort in Sicherheit gebracht wurde.
1,1 Milliarden Pillen wären möglich
Laut den Behörden hätten die Chemikalien allein für die Herstellung von 1,1 Milliarden Speed-Pillen ausgereicht – ebenso viel, wie sonst in einem ganzen Jahr landesweit beschlagnahmt wird.
Alternativ wären 21 Tonnen kristallines Methamphetamin, besser bekannt als „Ice“, daraus produziert worden. Ziel des Schmuggels soll das Goldene Dreieck gewesen sein.
Zehn Razzien, drei Firmen
Die beschlagnahmten Substanzen verteilten sich nicht nur auf ein Lager. Insgesamt durchkämmten Einsatzkräfte zehn Standorte und führten die Chemikalien auf drei Unternehmen zurück.
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Die Firmen stehen jetzt im Zentrum der Ermittlungen und müssen mit empfindlichen Strafen rechnen.
Drogenboss Noo Chen im April ausgeliefert
Der als „Noo Chen“ bekannte Drahtzieher war den thailändischen Behörden schon länger bekannt. Im April lieferte Südkorea den Verdächtigen aus, was die verdeckten Ermittlungen massiv beschleunigte.
Seine mutmaßlichen Verbindungen ins Goldene Dreieck gelten als Schlüssel zur Aufdeckung der Lieferketten.
Riesige Menge auf einen Streich
Der Fund von 50 Tonnen Vorläuferstoffen macht deutlich, welche Mengen offenbar unbemerkt über Jahre bewegt wurden. Die Behörden sprechen von einem der größten Schläge gegen die Drogenszene in diesem Jahr.
Die Diskrepanz zwischen der Gesamtmenge und den einzeln aufgelisteten Substanzen ist ungewöhnlich und wird von den Behörden noch untersucht.



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