CHIANG MAI – Ein seit Tagen vermisster türkisch-deutscher Tourist ist am Samstag wohlbehalten von der Polizei in Chiang Mai aufgegriffen worden. Der 32-jährige Ali Karakoyunlu hatte sich nach eigenen Angaben bewusst von Familie und Freunden abgeschottet – für eine neuntägige digitale Auszeit.
Beamte erkennen Vermissten auf offener Straße
Die Polizei war bereits im Besitz einer Vermisstenanzeige und erkannte Ali am 2. August auf der Ratchaphakinai Road im Bezirk Sri Phum. Als die Beamten ihn ansprachen, bestätigte er sofort seine Identität.
Er gab an, am 22. Juli im TJ Guesthouse and Restaurant eingecheckt zu haben. Für Chiang Mai hatte er einen Monat eingeplant, bevor die Reise auf die Philippinen weitergehen sollte.
Neun Tage Funkstille – ganz bewusst gewählt
Gegenüber der Polizei räumte Ali ein, sämtliche Nachrichten und Anrufe absichtlich ignoriert zu haben. Während seines Urlaubs wollte er eine Pause von sozialen Medien und jeglicher digitaler Kommunikation einlegen.
Seine Familie versuchte unterdessen verzweifelt, ihn über Facebook, Instagram, LINE, Telegram und seine thailändische Nummer zu erreichen – doch Ali blieb stumm.
Familie fürchtete Diebstahl und Gewaltverbrechen
Seine Schwester und seine Ex-Freundin Suppanat Essie stellten fest, dass das Mobiltelefon immer wieder an- und ausgeschaltet wurde. Weil es nie richtig erreichbar war, wuchs der Verdacht, es könne gestohlen worden sein.
Die Sorge wurde noch größer, als zeitgleich Berichte über zwei vermisste und später ermordete russische Geschwister aus Chon Buri die Runde machten. Die Familie malte sich aus, Ali könne Opfer einer Straftat geworden sein.
Ex-Freundin schaltet Touristenpolizei und Hilfsorganisation ein
Suppanat meldete das Verschwinden schließlich bei der Touristenpolizei Chiang Mai und der Mirror Foundation. Die Beamten fanden zunächst keinen Hinweis auf einen Krankenhausaufenthalt oder eine Hotelbuchung in der Stadt.
Schon bereitete sich die Familie darauf vor, die türkische Botschaft einzuschalten. Noch bevor es dazu kam, spürte die Polizei den Mann jedoch in der Altstadt auf.
Entschuldigung auf Facebook – Reise geht weiter
Auf Anraten der Beamten rief Ali sofort seine Angehörigen an. Die Familie dankte den thailändischen Behörden, und wenig später meldete er sich auf Facebook selbst zu Wort: Er sei in Sicherheit, es tue ihm leid, dass er so viel Sorge verursacht habe.
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Seine Pläne bleiben unverändert. Nach einem Monat in Chiang Mai will er wie vorgesehen auf die Philippinen weiterreisen.


„Digitales Fasten“, kann man ja machen, aber vielleicht informiert man dann die Angehörigen vorher? Absolut unverantwortlich!
Und wo war der, wenn die Polizei keine Hotelbuchung findet?