NAKHON RATCHASIMA, THAILAND – Drei thailändische Beamte wurden wegen eines großangelegten Betrugs mit gefälschten Geburtsurkunden für chinesische Kinder festgenommen. Die Täter nutzten unbebaute Grundstücke und gestohlene Identitäten, um Ausländern illegal die thailändische Staatsbürgerschaft zu verschaffen.
Beamte unter schwerem Korruptionsverdacht
Die Polizei nahm am Samstag drei Beamte in der Provinz Nakhon Ratchasima fest. Ihnen wird vorgeworfen, gefälschte Geburtsurkunden für mindestens zehn chinesische Kinder erstellt zu haben.
Unter den Verdächtigen befinden sich ein leitender Standesbeamter, der als Standesbeamter für Tambon Pho Klang im Muang‑District tätig war, sowie ein ehemaliger Bezirksvorsteher und ein Mitarbeiter im Bezirk Huai Thalaeng. Sie sollen Haushaltsregistrierungen manipuliert haben, um den Kindern einen legalen Status zu ermöglichen. Die Verhaftungen folgten einer vorherigen Operation in Bangkok, bei der sechs Verdächtige, darunter ein Beamter des Bezirks Thon Buri, festgenommen wurden.
Gefälschte Daten aus Militärkrankenhaus
Ein festgenommener Standesbeamter gab bei der Befragung zu, falsche Namen von Vätern verwendet zu haben. Er nutzte zudem gefälschte Aufzeichnungen des vom Militär betriebenen Fort Suranari Hospitals.
Die Armee prüfte die Datenbank des Krankenhauses und fand keine entsprechenden Geburten. Die Armee bekräftigte ihre volle Bereitschaft, relevante Daten und Dokumente zur Verfügung zu stellen.
Thailändische Männer als Scheinväter
Die Ermittler überprüften bisher 13 verdächtige Registrierungen in der Region. Die als Väter eingetragenen thailändischen Männer bestritten jedoch, die leiblichen Eltern der Kinder zu sein.
Hinter dem Betrug steckt offenbar ein Netzwerk, das thailändische Männer für Scheinehen anheuert. So erhalten chinesische Kinder die Staatsangehörigkeit und Ausländer können langfristig Vermögenswerte im Land sichern.
Wohnsitze auf leeren Grundstücken
Bei Hausbesuchen in den Bezirken Lung Pradu und Huai Khaen stießen Beamte auf eine Überraschung. Die als Wohnsitz angegebenen Adressen waren lediglich unbebaute Grundstücke.
Die dort ehemals stehenden Häuser wurden bereits im Jahr 2023 abgerissen. Dennoch waren dort Dutzende chinesische Kinder und Mütter aus China und Myanmar offiziell gemeldet.
Zugriff am Flughafen Suvarnabhumi
Am Freitag stoppte die Einwanderungspolizei am Flughafen Suvarnabhumi einen chinesischen Staatsbürger. Er wollte das Land mit einem zehn Monate alten Jungen verlassen.
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Das Kind besaß eine in Pho Klang ausgestellte Geburtsurkunde, aber keine Zustimmung der Mutter. Dieser Vorfall deckte weitere Unregelmäßigkeiten im System der Standesämter auf.
Umfassende Prüfung der letzten Jahre
Der Bürgermeister Kittipong Pongsurawet gab an, dass die Fälle in Pho Klang nun insgesamt 50 betragen. Von 45 geprüften Registrierungen basierten 29 auf gestohlenen Identitäten, während 16 Kinder gar keine Geburtsaufzeichnungen besaßen.
Die Behörden prüfen nun alle Dokumente der vergangenen fünf Jahre. Ziel ist es, die von chinesischen Netzwerken erschlichenen Zertifikate so schnell wie möglich für ungültig zu erklären.
Kampf gegen Identitätskriminalität
Der Fall zeigt, wie kriminelle Netzwerke versuchen, das thailändische Meldesystem für ihre Zwecke auszunutzen. Die Regierung hat mit der Spezialgruppe DOPA N.I.C.E. (National Identity Crime Enforcement) den Kampf gegen diesen Identitätsbetrug intensiviert. Das Department of Provincial Administration verzeichnete in den letzten fünf Jahren eine Budgeterhöhung von 20 % auf über 50 Milliarden Baht.
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