Bangkok – Ein Zweijähriger ist aus dem achten Stock eines Condos gestürzt und gestorben. Seine Mutter hatte die Wohnung nur kurz verlassen, um Wäsche in die Wäscherei gegenüber zu bringen. Als jemand rief, ein Kind sei heruntergefallen, rannte sie los. Es war zu spät.
Zweijähriger stürzt aus achtem Stock
Der Unfall passierte am späten Nachmittag des 17. Oktober im Bezirk Bang Khun Thian, in der Gegend der Rama-2-Straße. Das Wohnhaus hat acht Stockwerke. Der Junge landete auf dem Parkplatz vor dem Gebäude. Er hatte schwere Verletzungen am Kopf, an den Armen und an den Beinen.
Die Polizei von Tha Kham bekam die Meldung am späten Nachmittag und fuhr zum Wohnhaus. Mit dabei waren die Spurensicherung, ein Gerichtsmediziner vom Siriraj-Krankenhaus und freiwillige Helfer der Poh-Teck-Tung-Stiftung. Sie untersuchten den Fundort vor dem Haus.
Mutter wollte nur Wäsche waschen
Die Mutter ist 38 Jahre alt. Sie sagt, ihr Sohn habe geschlafen, als sie die Wohnung verließ. Sie wollte ihre Kleidung in die Wäscherei auf der anderen Straßenseite bringen. Sie war gerade dabei, die Straße zu überqueren, als sie jemanden schreien hörte, dass ein Kind heruntergefallen sei.
Sie rannte zurück und erkannte ihren Sohn. Die Frau weinte hemmungslos und konnte kaum noch klar denken. Vermutlich wachte der Junge auf und suchte seine Mutter. Das ist bisher nur eine Annahme, die Polizei hat sie nicht bestätigt. Wie es genau zum Sturz kam, klärt sie noch.
Rettungskräfte kämpfen vergeblich
Die Helfer versuchten, das Kind wiederzubeleben. Sie setzten einen Defibrillator ein, also ein Gerät, das mit Stromstößen das Herz wieder in Gang bringen soll. Alle Versuche blieben ohne Erfolg. Für den kleinen Jungen kam jede Hilfe zu spät.

Der Junge starb später. Er war zwei Jahre alt. Seinen Namen hat die Polizei nicht veröffentlicht, in den Meldungen der Behörden steht er nur unter einem Decknamen. So schützen die Beamten das Kind und seine Familie vor Neugier.
Polizei wertet Kameras aus
Die Beamten sichern jetzt alle Spuren am Unglücksort. Sie prüfen auch die Überwachungskameras in der Umgebung des Wohnhauses. So soll geklärt werden, wie es zu dem Sturz kam. Die Auswertung der Aufnahmen läuft noch.
Nach den ersten Erkenntnissen betrat niemand die Wohnung außer der Mutter. Die Polizei will sie auf der Wache noch einmal ausführlich befragen. Ein Ergebnis der Ermittlungen gibt es bisher nicht. Weitere Angaben zum Ablauf machten die Beamten nicht.
Siriraj-Krankenhaus untersucht den Jungen
Die Stiftung brachte den toten Jungen ins Siriraj-Krankenhaus in Bangkok. Dort wird die Leiche gerichtsmedizinisch untersucht. Ein Arzt des Hauses war schon am Unglücksort und hat den Jungen dort gesehen. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Lesen Sie auch: Betrüger-Vermieter in Thailand: Kaution weg, Mietvertrag wertlos
Danach gibt das Krankenhaus den Jungen an seine Familie zurück. Die Angehörigen holen ihn für die religiöse Zeremonie ab. Wann sie stattfindet, ist nicht bekannt. Die Mutter muss bis dahin mit dem Verlust und mit den Fragen der Ermittler zurechtkommen.

Wie hoch war die Balkonbrüstung? War sie so gestaltet, daß man leicht drauf klettern kann? Oder waren Öffnungen drin, wo ein Kleinkind einfach durchkriechen kann?
Mein tiefes Mitgefühl gehört den Eltern des Buben. Leider gibt es solche Tragödien immer und überall wieder. Ein unbeobachteter Moment kann schon ausreichen. Ein bekannterer, sehr ähnlicher Fall war der vom Sohn Eric Claptons, der seine Trauer und Verzweiflung 1992 in seinem Song „Tears in Heaven“ verarbeitete.