Thaksin muss 17.6 Milliarden zahlen

Ein juristischer Paukenschlag erschüttert Bangkok: Thaksin Shinawatra steht wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Alte Konflikte flammen auf, neue Machtspiele beginnen. Wird dieses Urteil seine Rückkehr endgültig stoppen?

Thaksin muss 17.6 Milliarden zahlen
The Nation
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Ein Urteil, das alles aufrüttelt

Der juristische Boden in Thailand bebt. Mit einem Paukenschlag hat der Supreme Court die früheren Entscheidungen zweier Gerichte kassiert und die volle Steuerforderung über 17,6 Milliarden Baht gegen Ex-Premier Thaksin Shinawatra wieder eingesetzt.

Ein Schritt, der nicht nur die politische Landschaft erschüttert, sondern auch eine jahrelange juristische Odyssee neu entflammt.

Zeugen vor Ort berichten von gespannter Atmosphäre, als das Urteil verlesen wurde. Die Botschaft des Gerichts? Glasklar – und unerbittlich.

Hintergrund: Der Streit um die Shin-Corp-Milliarden

Der Fall dreht sich um den milliardenschweren Verkauf von Shin Corp-Aktien an Singapurs Temasek Holdings – abgewickelt über Ample Rich Investment Ltd.. Schon damals sorgte die Transaktion für politischen Sprengstoff, denn der Deal fiel in eine Zeit, in der Thaksin selbst in höchste politische Ämter strebte.

Dass dabei nominee-Strukturen genutzt worden sein sollen, um gesetzliche Einschränkungen zu umgehen, beschäftigt die Justiz seit Jahren. Besonders im Fokus: die Rolle seiner Kinder Panthongtae und Pintongta Shinawatra, die laut Gericht als Stellvertreter fungierten.

Der Supreme Court wird deutlich: „Keine Steuer-Moral“

In einer klaren, schneidenden Begründung stellte das Gericht fest, dass die Nutzung von Strohmännern „keinerlei wirtschaftliche Substanz“ hatte und „der Steuer­moral widersprach“.
Wörtlich heißt es aus dem Urteil:

„Diese Konstruktion diente einzig dazu, gesetzliche Hürden zu umgehen und den Staat an einer korrekten Steuererhebung zu hindern.“

Das Gericht machte Schluss mit jedem Interpretationsspielraum: Die Vorgänge waren rechtswidrig, die Strafzuschläge bleiben bestehen, und es gebe keinerlei Grundlage, sie zu erlassen oder zu reduzieren.

Frühere Gerichte hatten Thaksin noch entlastet

Brisant: Sowohl das Central Tax Court (2022) als auch das Specialised Appeal Court (2023) hatten die Steuerforderung aufgehoben. Begründung: Verfahrensfehler!

Konkret bemängelten sie, dass die Steuerbehörde keinen ordnungsgemäßen Section-19-Summons an Thaksin ausgestellt hatte. Ohne diesen formellen Schritt sei die gesamte Steuerfestsetzung hinfällig – so damals das Urteil.

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Doch der Supreme Court sieht das völlig anders. Mit der Annahme der Berufung der Steuerbehörde wurde diese Argumentation komplett verworfen.

Was jetzt passiert: Vollstreckung in 1–2 Monaten

Mit dem neuen Urteil beginnt eine harte Phase für Thaksin. Die Revenue Department muss nun innerhalb von ein bis zwei Monaten die Zwangsvollstreckung vorbereiten. Immobilien, Konten, Beteiligungen – alles könnte jetzt ins Visier geraten.

Insider erwarten hitzige politische Debatten und wochenlange Schlagzeilen. Schließlich kommt die Entscheidung zu einem Zeitpunkt, an dem Thaksin ohnehin in mehreren Verfahren unter Druck steht.

Wie seine Familie reagiert? Tochter Pintongta hatte bereits in einem anderen Fall erklärt, ihr Vater sei „verletzt und traurig über die Ungerechtigkeit“. Auch jetzt dürfte die Stimmung im Shinawatra-Lager alles andere als ruhig sein.

Ein Urteil mit politischer Sprengkraft

Der Mega-Betrag, die Verflechtung politischer Interessen, die Rolle von Strohmännern – der Fall ist ein Symbol für Thailands kompliziertes Verhältnis von Macht und Geld.

Mit der erneuten Entscheidung setzt der Supreme Court ein Zeichen: Niemand steht über dem Gesetz.

Doch gleichzeitig öffnet das Urteil neue Fronten. Politische Analytiker sprechen bereits von einem „juristischen Erdbeben“, dessen Nachbeben Wochen – vielleicht Monate – andauern könnten.

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Quelle: The Nation

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