Smog: Thailand erklÀrt offenen Feuern den Kampf

đŸ”„ Immer mehr Brandherde tauchen auf, Behörden verschĂ€rfen Kontrollen und sprechen von neuen Methoden, mit denen Feuer heimlich gelegt werden. Die Luft wird schlechter, der Ton der Beamten hĂ€rter. Steht Thailand vor einer neuen Smog-Eskalation?

Smog: Thailand erklÀrt offenen Feuern den Kampf
Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Die thailĂ€ndischen Umweltbehörden haben die Kontrollen gegen offenes Abbrennen deutlich verschĂ€rft, weil sich die saisonale Belastung durch Smog und Feinstaub erneut zuspitzte.

Strengere Überwachung in Feld und Wald

Die Pollution Control Department (PCD) ordnete nach eigenen Angaben eine intensive Überwachung von offenen BrĂ€nden an. Hintergrund sind vermehrte Hotspots in landwirtschaftlichen FlĂ€chen und Waldgebieten, wie Generaldirektor Surin Worakitthamrong erklĂ€rte.

Lokalbehörden in zahlreichen Provinzen hĂ€tten offizielle Bekanntmachungen veröffentlicht und seien angewiesen worden, die bestehenden Verbote konsequent durchzusetzen. Zugleich wĂŒrden kontrollierte Brennzonen ausgewiesen, in denen unter strengen Vorgaben gearbeitet werden dĂŒrfe.

Trick mit RÀucherstÀbchen in Zuckerrohrfeldern

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein aktueller Fall in der Provinz Buri Ram. Dort stellten Inspektoren fest, dass langsam abbrennende RĂ€ucherstĂ€bchen-BĂŒndel genutzt wurden, um abgeerntete Zuckerrohr-RĂŒckstĂ€nde zu entzĂŒnden.

Die Brandstifter hÀtten das GelÀnde verlassen können, lange bevor sich die Flammen ausbreiteten. Die Behörden sehen darin einen Versuch, sich der Identifizierung und Strafverfolgung zu entziehen.

Mehrere Quellen fĂŒr Feinstaubbelastung

Neben der offenen Verbrennung in Landwirtschaft und WÀldern nehmen die Behörden auch weitere Feinstaubquellen ins Visier. Genannt werden insbesondere

‱ Fahrzeugemissionen

‱ Baustellen und Bauarbeiten

Diese Maßnahmen sollen zusammen die Auswirkungen von Feinstaub (PM) auf die Bevölkerung verringern.

Hohe Strafen fĂŒr offenes Abbrennen

Das Abbrennen in Wald-, Landwirtschafts- und offenen FlÀchen ist nach geltendem Recht strafbar und kann mit Geldstrafen, Freiheitsstrafen oder einer Kombination aus beidem geahndet werden. Die PCD betonte, dass die rechtlichen Instrumente bundesweit zur Anwendung kommen.

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ZUM ANGEBOT

Nach EinschÀtzung der Behörde hat die zunehmende Staub- und Smogbelastung bereits wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen. Unternehmen, Verkehr und Alltagsleben seien von den Sicht- und Gesundheitsrisiken betroffen.

Gesundheitsgefahren im Fokus der Behörden

Die PCD warnt ausdrĂŒcklich vor den gesundheitlichen Folgen der anhaltenden Luftverschmutzung. Betroffen seien mehrere Organsysteme, insbesondere:

‱ Atemwege und Lunge

‱ Herz-Kreislauf-System

‱ Augen und Haut

Langfristige Belastung könne das Risiko fĂŒr Lungenkrebs erhöhen, so die Behörde. Die gesundheitlichen Aspekte dĂŒrften „nicht ĂŒbersehen“ werden, hieß es.

Appell an die Bevölkerung

Generaldirektor Surin Worakitthamrong rief die Öffentlichkeit zu aktiver Mithilfe auf. Die Menschen sollten in allen verbotenen Bereichen vollstĂ€ndig auf jegliche Form des Abbrennens verzichten.

„Die Zusammenarbeit der Bevölkerung ist entscheidend, um die Belastung durch Feinstaub zu verringern und die Gesundheit zu schĂŒtzen“, erklĂ€rte Surin nach Angaben der PCD.

🗣 Wenn Rauch zur Straftat wird

Ein Streichholz im Feld. Glut im Wald. Rauch am Straßenrand. Und am Ende Millionen Menschen, die ihn einatmen.
Ist offenes Verbrennen nur „Tradition“ – oder lĂ€ngst ein Umweltverbrechen, das Leben verkĂŒrzt, Wirtschaft schĂ€digt und Kinder krank macht?
Sollte der Staat noch hĂ€rter durchgreifen – oder braucht Thailand endlich andere Wege fĂŒr Landwirtschaft und Abfall?
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Quelle: Bangkok Post