BANGKOK, THAILAND â ThailĂ€ndische GoldhĂ€ndler haben ihre Prognosen fĂŒr den Weltmarktpreis deutlich nach oben korrigiert, nachdem der rasante Anstieg seit Jahresbeginn selbst optimistische Erwartungen ĂŒbertroffen hat.
Goldrally treibt Preise in Bangkok
Seit Beginn 2026 haben sich die Goldpreise in Thailand krĂ€ftig verteuert. Der Preis pro Baht-Gewicht (15,244 Gramm) legte um fast 10.000 Baht zu und kletterte ĂŒber die Marke von 75.000 Baht, im Gleichschritt mit der starken Rally am internationalen Markt.
Nach Angaben von Dr Kritcharat Hirunyasiri, Vorsitzender von MTS Gold Mae Thongsuk (MTS Gold), sind die Inlandspreise seit Jahresanfang um rund 12â13 % oder etwa 8.000â9.000 Baht pro Baht-Gewicht gestiegen. Global verzeichnete Gold im gleichen Zeitraum ein Plus von etwa 16 %.
HĂ€ndler erwarten bis zu 6.400 Dollar je Unze
Dr Kritcharat sieht angesichts der Dynamik noch erhebliches AufwĂ€rtspotenzial. MTS Gold erhöhte seine Prognose fĂŒr den Weltmarktpreis von zuvor rund 5.000 US-Dollar je Unze auf jetzt 6.400 US-Dollar. Das entsprĂ€che bei heutigem Wechselkurs etwa 88.000 Baht pro Baht-Gewicht in Thailand.
Er sprach von einer Ă€uĂerst schnellen Entwicklung: In 2025 habe Gold rund drei Monate gebraucht, um um etwa 17 % zuzulegen, in 2026 sei eine Ă€hnliche Bewegung binnen rund eines Monats erfolgt. MTS Gold rechnet nun mit einem Anstieg von insgesamt rund 50 % im laufenden Jahr â im Einklang mit dem neuen Ziel von 6.400 US-Dollar.
Auch Pawan Nawawattanasub, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von YLG Bullion International (YLG), erwartet weiter steigende Kurse und sieht das Potenzial bis auf 5.400 US-Dollar je Unze.
Vertrauensverlust in den Dollar und Zinshoffnungen
Als zentralen Treiber nennt Dr Kritcharat eine strukturelle SchwĂ€chung des Vertrauens in den US-Dollar. Diese sei verknĂŒpft mit der Wirtschafts- und Handelspolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump, die den Druck auf Handelspartner erhöht und GegenmaĂnahmen ausgelöst habe.
âWir sehen eine stĂ€rkere Reduzierung bei BestĂ€nden von US-Staatsanleihen und US-Dollar, wĂ€hrend viele LĂ€nder und Investoren ihre GoldbestĂ€nde als sicheren Hafen ausbauen. Das hat die Goldpreise deutlich nach oben getriebenâ, erklĂ€rte er.
ZusĂ€tzlich verweist er auf mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank Fed, die den Goldpreis weiter stĂŒtzen könnten und seiner Ansicht nach noch nicht vollstĂ€ndig eingepreist seien.
Technische Lage: Ăberkauft, aber weiter im AufwĂ€rtstrend
Aus Sicht von YLG bleibt Gold technisch klar im AufwĂ€rtstrend. Pawan betont, der Preis notiere ĂŒber den gleitenden Durchschnitten der kurzen, mittleren und langen Frist, was auf anhaltendes Kaufinteresse hindeute.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Solange der Kurs ĂŒber der UnterstĂŒtzung bei rund 4.640 US-Dollar je Unze bleibe, seien nĂ€chste Etappen bei 5.100â5.136 US-Dollar und danach 5.400 US-Dollar möglich, bevor eine gröĂere Korrektur einsetzen könnte.
Gleichzeitig warnt sie: Gold sei aktuell auf 4-Stunden-, Tages- und Wochenbasis ĂŒberkauft, zudem zeige sich auf Wochenbasis eine Divergenz zum RSI-Indikator. âDer Markt könnte pausieren oder zurĂŒcksetzen, um neue Kraft zu sammelnâ, so Pawan. Falle der Preis unter 4.640 US-Dollar, erwartet sie zunĂ€chst eine Korrektur. Solange jedoch die Marke von 4.274 US-Dollar je Unze halte, wertet sie dies als Konsolidierung innerhalb eines intakten AufwĂ€rtstrends.
Breite Nachfrage: Spekulanten, ETFs, China und Indien
Die jĂŒngste Kaufwelle von Ende Dezember bis in den Januar hinein war laut YLG breit abgestĂŒtzt. Zeitweise seien zwar Gewinnmitnahmen von Spekulanten, ETF-Fonds und einzelnen Staaten zu beobachten gewesen, die meisten Zentralbanken blieben jedoch langfristige Halter und NettokĂ€ufer.
Wichtige Nachfragequellen sind laut YLG unter anderem:
COMEX-Spekulanten: In der Woche bis 20. Januar stiegen die Long-Positionen um 4.843 auf 163.668 Kontrakte, die Short-Positionen um 2.144 auf 26.224. Der Netto-Long-Bestand lag damit bei 137.444 Kontrakten oder 427,53 Tonnen, was auf eine starke Rolle des Privatanleger-Segments hinweist.
Gold-ETFs weltweit: Im Jahr 2025 erhöhten sie ihre BestĂ€nde um 800,3 Tonnen auf 4.024,5 Tonnen â ein neuer Rekord. In der ersten JanuarhĂ€lfte kamen weitere 35,8 Tonnen hinzu, insgesamt 4.064,7 Tonnen.
China
China: Im Dezember wurden 115 Tonnen von der Shanghai Gold Exchange (SGE) abgezogen, 36 % mehr als im Vormonat, da der Einzelhandel vor dem Lunar New Year LagerbestĂ€nde aufbaute. Chinesische Gold-ETFs verzeichneten den vierten Monat in Folge ZuflĂŒsse und erhöhten ihre BestĂ€nde um 3,9 Milliarden Yuan (rund 545 Mio. US-Dollar, etwa 3,8 Tonnen). Die Peopleâs Bank of China (PBOC) kaufte im Dezember den 14. Monat in Folge zu und fĂŒgte 0,9 Tonne hinzu. Ende 2025 beliefen sich die offiziellen Goldreserven auf 2.306 Tonnen, rund 8,5 % der gesamten Devisenreserven.
Indien
Indien: Hohe Preise bremsten dort die physische Nachfrage, gleichzeitig nahm der Kauf von digitalem Gold ĂŒber das Zahlungssystem UPI im Jahr 2025 stark zu. Das Transaktionsvolumen stieg von 8 Milliarden Rupien (rund 88 Mio. US-Dollar) im Januar auf 21 Milliarden Rupien (etwa 231 Mio. US-Dollar) im Dezember und hat sich damit nahezu verdreifacht.
YLG geht davon aus, dass Zentralbanken trotz kurzfristiger Gewinnmitnahmen im Markt insgesamt NettozukĂ€ufer bleiben und so den langfristigen AufwĂ€rtstrend bei Gold stĂŒtzen.
đ° Goldrausch oder Blase â wie weit kann das noch gehen?
Goldpreise steigen in rasantem Tempo, HÀndler sprechen bereits von bis zu 88.000 Baht pro Bahtgewicht. Dollar-SchwÀche, geopolitische Risiken und massive ETF-KÀufe treiben den Markt.
Stehen wir vor einem historischen Superzyklus â oder vor einer gefĂ€hrlichen Ăberhitzung?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.


