BANGKOK – Ein Großbrand hat am Sonntag ein Autoteilelager im Bezirk Chatuchak zerstört und auf ein voll belegtes Nachbarhotel übergegriffen. Mehr als zehn Hotelzimmer wurden beschädigt, Gäste mussten fliehen. Jetzt streiten Lagerbesitzer und Hotelmanagement über die mögliche Ursache: eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe.
Flammeninferno in der Soi Ratchadaphisek 36
Das Feuer brach kurz nach 10 Uhr morgens in der Firma Rian Thong Auto Parts aus. An dem Sonntag war das Lager wegen eines Feiertags unbesetzt, kein Personal vor Ort.
Um 10.27 Uhr ging der Notruf bei der Polizeistation Phaholyothin ein. Dichter schwarzer Rauch wälzte sich innerhalb von Minuten durch die Nachbarschaft, während sich die Flammen in dem eingeschossigen Gebäude rasend schnell ausbreiteten.
Lagerbesitzer vermutet Zigarettenkippe als Auslöser
Eigentümer Anawat Lanpromthong erklärte, der Brand sei hinter seinem Lager an der Grenze zum YOU Hotel ausgebrochen. Nach eigenen Angaben hatte er bereits früher im Jahr ein Feuer in diesem Bereich gesehen.
Er halte es für möglich, dass ein Hotelgast eine brennende Zigarette aus dem Fenster geworfen habe. Man solle aber keine voreiligen Schlüsse ziehen. Er forderte die Polizei zu einer vollständigen forensischen Untersuchung auf.
Hotelmanagerin weist Vorwurf entschieden zurück
Die 39-jährige Gebäudemanagerin des YOU Hotels, Frau Pae, widersprach dieser Darstellung. Sie sagte, es habe nie eine Beschwerde über weggeworfene Zigaretten oder ein früheres Feuer gegeben.
Balkone und Lagerhaus seien durch einen so großen Abstand getrennt, dass eine Kippe gezielt hätte geworfen werden müssen. Zudem hätten viele Gäste als Nachtschwärmer noch geschlafen, als das Feuer ausbrach.
Ölgespeiste Flammen erschwerten Löscharbeiten
Im Lager befanden sich Hunderte gebrauchte Motoren und Fahrzeugkomponenten. Altes Motoröl in den gelagerten Teilen nährte das Feuer, die Flammen wurden immer intensiver.
Enge Zufahrtsstraßen verzögerten zudem den Einsatz größerer Löschfahrzeuge. Feuerwehrleute aus sechs Stationen sowie Freiwillige der Ruam Katanyu Foundation kämpften über eine Stunde gegen die Flammen, ehe der Brand um 11.20 Uhr unter Kontrolle war.
Gäste mit Schlüsselkarten rechtzeitig evakuiert
Eine Haushälterin hatte die Flammen zuerst hinter dem Motorradparkplatz bemerkt und sofort Alarm geschlagen. Das Hotelpersonal kontaktierte jedes belegte Zimmer mit elektronischen Schlüsselkarten und forderte die Gäste auf, das Gebäude zu verlassen.
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Gleichzeitig brachten Mitarbeiter Elektrofahrzeuge und Autos von der Grundstücksgrenze in Sicherheit. Trotz des Ausmaßes des Brandes entkamen alle Gäste unverletzt, Todesopfer oder Verletzte gab es nicht.
Hotel schließt für Reparaturen, Rückerstattungen organisiert
Ein Zimmer im zweiten Stock direkt gegenüber dem Lager wurde zerstört, etwa zehn weitere Zimmer erlitten Schäden an Fenstern, Balkonen, Vorhängen und Möbeln. Auch das benachbarte Prompto Condo Ratchada 32 wurde beschädigt. Das Hotel setzt den Betrieb für voraussichtlich sieben Tage aus.
Für vertriebene Gäste werden Rückerstattungen organisiert, der Prozess soll etwa zwei Tage dauern. Monatsmieter werden vom Bezirksamt unterstützt, anreisende Gäste in Partnerhotels untergebracht. Das Hotel entschuldigte sich öffentlich bei allen Betroffenen.
Bangkok ordnet Inspektionen ähnlicher Anlagen an
Der stellvertretende ständige Sekretär von Bangkok, Thaiwut Khankaew, inspizierte den Brandort und ließ sich von Einsatzkräften unterrichten. Er bestätigte, dass das Lager über die nötigen Betriebsgenehmigungen verfügte.
Dennoch wies der Gouverneur von Bangkok die Bezirksämter an, ähnliche Entwicklungen in der Hauptstadt auf Brandschutzmängel zu prüfen. Ein Beschwerdezentrum soll im Bereich des Hotels eingerichtet werden, um betroffene Opfer zu unterstützen.
Forensiker untersuchen widersprüchliche Beweise
Polizeioberst Arthit Phromnok betonte, dass noch keine Schlussfolgerung zur Brandursache gezogen werden könne. Zeugenaussagen widersprechen sich in wichtigen Punkten, jedes Detail müsse unabhängig überprüft werden. Forensische Spezialisten untersuchen den Tatort, werten Videoüberwachungsaufnahmen aus und befragen Zeugen. Erst nach Abschluss des Berichts wird feststehen, ob Fahrlässigkeit, ein technischer Defekt oder eine andere Ursache den Großbrand auslöste.
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