Thailand: Spendenkampagne für schwer verletzten Briten

🚨 Albtraum im Thailand-Urlaub: Ein 23-jähriger Brite liegt nach einem schweren Rollercrash im Koma. Während seine Familie bangt, explodieren die Spenden weltweit – und zeigen die brutalen Kosten eines Unfalls fern der Heimat…

Thailand: Spendenkampagne für schwer verletzten Briten
The Sun, Thai Examiner

BANGKOK, THAILAND – Ein 23-jähriger Brite liegt nach einem schweren Motorradunfall auf Koh Samui in einem Bangkoker Krankenhaus im Koma, während seine Familie einen internationalen Spendenaufruf gestartet hat. Mehr als 150.000 Pfund wurden binnen weniger Tage gesammelt, doch die Kosten für die Behandlung und mögliche Verlegungen bleiben wegen einer Motorrad-Ausschlussklausel in seiner Reiseversicherung eine enorme Belastung.

Schwerer Unfall auf Koh Samui

Der Brite Tiger Duggan, 23, erlitt bei einem Motorradunfall auf der Ferieninsel Koh Samui am 1. Februar katastrophale Verletzungen, als er laut seinem Vater ein Auto überholte und ein anderes Motorrad die Straße kreuzte.

Rettungskräfte versuchten rund 16 Minuten lang, ihn am Straßenrand wiederzubeleben, bevor er zunächst in ein kleines Krankenhaus auf der Insel gebracht wurde.

Verlegung nach Bangkok und kritischer Zustand

Wegen lebensbedrohlicher Verletzungen und des Bedarfs an spezialisierter neurochirurgischer Versorgung wurde Duggan nach ersten Eingriffen auf Koh Samui am darauffolgenden Freitag per Notfallflug nach Bangkok verlegt.

Er wird seitdem im privaten MedPark Hospital behandelt, liegt bewusstlos auf der Intensivstation an lebenserhaltenden Geräten, und Ärzte beschreiben seinen Zustand weiterhin als kritisch.

Familie an seinem Bett und internationale Anteilnahme

Seine Mutter Lisa Duggan, eine Neonatalpflegerin am Milton Keynes University Hospital, reiste mit ihrer Schwester nach Bangkok und hält seitdem an seinem Bett Wache, später stießen sein Vater und sein jüngerer Bruder dazu.

Die Familie, die ursprünglich aus Milton Keynes stammt, berichtet, dass Duggan vor zwei Jahren nach Perth in Australien gezogen war, dort mit seinem Bruder lebte und bei einem Goldminenunternehmen gearbeitet habe, das sie als seinen „Traumjob“ bezeichneten.

Reise mit bestem Freund und erste Hilfe auf Koh Samui

Zum Zeitpunkt des Unfalls war Duggan mit seinem besten Freund auf Koh Samui unterwegs, die Reise fiel mit seinem Geburtstag zusammen und beide wechselten nach Angaben der Familie gemeinsam zwischen verschiedenen Orten auf der Insel.

Der Freund blieb nach dem Crash zunächst auf Koh Samui, besuchte ihn täglich im Krankenhaus und kehrte später in das Vereinigte Königreich zurück.

Kostenexplosion und Spendenkampagne

Innerhalb weniger Tage nach Beginn der Behandlung seien nach Angaben der Familie bereits über 40.000 Pfund an medizinischen Kosten und Notfallflügen angefallen, mit weiteren erheblichen Ausgaben im weiteren Verlauf.

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Familie und Freunde starteten daraufhin eine GoFundMe-Kampagne mit einem ursprünglichen Ziel von 150.000 Pfund, die binnen sechs Tagen überschritten wurde, wobei die Organisatoren erklärten, die Aktion solle zur Finanzierung der laufenden Versorgung weiter offen bleiben.

Medienaufmerksamkeit und weltweite Unterstützung

Die Spendenaktion gewann stark an Fahrt, nachdem große britische Sender wie Sky News und die BBC über den Fall berichtet hatten, woraufhin Beiträge aus dem Vereinigten Königreich und dem Ausland eingingen.

Freunde, Kollegen und erweiterte Familienangehörige verbreiteten die Kampagne großflächig in sozialen Medien, wodurch innerhalb weniger Tage Tausende Menschen spendeten und aus mehreren Ländern Unterstützung signalisierten.

Versicherungsstreit und drohende Versorgungslücke

Obwohl Duggan eine Reiseversicherung abgeschlossen hatte, erklärte die Familie, dass eine Ausschlussklausel für Motorräder dazu geführt habe, dass kostenrelevante Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall zunächst nicht übernommen würden.

Ein Familiensprecher schilderte, dass die Prüfung durch die Versicherung sich hinziehe und Wochen dauern könne, während Ärzte darauf hinwiesen, dass bei seiner Behandlung jede Stunde zähle, sodass die Familie entschied, ohne gesicherte Kostenzusage fortzufahren.

Ungewisse Perspektive und mögliche Rückführung

Ärzte in Bangkok bezeichneten Duggan als komatös und sprachen nach Angaben seines Vaters gegenüber der BBC zeitweise sogar die Möglichkeit eines Hirntods an, während die Familie auf Basis laufender Untersuchungen dennoch an seiner Behandlung festhält.

Eine mögliche Rückführung nach Großbritannien oder Australien hängt laut den Organisatoren der Kampagne von einer ausreichenden Stabilisierung seines Zustands ab, konkrete Zeitpläne gibt es derzeit nicht.

Unfallserie auf gefährlichen Straßen

Der Fall rückt erneut die hohe Zahl schwerer Motorradunfälle mit Touristen in den Fokus, denn die Straßen des Königreichs zählen zu den gefährlichsten weltweit, und insbesondere Urlaubsinseln mit engen Straßen und scharfen Kurven sind immer wieder Schauplätze solcher Tragödien.

Mehr als 50 Menschen kommen landesweit jeden Tag im Straßenverkehr ums Leben, fast 80 Prozent dieser Todesfälle stehen in Zusammenhang mit Motorrädern, und bei vielen verunglückten Ausländern führen Versicherungslücken wie Motorrad-Ausschlüsse zu existenzbedrohenden Rechnungen.

Stimmen aus dem Umfeld und Reaktionen vor Ort

Familienangehörige schilderten Duggan in Interviews als intelligent und allseits beliebt, sein Vater sagte über ihn: „Everybody loves him“, während sein Bruder der BBC erzählte, es sei schwer zu begreifen, dass sie nicht mehr gemeinsam in Australien lebten und der Besuch auf der Intensivstation sehr belastend sei.

Eine lokale Vertreterin aus Milton Keynes würdigte ihn öffentlich als jungen Mann aus der Gemeinde und brachte ihre Sorge um seine Genesung zum Ausdruck, während seine Mutter und das medizinische Team in Bangkok weiter um sein Leben kämpfen.

Weitere Opfer und internationale Dimension

In den vergangenen Tagen wurden mehrere Unfälle mit ausländischen Motorradfahrern bekannt, darunter tödliche Vorfälle mit einem jungen Australier auf Ko Samui, einem Schweden kurz nach seiner Ankunft sowie einem Kanadier in Pattaya, die das Ausmaß der Gefahr aufzeigen.

Auch Berichte über einen Kanadier, der nach einem tödlichen Unfall in Kanchanaburi um seine Frau weinte, und über einen französischen Touristen in Ayutthaya, dessen Tod unter anderem mit unklaren Ampeln und rücksichtsloser Fahrweise in Verbindung gebracht wird, verdeutlichen die wiederkehrenden Muster.

Offene Ermittlungen und laufende Updates

Die zuständigen Behörden haben bislang keinen detaillierten öffentlichen Bericht zum Unfallhergang auf Koh Samui veröffentlicht, Informationen über andere beteiligte Fahrzeuge sind begrenzt und die Ermittlungen offiziell noch nicht abgeschlossen.

Die Familie Duggan informiert Unterstützerinnen und Unterstützer weiterhin über die Spendenplattform über seinen Gesundheitszustand und bedankt sich dort regelmäßig für die anhaltende Solidarität aus aller Welt, während Duggan nach aktuellem Stand weiter in der Intensivstation in Bangkok liegt.

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Quelle: Thai Examiner

16 Kommentare zu „Thailand: Spendenkampagne für schwer verletzten Briten

  1. Wenn auf der Ringstrasse auf Samui
    bei jedem Todesfall ein Kreuz auf die Strasse gemalt würde, wäre die in 10 Jahren komplet bemalt. Ich wohne ja unweit der Fähre auf dem Festland und war sehr oft auf Samui, Betonung auf war. Der Verkehr während der High Season ist unerträglich und lebensgefährlich geworden.
    Besserung nicht absehbar .

  2. Und wieder mal ein Brite ohne KV.Ist das Normal??? Spendenaufrufe sind wohl auch zum Alttag geworden.

  3. Es wird von den vielen Todesfällen und Unfällen gesprochen aber nicht von den unzähligen Touristen, welche schöne Ferien in Thailand auch auf einem Roller, ohne Probleme überstanden haben und das sind sehr viele.

    1. Und was hat das jetzt mit der sich ständig wiederholenden Bettelei von Leuten zu tun, die meinen, aufgrund ihrer Superkräfte und Unsterblichkeit ihre Dummheit dadurch unter Beweis stellen zu müssen, auf eine funktionierende Auslands-KV verzichten zu können? Ehrlich, ich kann den Sch….. nicht mehr hören, sich auf die Solidarität anderer zu stützen, weil man selber zu blöd und/oder zu geizig war, richtig vorzusorgen😡😡😡 Oder sind diejenigen einfach nur doof, die eine KV abschließen, die sie gar nicht brauchen, weil im Schadensfall ja die Gemeinschaft großzügig spendet? *Sarkasmus aus*

  4. Ich habe gestern meine Jahresprämie / Krankenkasse mit 5700 USD bezahlt . Kann ich dafür auch einen Spendenaufruf starten ???

    1. also das ist ja mal wieder typisch gerd !!
      du hast es jetzt vermasselt , du haettest schreiben muessen das du die rechnung ueber XXXXX bekommen hast und nicht in der lage bist diese zu bezahlen und heul, heul.
      das haette geholfen , aber so hast du es vermasselt, schade😉!!

  5. Eine Rrankenversicherung für 56 Tage kostet in Deutschland ca 30 € pro Jahr und deckt alle Kosten ab. Wohl hier leichtsinnig wieder am falschen Ende gespart?

    1. Ist ja nicht unbedingt richtig deine Aussage.
      Da es leider immer noch genügend Menschen gibt die hier in Thailand einen Roller fahren und leider keinen Führerschein besitzen muss auch nicht unbedingt die Versicherung dafür aufkommen. Und nein es ist in Thailand nicht erlaubt mit dem EU Führerschein einen 125 Roller zu fahren.

      1. Trotzdem bleibt es dabai: wer zu kniggrig ist, diese Klausel gegen Aufpreis unwirksam zu machen, dem ist nicht zu helfen. Falls die KV solch eine Leistung generell ausschließt, dann suche ich halt eine Versicherung, die das abdeckt. Falls das bei KEINER Versicherungsgesellschaft möglich ist, dann lasse ich das Motorradfahren halt sein. Oder man steht als Hasardeur dazu und zahlt das Lehrgeld aus eigener Tasche. Aber diese ewige Anbettelei von Fremden ist unterste assoziale Schublade!!!

        1. Nachtrag: sorry, diese Antwort war eigentlich an Peter D. gerichtet. Habe mich in der Antwortzeile etwas vertan, ops….

  6. Als ich noch Urlaub machte in Thailand hatte ich auch eine Auslandskrankenversicherung. Aber ich habe mir nie das Kleingedruckte durch gelesen ob en Ausschluss bei Motorrad Unfällen dabei ist.
    Alle die hier wieder einfach nur meckern, lest doch einfach noch einmal den ersten Absatz des Berichtes. Lesen und verstehen hilft manchmal.

    1. Also ich nenne das Kind jetzt mal beim Namen (ich hoffe, ich werde nicht zensiert wegen vermeintlicher Schleichwerbung…): ich war in Deutschland bis zum Zeitpunkt der Abmeldung aus Deutschland viele Jahrzehnte bei der TK versichert. Sie hat ein Joint Venture mit der Envivas, einer 100%igen Generali-Tochter, die exclusiv für TK-Versicherte Zusatzversicherungen anbietet ( u. a. Zahnzusatz- oder eben auch eine Auslands-KV). Mit meiner Auslands-KV war restlos alles abgedeckt (außer natürlich grob fahrlässig oder vorsätzlich verschuldete Fälle, einfache Fahrlässigkeit war abgedeckt, aber selbst dann wäre sie vorerst eingesprungen und hätte anschließend Regressforderungen gestellt), inklusive Rückflug nach Deutschland, falls nötig, sogar für meine Gattin. Übrigens OHNE in Vorleistung gehen zu müssen. So geht’s auch…

  7. Als ich noch in UK lebte war der Cousin einer meiner Mitarbeiterinnen in einen schweren Mopedunfall in Pattaya verwickelt. Auch der lag lange im Koma. Damals habe ich natürlich auch für dessen Behandlung und Rückführung gespendet. Das war nur ein paar Tage vor seinem Dienstantritt in der Britischen Botschaft. Somit hatte er noch keine Versicherung. Der arme Kerl lag noch volle 7 Jahren unter erbärmlichen Umständen in einem britischen Krankienhaus und später Pflegeheim bis er endlich sterben konnte. Ob man dem damit einen Gefallen getan hat glaube ich eher nicht. In solchen Momenten Entscheidungen zu treffen ist unheimlich schwer. Und völlig unmöglich zu hinterfragen was richtig oder falsch sein könnte.

Kommentare sind geschlossen.

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