DSI ermittelt gegen Politiker wegen Online-Glücksspiel

🚨 Milliarden-Baht im Umlauf, Dutzende Verdächtige und internationale Verbindungen: Thailands Sonderermittler rollen ein riesiges Online-Gambling-System auf. Ein Abgeordneter soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Kommt es bald zu weiteren Festnahmen?

DSI ermittelt gegen Politiker wegen Online-Glücksspiel
KhaoSod
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BANGKOK, THAILAND – Thailands Department of Special Investigation (DSI) und die Geldwäschebehörde AMLO gehen gegen ein großes Netzwerk aus zehn Online-Glücksspielseiten vor, über das laut Ermittlern Geld in Milliardenhöhe zirkulierte. Im Mittelpunkt steht der Songkhla-Abgeordnete Chonnapat Nakasu, für den die DSI ausdrücklich keinen Haftbefehl ausgestellt haben will.

Pressekonferenz in Bangkok – klare Ansage zu Haftbefehl

Bei einer Pressekonferenz im Ratchaburi Direkrit Building an der Chaeng Watthana Road traten hochrangige Vertreter von Justizministerium, DSI, Technologie-Ermittlungseinheiten und AMLO gemeinsam vor die Medien.

Justizminister Pol. Lt. Gen. Rutthapol Naowarat sagte, die DSI habe bislang keinen Arrest Warrant gegen Chonnapat Nakasu veranlasst, obwohl die Ermittler nach eigenen Angaben belastendes Material gesammelt hätten.

Operation Gameflow – Abgeordneter soll am 12. März erscheinen

Der Fall läuft bei der DSI als Schwerpunktaktion unter dem Namen Operation Gameflow und richtet sich gegen Online-Glücksspiel und mutmaßliche Geldwäsche.

Die DSI hat Chonnapat Nakasu demnach vorgeladen und erwartet ihn am 12. März zur Aussage, während die Behörden zugleich von Verbindungen des Netzwerks zu einem „bekannten Politiker“ sprechen.

Razzien in vier Provinzen – Vermögen erneut beschlagnahmt

Am 5. März durchsuchten DSI und AMLO nach Angaben der Behörden zehn Orte in vier Provinzen: Songkhla (fünf), Nonthaburi (zwei), Pathum Thani (einer) und Bangkok (zwei).

Dabei seien am Nachmittag zusätzlich 12 Millionen Baht an Vermögenswerten gesichert worden, gestützt auf einen richterlichen Beschluss des Criminal Court.

Erste Festnahme – Vorwurf nach Glücksspiel- und Geldwäschegesetz

Im Zuge der Durchsuchungen nahmen Ermittler eine Verdächtige namens Nareerat fest, deren Nachname von den Behörden nicht genannt wurde.

Ihr wird vorgeworfen, illegales Glücksspiel organisiert und Geldwäsche betrieben zu haben, unter anderem nach dem Gambling Act von 1935 sowie dem Anti-Money Laundering Act von 1999.

36 Namen, harte Urteile, weitere Flüchtige

Laut Rutthapol Naowarat hat die Untersuchung bislang 36 Personen als Teil des Glücksspiel- und Geldwäschekomplexes identifiziert.

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17 davon seien bereits zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, während zwölf Verdächtige weiterhin flüchtig seien und die DSI gemeinsam mit AMLO weiter ermittle.

Spur nach Kambodscha – Konten eingefroren, Luxusgüter gesichert

Im „Special case“ Nr. 150/2025 weiten die Ermittler den Fokus nun auf 25 weitere Verdächtige aus, überwiegend mutmaßliche Administratoren, die sich nach Einschätzung der DSI in Kambodscha verstecken.

Parallel wurden 18 Bankkonten eingefroren, und AMLO bezifferte beschlagnahmte Werte auf 158 Millionen Baht – darunter Bargeld, Luxusfahrzeuge und Immobilien – während Banken in den kommenden Wochen zusätzliche Details liefern sollen.

Deine Meinung

Die Ermittlungen zeigen, wie schnell Online-Glücksspiel in Südostasien zu einer professionell organisierten Schattenökonomie mit Geldwäsche-Strukturen wird.

Sollten thailändische Behörden bei solchen Fällen konsequenter Vermögen abschöpfen oder stärker auf Prävention und digitale Sperren setzen – und wie realistisch ist das angesichts politischer Verbindungen?

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Quelle: thethaiger.com

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