NONTHABURI, THAILAND – Bei der Aufnahmeprüfung der Triam Udom Suksa School sorgte ein knallhartes Verbot von Bargeld und Alltagsgegenständen für Aufregung, nachdem Schüler Geld und Wertsachen in Mülleimer warfen. 13.895 Bewerber kämpften um 1.520 Plätze, während online über Sinn, Sicherheit und soziale Folgen der Regeln gestritten wird.
Müll statt Münze – was am Prüfungsort passierte
Die Aufnahmeprüfung für das Schuljahr 2026 fand am 7. März im Impact Muang Thong Thani in der Provinz Nonthaburi statt, einem riesigen Veranstaltungsareal nördlich von Bangkok.
Fotos zeigten anschließend, wie Schüler Bargeld, Uhren, Schmuck sowie Schreibwaren und Kosmetik wegwarfen, weil diese Dinge nicht mit in den Prüfungsraum durften.
Ein Facebook-Post löst die Debatte aus
Der Facebook-Nutzer Chiratchai Pawiwaranon veröffentlichte die Bilder und appellierte öffentlich an die TV-Sendung Hone Krasae, den Fall aufzugreifen.
In seinem später gelöschten Beitrag schrieb er sinngemäß, die Jugendlichen dürften kein Geld bei sich haben, hätten keine Handys dabei und manche seien nun verängstigt, weil sie nicht wüssten, wie sie ohne Fahrgeld nach Hause kommen sollten.
Viral über Drama-addict und Hone Krasae
Nachdem bekannte Seiten wie Drama-addict und Hone Krasae den Inhalt weiterverbreiteten, explodierte die Diskussion in sozialen Netzwerken.
Ein Teil der Kommentare stellte die Frage, wie sicher ein Prüfungsort sei, wenn dort Haufen weggeworfener Gegenstände herumliegen und ob die Schüler ihre Sachen später überhaupt eindeutig wiederfinden könnten.
Gepäckaufbewahrung für 30 Baht – aber erreichbar?
Andere Nutzer hielten dagegen, die Regeln seien vorab kommuniziert worden und es habe eine offizielle Abgabestelle für Wertsachen gegeben.
Demnach gab es gegenüber der Prüfungshalle in Hall 5 eine Verwahrung, die 30 Baht pro Person kostete, doch einige vermuteten Probleme, weil Kandidaten zu spät ankamen und wegen Stau und Zeitdruck nicht mehr zur Abgabe gelangten.
Warum ausgerechnet Bargeld ein Reizthema ist
Kritiker der Bargeld-Regel argumentierten, dass Schüler für Bus, Bahn, Essen und Getränke oft Bargeld brauchen und digitale Zahlungen nicht überall akzeptiert werden.
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Befürworter hielten dagegen, wer an einer derart umkämpften Prüfung teilnehme, müsse die Vorgaben akzeptieren und sich samt Eltern im Vorfeld so organisieren, dass Wertsachen abgegeben oder gar nicht erst mitgebracht werden.
Elite-Schule unter Druck – strenge Regeln gegen Betrug
Die Triam Udom Suksa School gilt als renommierteste staatliche Oberschule des Landes und als Sprungbrett zu den „Big 4“-Universitäten Chulalongkorn, Mahidol, Thammasat und Kasetsart.
Weil die Prüfung als die härteste im Land gilt, hatte die Office of the Basic Education Commission laut Bericht zuvor eine besonders strikte Vorbereitung verlangt, um Betrug und Bestechung zu verhindern.
Lange Verbotsliste – von Smartwatch bis Amulett
Laut einer von der Schule veröffentlichten Mitteilung waren im Prüfungsraum unter anderem Kommunikationsgeräte wie Smartphones, Tablets, Smartwatches und Bluetooth-Kopfhörer verboten.
Auf der Liste standen außerdem Taschen, Lineale sowie weitere Zeichenhilfen, Brieftaschen und Bargeld, Korrekturflüssigkeit, Federmäppchen, Essen und Getränke, transparente Umschläge oder Zip-Beutel, Alkoholgel oder Spray, Schlüssel, Schmuck sowie Amulette oder andere sakrale Gegenstände.


Schulleitung – alles angekündigt, viele Abgabestellen
Der Direktor der Schule erklärte später, man habe von Anfang an kommuniziert, dass grundsätzlich nichts in den Prüfungsraum mitgenommen werden solle.
Zur Begründung verwies er auf die hohe Zahl von mehr als 13,8 Tausend Kandidaten, die Notwendigkeit klarer Regeln gegen Korruption sowie auf zahlreiche Aufbewahrungsstellen und laufende Öffentlichkeitsarbeit, die den meisten Schülern die Details bekannt gemacht habe.
Deine Meinung
Sollte bei Prüfungen an Elite-Schulen Bargeld grundsätzlich verboten bleiben, oder braucht es pragmatische Lösungen, damit niemand ohne Fahrgeld dasteht?
Welche Regeln wären aus Sicht der Community fair, sicher und organisatorisch machbar, und wo endet notwendige Anti-Betrugs-Härte und beginnt unnötige Schikane?



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