Ölkrise? Egal! Tempel nutzt Holzkohle für Einäscherung

⛽ Kein Diesel, kein Strom: Tempel greifen plötzlich auf alte Methoden zurück, um Einäscherungen möglich zu machen. Familien stehen vor schwierigen Situationen. Wird diese Lösung jetzt zur neuen Realität?

Ölkrise? Egal! Tempel nutzt Holzkohle für Einäscherung
Phra Kru Uthit Thammakun

UTHAI THANI, THAILAND – Ein buddhistischer Tempel im Bezirk Nong Chang reagiert auf die aktuelle Treibstoffknappheit und bietet wieder holz- und holzkohlebefeuerte Einäscherungen an, während Diesel- und Elektro-Krematorien vielerorts stillstehen. Wat Ma Prao Soong will so verhindern, dass Bestattungen verschoben werden und Familien in einer sensiblen Phase zusätzlich unter Druck geraten.

Rückkehr zum alten Ofen

Wat Ma Prao Soong, offiziell Wat Wang Boraphet, gehört zu den wenigen Tempeln der Gegend, die ihren traditionellen Kremationsofen nie aufgegeben haben.

Während andernorts in den vergangenen Jahren auf Diesel- oder Elektroöfen umgerüstet wurde, wird dieser Modernisierungsschub nun zum Problem, weil die Systeme unter der Knappheit leiden.

Wenn der Diesel fehlt, stockt das Abschiednehmen

Viele Familien warten derzeit länger auf einen Termin, weil Krematorien, die auf Diesel oder Strom angewiesen sind, zeitweise nicht arbeiten können.

Der Engpass trifft damit nicht nur die Infrastruktur, sondern vor allem Menschen, die die religiös und kulturell wichtigen letzten Riten in einem engen Zeitfenster organisieren müssen.

60 bis 100 Liter pro Einäscherung

Eine Einäscherung mit Diesel benötigt laut Angaben aus dem Tempelumfeld typischerweise 60 bis 100 Liter Treibstoff, um einen Körper vollständig zu Asche zu reduzieren.

Genau diese Menge ist in vielen Teilen des Landes aktuell schwer zu beschaffen, weshalb einige Tempel die benötigten Vorräte nicht mehr zuverlässig sicherstellen können.

Abt verspricht verlässliche Abläufe

Der Abt Phra Kru Uthit Thammakun (58), auch bekannt als Phra Ajarn Mayom, sagt, sein Holzkohleofen sei weiterhin voll einsatzfähig und sicher.

Er formulierte es bewusst pragmatisch: „Wenn es kein Öl gibt, bringt den Körper hierher.“

Drei bis vier Stunden mit Holzkohle

Einäscherungen mit Holzkohle dauern nach Angaben des Abts meist drei bis vier Stunden, abhängig unter anderem von der Statur der verstorbenen Person.

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Damit ist das Verfahren zwar etwas langsamer als moderne Diesel- oder Elektroanlagen, gilt in dem Tempel aber als verlässlich und routiniert durchgeführt.

Platz für Zeremonien und flexible Hilfe

Der Tempel bietet an, komplette Trauerfeiern auf dem eigenen Gelände auszurichten, weil die Anlage über großzügige Flächen verfügt.

Alternativ übernimmt Wat Ma Prao Soong auch nur die Einäscherung, wenn die religiöse Zeremonie bereits an einem anderen Ort stattfindet.

Spenden nach Glauben statt Preisschild

Der Abt betonte, dass in der aktuellen Lage Kosten keine Hürde sein sollen und man helfen wolle, den Druck auf die Gemeinden zu mindern.

Über Beiträge entscheide die Familie nach eigenem Ermessen, wie er es ausdrückte: „Wie euer Glaube euch führt.“

Kontakt und Organisation

Wer eine Einäscherung vereinbaren oder die Verfügbarkeit prüfen möchte, kann sich direkt an Phra Ajarn Mayom wenden.

Als Kontakt wurde die Telefonnummer 089-859-2681 genannt.

Deine Meinung

Ist die Rückkehr zu traditionellen, holzbefeuerten Kremationen in der Krise ein sinnvoller Rettungsanker oder ein Zeichen dafür, dass moderne Bestattungsinfrastruktur zu abhängig von Diesel und Strom geworden ist?

Welche Erfahrungen gibt es in anderen Provinzen mit Ausfällen von Krematorien, und wie sollte der Staat Tempel und Kommunen in solchen Engpässen unterstützen?

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Quelle: bangkokpost.com

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