BANGKOK, THAILAND – Trotz wiederholter Entwarnung der Regierung wächst in Thailand der Ärger über Sprit-Rationierungen und zeitweise fehlenden Treibstoff an Zapfsäulen. Behörden verweisen auf Reserven für 104 Tage, doch im Alltag stehen Fahrer teils vor Limits, Umwegen und geschlossenen Tankstellen.
Offizielle Entwarnung trifft auf Alltag an der Zapfsäule
Die Energiebehörden betonten, es gebe landesweit keinen generellen Mangel, sondern ausreichend Vorräte und gesicherte Nachlieferungen.
Gleichzeitig häufen sich Berichte aus mehreren Regionen, dass Tankstellen die Abgabemengen begrenzen oder zeitweise gar keinen Kraftstoff haben.
Schlangen und Regeln gegen Container-Betankung
In Samut Prakan stauten sich spätabends Traktoren, Lastwagen und Motorräder vor einer Tankstelle, nachdem Regeln das Betanken von Containern untersagten.
Dadurch mussten Maschinen und Fahrzeuge, die sonst indirekt versorgt würden, auf die Straße und an reguläre Zapfsäulen ausweichen, was den Andrang sichtbar erhöhte.
1.000 Baht pro Stopp, zehn Stationen am Tag
In Nakhon Ratchasima schilderte der Lkw-Fahrer Kriangkrai, er müsse wegen einer Obergrenze von 1.000 Baht pro Tankvorgang mehrere Stationen anfahren.
Er sagte wörtlich: „Ich muss an bis zu 10 Tankstellen am Tag nachtanken; das bringt Transportpläne durcheinander.“
Süden besonders betroffen: Lieferstopp und vorübergehende Schließungen
Im Süden waren die Unterbrechungen nach Angaben eines Managers, der vier Tankstellen in Songkhla betreut, besonders spürbar, weil Lieferungen zeitweise ausgesetzt wurden.
Das führte zu temporären Schließungen, auch wenn die Versorgung demnach in Kürze wieder anlaufen solle und die Unsicherheit bereits Geschäfte und Haushalte belastete.
Stimmen aus Bangkok: Forderung nach Klartext statt Durchhalteparolen
Der Autofahrer Chanarat Punyamani aus Bangkoks Bezirk Bang Khen forderte von der Regierung eine klare Aussage dazu, ob es tatsächlich eine Knappheit gebe und was im Hintergrund passiere.
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Er sagte: „So könnte die Öffentlichkeit die Lage verstehen und planen, statt ständig zu hören, es gebe keinen Mangel, die Reserven reichten und niemand hamstere.“
Milliarden Liter und ein Verbrauch, der wieder sinkt
Wutthitat Tantivess, Vize-Generaldirektor des Department of Energy Business, bezifferte die inländischen Reserven auf 5,06 Milliarden Liter, was rund 41 Tagen entspreche.
Zusammen mit 7,39 Milliarden Litern in Transit oder als bestätigte Importe ergebe das laut Behörde insgesamt etwa 104 Tage, zudem sei der zuletzt stark gestiegene Verbrauch inzwischen wieder näher am Normalniveau.
Anutin ordnet Inspektionen an – Polizei nimmt Öl-Mafias ins Visier
Premierminister Anutin Charnvirakul ordnete landesweite Inspektionen an, um Vorratshaltung zu verhindern, und kündigte an, Verstöße würden nach allen einschlägigen Gesetzen verfolgt.
Parallel ließ das Central Investigation Bureau eine landesweite Aktion gegen sogenannte „Öl-Mafias“ starten, prüft Qualität, Preise, Transportpapiere und mögliche Hortung, wobei ein Unternehmen mit 330.000 Litern Treibstoffbeständen wegen möglicher Regelverstöße unter Beobachtung steht.
Deine Meinung
Wenn Behörden Reserven für mehr als drei Monate nennen, aber gleichzeitig Limits und leere Zapfsäulen gemeldet werden, entsteht ein Kommunikationsproblem, das Vertrauen kostet.
Wie sollten Regierung und Behörden in so einer Lage informieren und eingreifen, ohne Panik zu schüren, aber auch ohne die Realität kleinzureden?



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