BANGKOK – Die Anti-Trafficking in Persons Division (ATPD) hat zwei Mönche in einem Tempel im Bangkoker Bezirk Sathon festgenommen. Den Verdächtigen werden schwere Sexualdelikte gegen Novizen sowie die Herstellung und der Besitz strafbarer Aufnahmen vorgeworfen. Beide legten nach Polizeiangaben ein Geständnis ab.
Hinweis einer Kinderschutzorganisation löst Razzia aus
Auslöser war eine Meldung der Pavena Foundation for Children and Women, wonach Novizen des Tempels Opfer von Übergriffen durch Mönche geworden sein sollen. Daraufhin ordnete ATPD-Chef Pol Maj Gen Wittaya Sriprasertpap eine Durchsuchung der Anlage und die Festnahme der Verdächtigen an.
Die Beschuldigten wurden als Phra Khru Sankharak Chondaen und Phramaha Sivabutr identifiziert, beide 24 Jahre alt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie ihre Stellung innerhalb der Tempelstruktur nutzten, um Kontrolle über die minderjährigen Novizen ausüben zu können.
Tatvorwürfe: Missbrauch und strafbare Aufnahmen
Den Verdächtigen werden laut Ermittlern unter anderem Vergewaltigung durch Nötigung, sexueller Missbrauch von Minderjährigen unter 15 Jahren, die Anfertigung obszöner Aufnahmen zum Zweck der Verbreitung sowie Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Zusätzlich steht Anstiftung zu Fehlverhalten im Raum.
Die Polizei erhob diese Vorwürfe auf Basis der Ermittlungsergebnisse und der Geständnisse der Festgenommenen. Ob weitere Personen als Mitwisser oder Helfer in den Fall verwickelt sind, wird geprüft.
Funde bei der Durchsuchung
Beamte stellten bei der Razzia rund 100 strafbare Videoclips, Glücksspiel-Utensilien sowie alkoholische Getränke sicher. Die sichergestellten Aufnahmen werden als Beweismittel im Verfahren gewertet.
Während der Durchsuchung meldeten sich vier weitere Novizen bei den Ermittlern und gaben an, ebenfalls betroffen zu sein. Damit wächst der Kreis der möglichen Opfer auf bis zu sieben Personen.
Verfahrensstand und strafrechtliche Konsequenzen
Beide Verdächtigen haben nach Behördenangaben ein Geständnis abgelegt und werden strafrechtlich verfolgt. Sie müssen sich vor Gericht für mehrere schwere Delikte verantworten. Die Untersuchungen dauern an.
Die Polizei machte bislang keine Angaben dazu, ob über die direkt Beschuldigten hinaus weitere Personen im Umfeld des Tempels überprüft werden.
Schutz Minderjähriger in religiösen Einrichtungen
Der Fall hat in Thailand eine Diskussion über Schutzmöglichkeiten für Minderjährige in religiösen Einrichtungen ausgelöst. Fachleute weisen darauf hin, dass Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb hierarchischer Strukturen besondere Schutzmaßnahmen erfordern.
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Die Pavena Foundation, deren Hinweis die Ermittlungen ausgelöst hatte, begleitet die betroffenen Novizen. Die Organisation ist in Thailand auf Fälle spezialisiert, in denen Kinder und Frauen Opfer von Straftaten werden.



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