HUA-HIN – Das Intercontinental Hotel in Hua Hin war am vergangenen Samstag wieder Schauplatz eines der elegantesten Gesellschaftsereignisse Thailands. Zum 15. Mal wurde das Polo-Turnier unter der Schirmherrschaft ihrer Hoheit Prinzessin Bajrakitiyabha Narendiradebyavati – kurz Prinzessin Pa – ausgetragen. Ab 12.30 Uhr füllte sich der Hotelstrand, die Hitze war brutal, die Stimmung prächtig.
Sehen und gesehen werden
Polo, das ist in Hua Hin längst mehr als Sport. Die Tribünen und Strandabschnitte füllten sich mit elegant gekleideten Damen in aufwendigen Hüten, begleitet von Herren in sportlich-lässigen Outfits. Wer dabei ist, weiss das – und möchte, dass es auch die anderen wissen. Das gehört dazu, das ist gewollt, und es funktioniert.
Immer wieder zog es die Gäste dorthin, wo Schatten, kühle Drinks und kleine Häppchen warteten. Dass dabei das eigentliche Turnier bisweilen zur Kulisse wurde, störte kaum jemanden. Das Motto des diesjährigen Anlasses – «Celestial Blue & Pearl Summer Elegance» – war überall spürbar, von den Outfits der Besucherinnen bis zur Dekoration rund um das Spielfeld.
Sport, Mode und Tempo
Nebst dem Turnier gab es ein Programm, das breiter gefächert war als in manchen Vorjahren. Eine Modeshow auf dem Rücken der Pferde sorgte für Staunen und Applaus. Ein Geschwindigkeitsrennen entlang dem Meer setzte einen anderen Akzent – schneller, lauter, roher. Sponsor B.Grimm hatte das Konzept klar formuliert: Sport, Mode und ganz einfach Spass sollen unter einem Dach vereint sein.
Auf dem Spielfeld trafen internationale Teams aus Belgien, England, Thailand und den USA aufeinander. Für den Laien bleibt Polo ein etwas rätselhaftes Spiel – wann genau ein Punkt erzielt wird, warum die Spieler plötzlich die Richtung wechseln, was der Schiedsrichter gerade entschieden hat. Der Speaker gab sein Bestes, erklärte Regeln und stellte Teams vor, doch das Tempo seiner Informationen liess bisweilen zu wünschen übrig. Gross ist die Kunst trotzdem, das spürt man sofort – bei Spielern und Pferden gleichermassen.
Mallet, Zigarre und grosse Kunst
Wer Polo noch nie gesehen hat, lernt schnell: Das Herzstück des Spiels sind die Pferde. Ohne ihre Schnelligkeit, ihre Wendigkeit, ihr Vertrauen zum Reiter geht gar nichts. Die Spieler versuchen, mit dem Mallet – und vor allem mit dem sogenannten «Cigar end», dem Endstück des Holzschlägers – den Ball ins Tor zu treiben. Das klingt einfacher als es ist.
Was bleibt, ist der Eindruck eines Sports, der seine Zuschauer nicht unbedingt als Kenner voraussetzt. Man darf staunen, raten, falsch liegen. Die Atmosphäre trägt einen durch den Nachmittag, der Meereswind tut sein Übriges. Polo in Hua Hin ist eine Einladung – zum Staunen, zum Schauen und, ja, zum Gesehen-werden.





Ein guter Zweck im Hintergrund
Der Glanz des Anlasses hat eine ernste Seite. Die Einnahmen des Turniers fliessen vollständig in das Kamlangjai Project, ein Herzensanliegen von Prinzessin Pa. Das Projekt konzentriert sich auf Rehabilitations-, Bildungs- und Berufsausbildungsmöglichkeiten für Gefängnisinsassen und soll ihnen helfen, nach der Entlassung wieder Fuss zu fassen in der Gesellschaft.
Ein solches Engagement verdient mehr als eine Fusszeile im Programm. Es ist der eigentliche Grund, warum das Turnier Jahr für Jahr stattfindet – und warum es mehr ist als eine elegante Sommerparty am Strand.



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