CHIANG MAI, THAILAND – Thailändische Behörden haben zwei Mitarbeiter der Bezirksverwaltung verhaftet, die beschuldigt werden, Zivilregistrierungsunterlagen für den chinesischen Verdächtigen Sun Mingchen gefälscht zu haben. Die Ergebnisse der Operation „Revealing the Dragon’s Shadow“ wurden am Freitag, 15. Mai, in Chiang Mai präsentiert und führen zu weiteren Ermittlungen, Annullierungen von Datensätzen und disziplinarischen Maßnahmen.
Razzia und Haftbefehle
Das Innenministerium stellte die Ermittlungen im Büro der Nationalen Antikorruptionskommission Region 5 in Chiang Mai vor; die Pressekonferenz leitete Jeseth Thaiseth. Ein integriertes Team aus fünf Behörden setzte die Maßnahmen um und erzwang Haftbefehle gegen die beiden Beschuldigten.
Das Strafgericht für Korruptions- und Fehlverhaltensfälle Region 5 genehmigte die Haftbefehle gegen einen stellvertretenden Bezirkschef von Hot (ehemals stellvertretender Bezirkschef von Chiang Dao) und einen Angestellten des Bezirks Chiang Dao. Beide Verdächtigen wurden daraufhin festgenommen.
Wer ist Sun Mingchen?
Sun Mingchen, ein 31-jähriger chinesischer Staatsbürger mit einer rosa Identitätskarte für Nicht-Thailänder, war nach einem Unfall im Bezirk Bang Lamung in Chon Buri ins Visier der Polizei geraten. Bei der anschließenden Suche am 9. Mai fanden Ermittler militärische Waffen, Sprengstoff und Munition im Fahrzeug und in einem Wohnhaus.
Wegen des Fundes ordnete Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul eine sofortige Überprüfung von Suns Zivilstandsregistern an, was die groß angelegte Untersuchung auslöste.
Gefälschte Eintragungen im Haushaltsregister
Die Ermittler stellten fest, dass die Übertragung von Sun in ein Haushaltsregister im Bezirk Chiang Dao am 12. Oktober 2022 offenbar falsch war; er habe niemals in dem angegebenen Haus gelebt. Die zugehörigen Dokumente sollen von dem damaligen stellvertretenden Bezirkschef von Chiang Dao vorbereitet worden sein.
Behörden sehen in der gefälschten Eintragung einen möglichen Versuch, Rechte thailändischer Staatsbürger oder von ethnischen Minderheiten zu missbrauchen, um Suns Aufenthalt und geschäftliche Aktivitäten in Thailand zu erleichtern.
Großes Ausmaß bei historischen Einträgen
Untersuchungen ergaben, dass während der Dienstzeit des ehemaligen Beamten im Jahr 2021 insgesamt 445 historische Registrierungsdatensätze für Personen ohne Zivilstandsstatus erstellt wurden, sogenannte „weiße Karten“ mit einer führenden Null. Eine erste Prüfung identifizierte 18 Fälle, bei denen mutmaßlich unrechtmäßige Eintragungen vorliegen.
Die Provinzverwaltung wies ihre Mitarbeiter an, Beschwerden bei der Antikorruptionsabteilung des Zentralen Ermittlungsbüros einzureichen und die beanstandeten Datensätze weiter prüfen zu lassen.
Leitung der Ermittlungen und Maßnahmen
Die DOPA N.I.C.E.-Taskforce unter Leitung von Witoon Sirinukul führte die Feldermittlungen und arbeitet mit der Königlich Thailändischen Polizei, der Nationalen Antikorruptionskommission, der Abteilung für Sonderermittlungen und weiteren Stellen zusammen. Das Team will die Untersuchungen weiter ausweiten.
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Das Department of Provincial Administration ordnete die Annullierung der mutmaßlich betrügerischen Datensätze an und leitete disziplinarische Schritte gegen beteiligte Beamte ein.
Politische Reaktionen und offene Schritte
Jeseth Thaiseth betonte, Premierminister Anutin messe nationalen Sicherheitsbedrohungen hohe Bedeutung bei und bezeichnete das mutmaßliche Netzwerk als „traitorous network“. Stellvertretender Premierminister und Außenminister Sihasak Phuangketkeow kündigte an, Thailand könne als Reaktion auf den Fall die visafreie Aufenthaltsdauer für chinesische Touristen überprüfen.
Die Behörden planen, die Ermittlungen zu vertiefen, um weitere Verbindungen aufzudecken und die Sicherheit im Personenstandsregister zu verbessern. Disziplinarische Maßnahmen gegen beteiligte Beamte sollen konsequent umgesetzt werden.



Ich bin immer wieder beeindruckt von der Effizienz und Logik dieser Bhumjaithai-Partei unter Premier Anutin. Die heißt übersetzt völlig zu Recht „Partei der stolzen Thais“. Wenn nun der Stellvertretende Premierminister und Außenminister Sihasak Phuangketkeow ankündigt, dass Thailand als Reaktion auf den Fall die visafreie Aufenthaltsdauer für chinesische Touristen überprüfen könnte, dann macht das wieder mal natürlich richtig Sinn. Vor allem weil dieser schlechte Mercedesfahrer mit einem gekauften Privilege-Visum schon jahrelang im Land war. 🤔