Schuldenfalle in Thailand: Schulen verweigern Schülern wichtige Zeugnisse

Schock an Thailands Schulen: Weil Eltern Gebühren nicht zahlen, verweigern Rektoren Schülern wichtige Zeugnisse. Der Bildungsweg der Kinder droht zu scheitern, doch nun fordert die Menschenrechtskommission ein Machtwort.

Schuldenfalle in Thailand: Schulen verweigern Schülern wichtige Zeugnisse
Nutthawat Wichieanbut / Bangkok Post

THAILAND – Die Nationale Menschenrechtskommission (NHRC) schlägt Alarm: Schülern mit unbezahlten Instandhaltungsgebühren werden in manchen Schulen akademische Dokumente vorenthalten, so dass sie sich nicht in höhere Klassen einschreiben können. Die NHRC fordert die Regierung zum Einschreiten auf, weil diese Praxis dem verfasslichen Recht auf kostenlose Bildung widerspreche und Schüler vom System ausschließen könne. Eine Umfrage zeigt, dass rund 22,2 % der Befragten im Schuljahr 2025 wegen Kosten ihr Studium nicht fortsetzen konnten.

Schulen verweigern Zeugnisse

Die NHRC berichtet, dass mehrere Schüler ihr Studium in diesem Semester nicht weiterführen konnten, weil ihnen die nötigen Dokumente fehlten. Ohne Zeugnisse oder Bescheinigungen sei eine Einschreibung in weiterführende Klassen oft unmöglich.

Die Kommission hat Beschwerden gesammelt und das Problem mit dem Thailand Consumers Council sowie dem Equitable Education Fund erörtert. Sie verlangt nun staatliches Eingreifen, damit betroffene Schüler nicht abgehängt werden.

Verfassungsrechtlicher Schutz der Bildung

Kommissar Wasan Paileeklee weist auf die Verfassung und das Nationale Bildungsgesetz hin, die jedem Kind 12 Jahre kostenlose, qualitativ hochwertige Bildung garantieren. Zudem erweiterte eine Anordnung von 2016 die kostenlose Grundbildung auf 15 Jahre, von der Vorschule bis zur oberen Sekundarstufe oder zum Berufszertifikat.

Die NHRC sieht die Praxis, Dokumente wegen unbezahlter Gebühren zurückzuhalten, als Widerspruch zu diesen Vorgaben. Sie betont, dass Bildung kein Privileg sein dürfe, das von Zahlungen abhängt.

Was Schulen verlangen dürfen – und was nicht

Regelungen von 2011 verbieten Schulen unter der Aufsicht der Office of the Basic Education Commission (Obec), Gebühren für 22 Kategorien grundlegender Bildungsausgaben zu erheben. Dazu zählen laut NHRC unter anderem Unterrichtsgebühren, Lehrbücher und Uniformen, weil die Regierung diese Kosten bereits subventioniert.

Gleichzeitig dürfen Schulen freiwillige Beiträge für Programme außerhalb des Standardlehrplans verlangen, etwa Sonderkurse oder Zusatzaktivitäten. In der Praxis erheben viele Schulen trotzdem Instandhaltungsgebühren und setzen bei Rückständen Dokumente als Druckmittel ein.

Ergebnisse aus der Umfrage

Der Equitable Education Fund befragte 8.470 Personen und fand heraus, dass 22,2 % im Schuljahr 2025 ihr Studium nicht fortsetzen konnten, weil sie sich die Gebühren nicht leisten konnten. Die Zahl verdeutlicht laut NHRC das Ausmaß des Problems.

Die Kommission sieht in den Umfragewerten einen klaren Hinweis darauf, dass finanzielle Hürden Schüler vom Bildungssystem entfernen und die Regierung handeln muss.

NHRC fordert sofortige Maßnahmen

Die NHRC fordert die Regierung auf, sicherzustellen, dass Schulen Dokumente auch bei unbezahlten Gebühren ausstellen, damit betroffene Schüler sich rechtzeitig einschreiben können. Kommissar Wasan fasste die Forderung pointiert zusammen: „Das Recht auf Bildung muss Vorrang vor Schulden haben.“

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Die Kommission erinnert zudem an die 2024 gestartete „Thailand Zero Dropout“-Politik und sieht die Praxis des Zurückhaltens von Dokumenten als direkte Verletzung dieses Ziels.

Brief an den Premierminister und nächste Schritte

NHRC-Vorsitzende Pornprapai Ganjanarintr schrieb am 7. Mai an Premierminister Anutin Charnvirakul und drängte das Kabinett, das Bildungsministerium anzuweisen, Schulen anzuweisen, Dokumente ungeachtet unbezahlter Gebühren auszustellen. Sie forderte außerdem vorübergehende Zertifizierungsmaßnahmen, damit Schüler rechtzeitig eingeschrieben werden können.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

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