THAILAND/CHINA – Die chinesische Botschaft in Bangkok hat nach Berichten, wonach fünf chinesische Staatsangehörige in der Provinz Sa Kaeo von im Dienst stehenden thailändischen Polizisten festgehalten und erpresst worden sein sollen, eine zweite offizielle Warnung in zehn Tagen ausgegeben und verlangt eine transparente Untersuchung sowie besseren Schutz für chinesische Reisende.
Botschaft fordert schnelle, transparente Aufklärung
Am 19. Mai veröffentlichte die chinesische Botschaft in Bangkok eine scharfe Erklärung und forderte eine rechtmäßige, faire und transparente Untersuchung des Falls in Sa Kaeo. Die Botschaft betonte, der Vorfall habe „große Bedeutung“ und drängte die thailändischen Behörden, die Fakten zügig zu klären und Verantwortliche strafrechtlich zu verfolgen.
Diplomaten teilten mit, sie hätten sofort Kontakt zu den thailändischen Behörden aufgenommen und erneuerten einen Hinweis an chinesische Staatsbürger in Thailand, wachsam zu bleiben und im Notfall die Polizei oder die Botschaft zu kontaktieren.
Razzia in Wang Sombun deckt geheimes Versteck auf
Am 18. Mai durchsuchten Einwanderungsbeamte ein Anwesen hinter der Verwaltungsorganisation des Unterbezirks Wang Mai im Bezirk Wang Sombun und fanden dort nach Angaben der Ermittler fünf chinesische Staatsangehörige. Die Operation folgte auf einen Hinweis, der dem Leiter des Einwanderungs-Ausbildungszentrums gegen 11 Uhr gemeldet worden war.
Bei der Razzia nahmen Ermittler vier im Dienst stehende Polizeibeamte sowie einen Zivilisten namens Herr Nattan fest und beschlagnahmten mehrere Handfeuerwaffen, Munition und zwei Pickup-Trucks.
Opfer berichten von Handschellen, Drohungen und hohen Lösegeldforderungen
Die fünf Chinesen gaben an, seit etwa 2 Uhr morgens am Tag der Durchsuchung festgehalten, gefesselt und bedroht worden zu sein, berichten die Ermittler. Sie zeigten gegenüber den Beamten Erleichterung, als die Einwanderungsbehörde eintraf, und wurden später mit Hilfe einer Dolmetscherin befragt.
Laut Polizei forderten die Beschuldigten zunächst je 1.000.000 US-Dollar pro Person, reduzierten die Forderung später auf 10.000 US-Dollar und erhielten von zwei Opfern bereits jeweils 2.000 US-Dollar; die eingegangenen Zahlungen summierten sich auf rund 120.000 Baht. Ermittler stellten Überweisungsbelege als Beweismittel sicher.
Fall steht im Zusammenhang mit dem Waffenhandelsverdacht um Mingchen Shan
Die neue Affäre läuft vor dem Hintergrund eines bereits laufenden Verfahrens gegen den 31-jährigen chinesischen Staatsbürger Mingchen Shan, auf den die Botschaft bereits am 10. Mai reagiert hatte. Den thailändischen Behörden zufolge stehen ihm Waffenverkäufe in Verbindung mit Elementen der Königlich Thailändischen Marine zur Last.
Mingchen wurde laut Berichten in Gewahrsam genommen, soll Verbindungen nach Kambodscha gehabt haben und wurde nach einem Selbstmordversuch in einem Krankenhaus in Pattaya behandelt. Die Ermittlungen gegen ihn haben die Kontrolle und Aufmerksamkeit gegenüber grenzüberschreitender Kriminalität verstärkt.
Hohe Polizeiführung ordnet Disziplinarmaßnahmen und volle Untersuchung an
Polizeigeneralmajor Thaworn Dulwit, Kommandeur der Provinzpolizei Sa Kaeo, ordnete entschlossene Disziplinarmaßnahmen gegen die beschuldigten Beamten an und kündigte eine vollständige Untersuchung unter Nutzung von Zeugenaussagen, Opferaussagen und forensischen Beweisen an. Er warnte, dass jeder, der schuldig befunden werde, straf- und disziplinarrechtlich belangt werde.
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Die Verdächtigen bestreiten die Vorwürfe, doch die Ermittler legten laut Angaben die Fallakte an und bereiteten eine Verlängerung der Haft und die Überstellung der Beschuldigten an das Provinzgericht Sa Kaeo vor.
Ermittlungen weiten sich aus – weiterer Beamter benannt
Die festgenommenen Polizisten wurden als Polizeioberwachtmeister Paphavin (43) von der Autobahnpolizei Rayong, Wuttikorn (39) und Somchai (45) von der Polizeistation Khlong Hat sowie Pichet (41) von der Polizeistation Ban Plaeng identifiziert; zudem wurde Zivilist Herr Nattan festgenommen. Den Ermittlern zufolge nannten die Verdächtigen Polizeioberleutnant Prayoon als weiteren Beteiligten, dessen Nachname zurückgehalten wurde und der bei der Razzia nicht anwesend gewesen sei.
Die Behörden weiteten die Prüfung seiner mutmaßlichen Beteiligung aus, sichern weiter Beweise und bereiten die strafrechtliche Verfolgung vor; außerdem erneuerte die chinesische Botschaft ihre Warnungen, während die Verdächtigen dem Sa Kaeo Provincial Court überstellt werden sollen.



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