UDON THANI – In einer Nudelsuppe aus einem kleinen Geschäft in der Gemeinde Phonsawan hat das thailändische Medizinische Wissenschaftsamt eine gefährliche Chemikalie nachgewiesen. Es handelt sich um nahezu reines Nitrit – ein Stoff, der schon in winzigen Mengen schwere Vergiftungen auslösen kann. Nachdem mehrere Dorfbewohner nach dem Essen erkrankt waren, liegt nun das Laborergebnis vor.
Fast hundert Prozent reines Gift im weißen Pulver
Vier Proben hatte das Krankenhaus Udon Thani an das Medizinische Wissenschaftszentrum Nr. 8 geschickt: zwei Proben Erbrochenes der Patienten, eine Probe der verzehrten Schweine-Hühner-Nudelsuppe und ein unbekanntes weißes Pulver. Die Analyse des Amtes brachte jetzt Gewissheit.
Das Pulver besteht zu 99,2 Prozent aus Nitrit. Auch in beiden Erbrochenen-Proben und in der Nudelsuppe selbst fanden die Laborexperten Nitrit und Nitrat. Der Nitritgehalt der Suppe lag bei 2.933 Milligramm pro Liter.
Bereits ein Teelöffel sprengt den Tagesgrenzwert
Um die Gefahr greifbar zu machen, rechnete die Behörde vor: Schon etwa ein Teelöffel der Suppe überschreitet die international empfohlene akzeptable Tagesdosis von 4,0 Milligramm pro Person. Wer täglich so wenig isst, riskiert Gesundheitsschäden.
Die Lage wird rasch lebensbedrohlich, wenn jemand mehr als einen Liter der Suppe verzehrt – das entspricht rund drei normalen Schalen. Dann kann die Nitrit-Menge die Sauerstoffversorgung des Körpers kollabieren lassen.
Blaue Lippen und Atemnot – so vergiftet Nitrit den Körper
Dr. Sarawut Boonsuk, Chef des Medizinischen Wissenschaftsamtes, warnte eindringlich: Nitrit sei kein Speisesalz und dürfe unter keinen Umständen als Ersatz dafür verwendet werden. Es stört den Sauerstofftransport im Blut und führt zu einer bläulichen Verfärbung der Haut, Atemnot und Schwindel.
In schweren Fällen kommen Herzrhythmusstörungen und akute Lebensgefahr hinzu. Für Fleischprodukte gilt ein strenger Grenzwert von höchstens 80 Milligramm pro Kilogramm – so regelt es eine Bekanntmachung des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2025.
Pökelsalz in der Wurst, aber nicht in der Suppe
Nitrit, oft als Pökelsalz oder „Prague-Pulver“ bezeichnet, ist in der Fleischverarbeitung üblich: Es hält Wurst, fermentiertes Schweinefleisch oder vietnamesische Fleischpastete rosa und hemmt Bakterienwachstum. In einem Nudelsuppen-Lokal hat die Chemikalie dagegen nichts zu suchen.
Wie das fast reine Nitrit in das Geschäft kam und warum es in die Suppe gelangte, ist noch ungeklärt. Die Behörde untersucht weiter, ob noch andere Schadstoffe eine Rolle spielten.
Chaos im Betrieb: „Keine unbekannten Pulver in der Küche“
Unternehmer mahnte der Generaldirektor, Chemikalien sicher zu lagern und niemals in der Nähe von Lebensmitteln aufzubewahren. Verbrauchern riet er dringend davon ab, unbekannte weiße Substanzen zu verwenden – selbst wenn sie wie harmlose Küchengewürze aussehen.
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Sobald die weiteren Analysen abgeschlossen sind, will das Amt alle Ergebnisse offenlegen und so das Vertrauen in die örtliche Lebensmittelkontrolle stärken. Bis dahin gilt: Wer nach dem Verzehr ungewöhnliche Symptome verspürt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen.



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