KOH SAMUI – Thailands Trauminseln kämpfen gegen unsichtbare Kraken: Tourismus-Bosse von Koh Samui und Koh Phangan schlagen Alarm und fordern ein knallhartes Durchgreifen des Staates gegen sogenannte Mafia-Netzwerke. Erpressung, Wucherpreise und illegale Landdeals bedrohen den Ruf der Urlaubsparadiese.
Tourismus-Bosse stellen sich hinter Razzien
Die Stimmung in den Chefetagen der Tourismusindustrie ist eindeutig: Man will die Schattenmänner loswerden. Vertreter der Branche auf Koh Samui und Koh Phangan unterstützen ausdrücklich das harte Vorgehen staatlicher Behörden gegen die kriminellen Strukturen.
Die Warnung ist deutlich: Wenn nicht bald aufgeräumt wird, nehmen die internationalen Gäste reihenweise Reißaus.
Was die Branche unter „Mafia“ versteht
Für Ratchaporn Poolsawat, Vizepräsident des Tourism Council of Thailand, geht es nicht nur um die klassische organisierte Kriminalität. Er definiert „Mafia“ im Insel-Kontext breiter: als jedes Geschäftsgebaren, das bewusst außerhalb der Legalität läuft.
Gemeint sind Firmen, die Urlauber gnadenlos abzocken, öffentliche Strände und Plätze für den eigenen Profit blockieren oder mit illegalen Strohmännern ausländisches Eigentum verschleiern.
Null-Toleranz und der Griff ans Steuer
Die Privatwirtschaft verlangt von der Regierung in Bangkok eine schonungslose Null-Toleranz-Politik. Das Gesetz müsse für alle Betreiber gleich und ohne Ansehen der Person durchgesetzt werden.
Ratchaporn brachte zudem einen cleveren Schachzug ins Spiel: Man solle die bisher informell arbeitenden Unternehmen ins offizielle Steuersystem holen.
„Der Staat wird zum Regulierer“
„Wenn die Besteuerung diese Unternehmen erreicht, wird der Staat transparent zum Regulierer und Steuereintreiber“, erklärte Ratchaporn. Das sei der Schlüssel, um die undurchsichtigen Geldströme auszutrocknen.
Denn genau diese Schlupflöcher erlaubten es Einzelnen oder Mafia-Gruppen bisher, illegal Zahlungen einzutreiben oder dauerhaft Schmiergelder zu kassieren, so der Tourismus-Vertreter.
Inspektionen laufen bereits auf Hochtouren
Die Worte sind nicht nur heiße Luft. Staatliche Stellen haben zeitgleich mit Inspektionen auf Koh Samui und Koh Phangan begonnen. Im Visier stehen vor allem illegale Nominee-Strukturen, mit denen ausländische Investoren Immobilien und Firmen besitzen, ohne dass es das thailändische Gesetz erlaubt.
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Parallel dazu nehmen die Ordnungskräfte den öffentlichen Nahverkehr auf den Inseln ins Visier. Ziel ist es, die berüchtigten Transport-Monopole zu knacken und ständige Ärgernisse für Touristen zu unterbinden.
Schärfere Kontrollen für ausländische Geschäftsleute
Doch damit nicht genug: Die Branche will auch bei der Einreise den Riegel vorschieben. Sie fordert von den Einwanderungsbehörden deutlich strengere Hintergrundüberprüfungen.
Wer als Ausländer geschäftlich in Thailand aktiv werden will, soll vorher gründlich durchleuchtet werden. Leute, die sich nicht als echte Touristen oder seriöse Investoren qualifizieren, sollen demnach gar nicht erst ins Land kommen.
Die große Sorge um das Image der Trauminseln
Was den Bossen schlaflose Nächte bereitet, ist das ramponierte Image. Zwischenfälle, bei denen Urlauber mit lokalen kriminellen Banden aneinandergeraten, machen in den sozialen Medien schnell die Runde und lassen die Inseln als unsicher dastehen.
Ratchaporn drängt darauf, dass nun alle Sektoren an einem Strang ziehen müssen, um den positiven Ruf wiederherzustellen. Es gehe um nichts Geringeres als die Zukunft des Tourismus.
Ohne Mafia das ganze Jahr Hochsaison
„Wenn die Regierung die Mafia beseitigen und das Sicherheitsimage rechtzeitig wiederherstellen kann, wird dies enorme Investitionen anziehen“, zeigte er sich überzeugt. Der Effekt wäre ein radikaler Wandel für die gesamte Branche.
Das große Ziel: thailändischer Tourismus, der das ganze Jahr über wächst – ohne Hoch- oder Nebensaison – und mit voller Kraft ins dritte und vierte Quartal marschiert.



Null Toleranz und der Griff ans Steuer. KI?