BANGKOK – Thailands Zoll geht mit aller Härte gegen kriminelle Cannabis-Exporteure und dreiste Ursprungslügner vor. Ab sofort drohen saftige Geldstrafen und der Verlust von Handelsprivilegien.
Chef macht Ernst mit neuen Strafen
Zolldirektor Phanthong Loykulnunt bestätigte am 18. Juni 2026 den sofortigen Vollzug der Regierungsanweisung von Premier Anutin Charnvirakul und Finanz-Minister Dr. Ekniti Nitithanprapas. Der Fokus liegt klar auf der Unterbindung illegaler Importe und Exporte.
Besonders im Visier: Der blühende Cannabisschmuggel und Exporteure, die bei der Herkunft ihrer Waren schummeln. Die neuen Strafen traten bereits einen Tag zuvor, am 17. Juni, in Kraft.
445 Millionen Baht in wenigen Monaten beschlagnahmt
Die Zahlen sind explosiv. Allein im laufenden Geschäftsjahr 2026, von Oktober 2025 bis Mai 2026, schlugen die Zöllner in 2.983 Fällen zu. Sie kassierten 35.011 Kilogramm Cannabis im Gesamtwert von über 445 Millionen Baht ein.
Die Behörde spricht von einer ungebremst steigenden Fallzahl. Der Schmuggel blüht, weil Cannabis in vielen Ländern weiterhin als harte Droge gilt und Höchstpreise erzielt.
Beschlagnahmung allein schreckte niemanden ab
Bisher war das Spiel für die Täter simpel und das Risiko kalkulierbar. Erwischte die Behörde illegale Exporte, wurde die Ware meist nur einkassiert. Viele Schmuggler nahmen das einfach in Kauf.
Der Grund ist simpel: Die horrenden Preise im Ausland machten den gelegentlichen Verlust einer Lieferung schnell wett. Genau dieses Nullrisiko schiebt der Zoll nun einen Riegel vor.
30.000 Baht Bußgeld – und zwar pro Kilo
Die neue Rechnung ist empfindlich. Zusätzlich zum endgültigen Verlust der Ware wird jetzt ein Bußgeld von 30.000 Baht pro beschlagnahmtem Kilogramm Cannabis fällig. Das Geld kassiert der Staat.
Dieser doppelte finanziellen Schlag – kein Ertrag und hohe Strafe – soll die Schmuggler endgültig von der Thailändischen Transitroute vertreiben.
Image-Schaden für ganz Thailand
Der Behörde geht es nicht nur um das Geschäft der Kriminellen. Jeder illegale Cannabis-Export trifft Thailands Ansehen mit voller Wucht. Viele Zielländer bestrafen solche Einfuhren gnadenlos und stempeln Thailand als Drogenquelle ab.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Die strengeren Sanktionen sollen verhindern, dass das Land als Drehkreuz für Cannabis auf dem Weg zu Überseemärkten missbraucht wird.
500.000 Baht für falsche "Made in Thailand"-Label
Noch teurer wird es für Exporteure, die beim Ursprung ihrer Waren lügen. Wer fälschlich behauptet, Produkte seien „Made in Thailand“, obwohl das nicht stimmt, muss 500.000 Baht blechen.
Die Strafe ist nur der Anfang. Zusätzlich werden alle Handelsprivilegien kassiert und der Exporteur kann seine Geschäftsvorteile komplett vergessen.
Angst vor Vergeltungszöllen
Die Herkunfts-Lüge ist für die Behörden ein brandgefährliches Spiel mit dem Feuer. Sie untergräbt Thailands Glaubwürdigkeit auf dem internationalen Markt massiv. Im schlimmsten Fall drohen handelspolitische Vergeltungsmaßnahmen.
In Zeiten globaler Handelsspannungen, hoher Zölle und neuer Handelsbarrieren prüfen Länder die Herkunft von Waren immer genauer. Eine Falschdeklaration kann sofort zu verschärften Kontrollen aller thailändischen Exporte führen.
Zoll will sauberen Handel schützen
Direktor Phanthong betonte laut SiamRath, die harten Strafen seien kein Selbstzweck. Sie zeigen das eiserne Engagement, Gesetze durchzusetzen und internationale Handelsstandards zu wahren. Das Ziel: Legitime Unternehmen schützen, saubere Exporte fördern und das Vertrauen in Thailands Handelssystem und seinen Ruf zurückgewinnen und stärken.
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: