CHIANG MAI – Ein US-amerikanischer DJ geriet ins Visier der Behörden, weil er in einer Bar auflegte, ohne die nötigen Papiere zu haben. Jetzt meldet sich der 30-Jährige selbst zu Wort und wehrt sich gegen den Vorwurf, Thailändern die Jobs wegzunehmen.
Razzia in der Bar
Für Erick endete der Abend des Samstags, 20. Juni, nicht mit Applaus, sondern in Handschellen. Beamte der Touristenpolizei von Chiang Mai stürmten ein Lokal an der Charoen Rat Road im Unterbezirk Chang Moi.
Dort entdeckten sie den 30-jährigen US-Staatsbürger, wie er als DJ arbeitete. Die Polizisten nahmen Erick noch vor Ort fest und brachten ihn auf eine Polizeistation.
Ohne Erlaubnis am Mischpult
Der Vorwurf der Ermittler wiegt schwer: Erick soll ohne gültige Arbeitserlaubnis aufgelegt haben. Die Anklage erfolgte gemäß Abschnitt 8 des Gesetzes über die Verwaltung der Arbeit von Ausländern.
Ihm drohen nun Geldstrafen zwischen 5.000 und 50.000 Baht. Hinzu kommen können die Abschiebung und ein zweijähriges Verbot, erneut eine Arbeitserlaubnis in Thailand zu beantragen.
Öffentlicher Gegenwind und Eriks Statement
Der Fall schlug in den Medien hohe Wellen. Einige Schlagzeilen legten nahe, der Amerikaner habe thailändischen Staatsbürgern Beschäftigungsmöglichkeiten vor der Nase weggeschnappt.
Erick reagierte prompt mit einer öffentlichen Erklärung im Internet. Er räumte ein, ohne Arbeitserlaubnis als DJ in Chiang Mai gearbeitet zu haben, betonte aber, er und sein Team bemühten sich nun um die rechtliche Genehmigung.
Respekt für die lokale Szene
Den Vorwurf, Thailändern Jobs wegzunehmen, wies der 30-Jährige entschieden zurück. Er erklärte, er lebe aus Leidenschaft für die Musik und aufgrund seiner Verbindung zur lokalen Gemeinschaft in Chiang Mai.
Erick unterstrich seinen Respekt für die thailändische Bevölkerung, die Kultur, die lokale Musikindustrie sowie für thailändische DJs und Künstler.
Dauerbrenner illegale DJ-Arbeit
Nach thailändischem Recht ist der Beruf des DJs nicht exklusiv Thailändern vorbehalten. Dennoch müssen Ausländer zwingend eine Arbeitsgenehmigung vorlegen, wenn sie im Königreich an den Turntables stehen.
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Ericks Fall ist kein Einzelfall. Im November letzten Jahres wurde in Chiang Mai ein südkoreanischer DJ verhaftet, im März erwischte es auf Koh Pha Ngan einen Russen, der illegal als DJ arbeitete.
Der rechtliche Rattenschwanz
Für Erick ist das Verfahren nun in vollem Gange. Zu den möglichen Konsequenzen zählen nicht nur die empfindliche Geldstrafe, sondern auch die sofortige Abschiebung.
Sollte es dazu kommen, darf der Amerikaner für zwei Jahre keinen Antrag auf eine neue Arbeitserlaubnis in Thailand stellen. Seine Karriere im Land hängt damit am seidenen Faden.



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