Thai-Paar und Deutscher wegen sexueller Ausbeutung in Bangkok verhaftet

Skrupellose Ausbeutung in Bangkok: Ein thailändisches Paar und ein Deutscher sollen junge Frau sexuell missbraucht und zu lukrativen Videoaufnahmen gezwungen haben. Was steckt dahinter?

Thai-Paar und Deutscher wegen sexueller Ausbeutung in Bangkok verhaftet
KhaoSod

BANGKOK – Ein deutscher Mann und ein thailändisches Ehepaar sitzen in Bangkok in Haft. Der Vorwurf: sexuelle Ausbeutung einer 17-Jährigen. Das Mädchen wurde gemeinsam mit seinen drei kleinen Geschwistern aus der Hölle befreit, nachdem sie einen bekannten Social-Media-Influencer um Hilfe angefleht hatte.

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Hilferuf erreicht Netz-Influencer

Der Albtraum kam ans Licht, weil sich die Jugendliche in ihrer Verzweiflung an Kantouch „Gun“ Pongpaiboonwet wandte. Der Social-Media-Influencer koordinierte die Aktion mit Polizei und Kinderschutzbehörden – noch in der Nacht des 23. Juni schlugen die Beamten zu. Am 24. Juni machte Gun den Fall öffentlich.

Gun koordinierte umgehend ein Treffen, um die Angaben des Mädchens zu sichern. Dabei erfuhr er, dass das Opfer für den nächsten Tag mit einem deutschen Kunden verabredet war – genau dieser Hinweis lieferte der Polizei die Grundlage für den nächtlichen Zugriff.

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Mutter zwang Tochter zu Diebstahl und Prostitution

Gegenüber den Helfern schilderte die 17-Jährige systematische Qualen. Ihre eigene Mutter, die 28-jährige Thanamart, soll sie gezwungen haben, Drogen für den Stiefvater Withawat zu besorgen.

Zudem soll die Mutter von ihr verlangt haben, kriminell 800 Baht zu beschaffen. Wenn die Kleine kein Geld durch Diebstahl auftrieb, musste sie sich prostituieren.

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Explizite Videos für ausländische Kunden

Der Missbrauch fand auch digital statt. Das Opfer berichtete, es sei zur Produktion von Sex-Videos gezwungen worden, die direkt an Ausländer gingen.

Sie legte Online-Nachrichten als Beweise vor, in denen ihre Mutter genaue Anweisungen zu den Inhalten der Aufnahmen gab.

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Ausländer misshandelten das Mädchen

Die Treffen mit den Kunden waren brutal. Mehrere ausländische Männer schlugen auf sie ein und misshandelten sie körperlich, so die 17-Jährige.

Verletzt und alleingelassen kehrte sie immer wieder in das Haus der Peiniger zurück, um Schutz für ihre kleinen Geschwister zu suchen.

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Seit drei Jahren gefangen in der Qual

Der sexuelle Missbrauch begann, als das Opfer erst 14 Jahre alt war. Sie harrte drei Jahre in dem Haushalt aus, einzig und allein, um ihre jüngeren Geschwister nicht im Stich zu lassen.

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Die drei Kinder sind erst neun, sechs und drei Jahre alt und waren ebenfalls der giftigen Atmosphäre aus Drogen und Gewalt ausgeliefert.

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Vorheriges Opfer floh bereits aus dem Haus

Die 17-Jährige ist kein Einzelfall in dieser Familie. Eine andere weibliche Verwandte hatte laut ihren Angaben zuvor unter einem ganz ähnlichen Martyrium gelitten.

Als jene Verwandte die Flucht aus dem Haus gelang, richtete sich die rohe Gewalt der Eltern fortan gegen die heute 17-Jährige.

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Der Deutsche: Kunde, kein Drahtzieher

Der Deutsche gilt in diesem Fall als zahlender Kunde, nicht als Organisator des Missbrauchs. Die Ermittler werfen ihm vor, die Dienste des minderjährigen Opfers in Anspruch genommen und damit dessen Ausbeutung unterstützt zu haben.

Sein Vorwurf lautet Beihilfe zur Prostitution – unabhängig davon, ob das Opfer eingewilligt hatte. Ob er wusste, dass das Mädchen minderjährig und unter Zwang stand, geht aus dem bisherigen Ermittlungsstand nicht hervor.

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Zugriff auf Eltern und Deutschen

Die Mutter Thanamart und ihr 36-jähriger Ehemann Withawat wurden an ihrem Wohnsitz in Bangkok festgenommen. Der mit dem Fall in Verbindung stehende Deutsche ging den Beamten in einem Hotel der Hauptstadt ins Netz.

Alle Kinder aus dem Haushalt wurden unmittelbar nach der Befreiung in die Obhut des Children and Youth Welfare Centre übergeben.

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Quelle: Thaiger