SAMUT PRAKAN, Thailand – Ein 37-jähriger Hausmeister aus Myanmar lieferte der Polizei eine Erklärung, die selbst erfahrene Beamte staunen ließ: Nicht er habe seine eigene Blechhütte angezündet, sondern der rachsüchtige Geist seines toten Bruders. Die Ermittler nahmen ihn trotzdem fest.
Flammenmeer auf abgeschottetem Grundstück
Kurz nach Mitternacht gingen bei der Polizeistation Phra Samut Chedi die Notrufe ein. Drei Löschfahrzeuge rasten zu dem über 20 Rai großen Privatgrundstück im Bezirk Phra Samut Chedi, doch vor Ort standen die Retter vor einem verschlossenen Tor.
Erst als der Eigentümer ausfindig gemacht und das Schloss geöffnet wurde, kamen die Feuerwehrleute dem Brandherd näher. In nur zehn Minuten erstickten sie die Flammen – doch für die wellblechverkleidete Behausung kam jede Hilfe zu spät.
Als die Bleibe in Schutt und Asche fiel
Das Feuer fraß sich durch die provisorische Unterkunft, die um einen Containerrahmen von zwei Metern Breite und vier Metern Länge gebaut war. Alle vier Seiten waren mit flachen Wellblechplatten verkleidet, die Tür am Ende fest verriegelt.
Kein einziger persönlicher Gegenstand des Bewohners blieb von den Flammen verschont. Kleidung, Habseligkeiten, Möbel – alles, was Yi Win Miu in seinen sieben bis acht Monaten als alleiniger Hausmeister hier angesammelt hatte, fiel dem Inferno zum Opfer.
Der Angeklagte und sein unsichtbarer Brandstifter
Polizisten nahmen Yi Win Miu noch am Brandort fest. Bei der Befragung sprach der 37-Jährige nach Behördenangaben zunächst zusammenhanglos auf Thailändisch, doch ein Drogentest fiel negativ aus.
Auf die Frage nach dem Feuer lieferte er eine düstere Schilderung: An diesem Datum ließen sich Geister aus der Unterwelt blicken, um ihre Familien zu besuchen. Yi Win Miu will Wäsche und Opfergaben zum Verbrennen bereitgelegt haben – doch dann sei ihm der Geist seines verstorbenen älteren Bruders zuvorgekommen, habe den Haufen eigenhändig entzündet und sei verschwunden, als die Flammen um sich griffen.
Keine Brandstiftung – noch nicht
Wegen seiner Einreise ohne gültige Papiere klickten sofort die Handschellen. Die Beamten klagten Yi Win Miu nach den Einwanderungsgesetzen an und überstellten den Fall an die zuständigen Ermittler.
Ob eine separate Anklage wegen Brandstiftung folgt, hängt von einer formellen Beschwerde des Grundstückseigentümers ab. Bis die vorliegt, gilt der Myanmarer offiziell nicht als Feuerteufel – sondern nur als illegal Eingereister mit einer skurrilen Geistergeschichte.
Als der Hammer zur Waffe wurde
Nicht nur in Samut Prakan spielte ein angeblicher Geist die Hauptrolle in einem Kriminalfall. Im selben Monat nahm die Polizei in Khon Kaen einen 59-jährigen Mann fest, der nach stundenlangem Alkoholkonsum einen Freund mit einem Hammer attackiert haben soll.
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Rund zwanzig Schläge trafen das Opfer, das später im Krankenhaus starb. Der Grund für die brutale Abrechnung: Der Beschuldigte gab an, sein Freund sei ein „Phi Pop“ – ein kannibalistischer Geist aus thailändischen Volkserzählungen. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge.
Polizei bleibt nüchtern – Verfahren laufen
Vom Lagerfeuer für verstorbene Seelen bis zum Exorzismus mit dem Vorschlaghammer: Beide Angeklagten müssen sich nun vor irdischen Richtern verantworten. Die Ermittler in Samut Prakan warten auf das grüne Licht des Grundstücksbesitzers, während der Fall in Khon Kaen seinen juristischen Gang geht.
Für Yi Win Miu ist die Bleibe jedenfalls zerstört. Wer künftig auf dem verwüsteten Grundstück nach dem Rechten sieht, bleibt offen.



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