THAILAND – Eine gewaltige Korallenbleiche baut sich über dem Pazifik auf und nimmt Kurs auf Südostasien. Der Meeresbiologe Dr. Thon Thamrongnawasawat warnt, dass die thailändischen Meere im kommenden Jahr eine extreme Hitzewelle treffen wird. Die Zeit zur Vorbereitung läuft.
Violette Gefahr mitten im Ozean
Aktuelle Satellitenkarten der US-Klimabehörde NOAA zeigen beängstigende Farben im zentralen Pazifik. In einer fünfstufigen Warnskala sind bereits die höchsten Level – tiefes Violett – zu sehen.
Für Assistenzprofessor Dr. Thon ist das ein klares Signal, das man seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Farbe markiert extreme Hitzestresszonen, die Korallen in großem Stil ausbleichen lassen.
Super-El-Niño heizt die Meere auf
Die Entwicklung hängt direkt mit dem erst vor wenigen Wochen begonnenen El-Niño-Phänomen zusammen. Experten rechnen damit, dass sich das Wetterereignis zwischen November und Januar zu einem Super-El-Niño auswachsen wird.
Die Meerestemperaturen werden dann weiter rasant ansteigen. Dr. Thon spricht von einem langsamen Angriff, der sich jetzt noch auf dem Ozean formiert, aber bereits klare Ziele hat.
Sechs Monate bis zur Katastrophe
Die Computermodelle zeigen, dass sich die roten und violetten Zonen in Richtung Südostasien verschieben werden. Noch gibt es nur vereinzelte Meldungen über ausgebleichte Korallen.
Das eigentliche Ereignis steht Thailand erst in etwa einem halben Jahr bevor. Die kritische Phase für die heimischen Meere wird von Februar bis Juni im nächsten Jahr erwartet.
Fische und Fischer in Gefahr
Steigende Wassertemperaturen zerstören nicht nur die farbenprächtigen Riffe, sondern auch wichtige Lebensräume für Küstenfische. Die Aquakultur steht damit vor gewaltigen Problemen.
Für Fischer und Küstenbewohner geht es um ihre Lebensgrundlage. Das gesamte marine Ökosystem könnte einen schweren Schlag erleiden, der den Artenreichtum langfristig reduziert.
Vorbereitungen auf das Schlimmste
Die Fakultät für Fischerei der Kasetsart-Universität arbeitet bereits an umfassenden Notfallplänen. Forscherteams sammeln in ihren Untersuchungsgebieten an Riffen und Seegraswiesen jede mögliche Idee.
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Ziel ist es, wertvollen Korallen und Seegrasbeständen in der Extremhitze zu helfen. Auch wenn immer nur kleine Flächen geschützt werden können, soll so viel wie möglich getan werden.
Tauchverbote könnten den Tourismus bremsen
Die möglichen Folgen reichen bis in den Tourismus hinein. Dr. Thon zufolge müssen einige Korallenriffe möglicherweise zur Erholung für Besucher gesperrt werden. Die Managementpläne A bis Z sollten rechtzeitig stehen. Auf die Frage, wie lange solche Schließungen dauern könnten, gibt es noch keine Antwort, aber die Signale auf den NOAA-Karten sind eindeutig.
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