🔴 UPDATE 09.07.2026: Die Lage hat sich zugespitzt. Das Katastrophenschutzamt DDPM fordert gemeinsam mit der Stadtverwaltung Bangkok und der MRTA Anwohner und Gewerbetreibende nahe der neu entdeckten Risse nun auf, sich in Sicherheit zu bringen und ihr Eigentum aus dem Gefahrenbereich zu schaffen. Betroffen ist vor allem der Bereich der Thanon Prachadhipok. Erste Läden und Betriebe im nahen Umkreis haben bereits begonnen, ihre Waren und Wertsachen wegzuräumen. Eine förmliche Evakuierungsanordnung hängt weiterhin vom abschließenden Gutachten der Ingenieure ab – die eindringliche Aufforderung, den Aufenthalt in den gefährdeten Gebäuden zu meiden, gilt aber ab sofort.
BANGKOK – Am 9. Juli 2026 sperrten die Behörden die Thanon Prachadhipok in Bangkok in beide Richtungen. Auslöser war ein Wassereinbruch im Baustollen der Purple Line Süd nahe der Kreuzung Wongwian Yai, den Bauarbeiter bereits am Abend des 8. Juli entdeckt hatten.
Autofahrer, die regelmäßig zwischen der Kreuzung Ban Khaek und dem Wongwian Yai unterwegs sind, müssen für mindestens drei Tage auf Ausweichrouten ausweichen. Am Folgetag verschärfte sich die Lage zusätzlich: Die Straße im Bereich Wongwian Yai sackte um weitere 20 Zentimeter ab. Hier die Details zum Wassereinbruch, den Umleitungen und dem aktuellen Stand der Reparaturarbeiten.
Wassereinbruch 30 Meter tief: Was passiert ist
Das Wasser drang in den sogenannten Sump Pit ein – ein Auffangbecken, das rund 30 Meter unter der Straßenoberfläche liegt. Der betroffene Abschnitt gehört zu Vertrag 4 des Purple-Line-Süd-Projekts (Taopoon–Ratchaburana), konkret zum Teilabschnitt zwischen Saphan Phut und Dao Khanong. Die MRTA erklärte, die Undichtigkeit stamme aus den Verbindungsnähten des Auffangbeckens, nicht aus dem Tunnelkörper selbst.

Ingenieurbüros leiteten sofort Bodenverbesserungsmaßnahmen ein, um den Wasserfluss zu stoppen. Laut MRTA war die Leckmenge zum Zeitpunkt der Sperrung bereits unter Kontrolle. Tunnelstruktur und umliegende Gebäude seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden – Ministerpräsident Anutin Charnvirakul überzeugte sich am 9. Juli persönlich vor Ort.
Straße sackt weitere 20 Zentimeter ab
Der stellvertretende Verkehrsminister Siripong Angsakulkiat kontrollierte am Donnerstag erneut den Wasserstand im Stollen. Zwar war der Pegel im Tunnel am Morgen gesunken, doch die Fahrbahn im Bereich Wongwian Yai sackte um weitere rund 20 Zentimeter ab. Das drängt die Ingenieure zu dringenden Beratungen über die sicherste Reparaturmethode, bevor die Bauarbeiten fortgesetzt werden können.


Zwei Optionen stehen zur Debatte: Zum einen könnten beide Tunnelenden versiegelt und gezielt Wasser eingeleitet werden, um den Druck innen und außen auszugleichen und so zu verhindern, dass weiter Erde und Sand in den Stollen fließen. Zum anderen ziehen die Ingenieure in Betracht, von außen schnell abbindenden Spezialbeton in den Boden einzupressen, um die Struktur zu stabilisieren.
Leichte Neigung an Nachbargebäuden festgestellt
Sensoren an umliegenden Gebäuden registrierten seit Mittwoch eine leichte Neigung, an einigen Bauten könnten dadurch neue Risse entstanden sein. Ein besonders betroffenes Gebäude steht derzeit leer. Alle Gebäude in der Umgebung werden nun überprüft – bestätigt sich ein Schaden, muss der Bauunternehmer die Betroffenen entschädigen und unterstützen.

Zu einer Evakuierung ist es bislang nicht gekommen, die Behörden warten die vollständige Einschätzung der Ingenieure ab. Für weiterhin genutzte Gewerbeimmobilien werden Warnungen vorbereitet, die Betreibern und Mietern empfehlen, sich vorerst nicht in den Gebäuden aufzuhalten. Siripong betonte, dass die Setzung bislang nur die Straße betreffe, nicht die Gebäude selbst, und dass das Problem ausschließlich auf der linken Seite der Tunneltrasse aufgetreten sei – dort, wo bereits der Wassereinbruch registriert wurde.
Sperrung ab 17:30 Uhr – Cell Broadcast warnt Autofahrer
Um 16:58 Uhr am 9. Juli versandte das Department of Disaster Prevention and Mitigation (DDPM) eine Cell-Broadcast-Warnung an alle Mobiltelefone in der Umgebung. Die Nachricht informierte über die bevorstehende Vollsperrung der Thanon Prachadhipok ab 17:30 Uhr – stadtauswärts von der Kreuzung Ban Khaek bis Wongwian Yai sowie stadteinwärts in der Gegenrichtung.
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Polizeioberst Phuwadol Unphothi, Chef des Reviers Buppharam, bestätigte die Sperrung für voraussichtlich drei Tage. Sobald die Reparaturen abgeschlossen sind und der Bauunternehmer die Tragfähigkeit bestätigt, soll die Straße wieder freigegeben werden.
Diese Umleitungen gelten jetzt rund um Wongwian Yai
Fahrzeuge vom Saphan Phut und vom Saphan Phra Pokklao werden nach links oder rechts auf die Thanon Isaraphap umgeleitet. Wer vom Klong San-Kreuzung kommt, kann weiterhin über den Wongwian Yai in Richtung Taksin-Kreuzung fahren. Fahrzeuge aus Richtung Taksin-Kreuzung, die auf die Thanon Prachadhipok wollen, werden über Tha Phra und die Thanon Charan Sanit Wong geführt. Wer aus der Thanon Somdet Phra Chao Taksin kommt, kann den Wongwian Yai in Richtung Ban Khaek umfahren.
Die Verkehrspolizei hat Hinweisschilder zu allen Umleitungsstrecken aufgestellt. Wer die Gegend in den kommenden Tagen meiden kann, sollte das tun – der Bereich um Bangkok Wongwian Yai gilt ohnehin als einer der stauanfälligsten Knotenpunkte auf der Thonburi-Seite des Chao Phraya. MRTA-Vorsitzender Montri Dechasakulsom wies zudem Bauleiter und Auftragnehmer sämtlicher MRTA-Projekte an, die Sicherheitsvorgaben bei unterirdischen Bauarbeiten strikt einzuhalten.



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