BANGKOK – Der Druck auf die Regierung wächst. Verbrauchergruppen werfen dem Energieministerium vor, mit den jüngsten Preissenkungen nur Augenwischerei zu betreiben. Statt die wahren Kostentreiber anzupacken, würden die aktuellen Schritte vor allem den Raffinerien nutzen. Jetzt soll Premier Anutin persönlich eingreifen.
Koalition startet Brandbrief an den Premier
Ein breites Bündnis aus Verbraucherschützern und Energie-Netzwerken hat am Sonntag einen gemeinsamen Vorstoß gewagt. Der Unterausschuss für öffentliche Dienste, Energie und Umwelt des Thailand Consumers Council tat sich dafür mit anderen Organisationen zusammen.
Mit im Boot sind die Thailand Watch Foundation, das Thai Energy Reform network und die Butterfly Effect group. Ihr klares Ziel: Premierminister Anutin Charnvirakul muss sofort eine Senkung der Kraftstoffverbrauchssteuern anordnen.
Preissenkung seit 8. Juli aktiv
Erst am 7. Juli hatte der Premier Energieminister Akanat Promphan angewiesen, die Zapfsäulenpreise anzupassen. Der Grund war der gefallene Weltmarktpreis für Rohöl.
Das Ministerium drückte daraufhin die Preise: Diesel wurde ab dem 8. Juli um 2,56 Baht pro Liter günstiger. Benzin und Gasohol verbilligten sich um 2,51 Baht pro Liter.
Der große Batzen bleibt unangetastet
Für das Bündnis ist das zu wenig. Sie kritisieren die gewaltige Steuerlast als Hauptgrund für die hohen Endpreise an der Zapfsäule. Die genauen Sätze listeten sie detailliert auf.
Für einen Liter Benzin 95 kassiert der Staat demnach 7,50 Baht Steuer. Bei Gasohol 95 sind es 6,75 Baht, für B7-Diesel 6,92 Baht und selbst für den günstigeren B20-Diesel fallen noch 5,953 Baht an.
Trick mit den Raffinerie-Preisen
Besonders scharf greift die Koalition eine andere Entscheidung an. Zwischen dem 9. und dem 29. Juli gelten geringere Preise ab Raffinerie. Diese liegen um 1,40 Baht pro Liter tiefer.
Für die Gruppen ist das eine Mogelpackung. Sie bemängeln, dass der Oil Fuel Fund die Raffinerien für solche Preisdifferenzen ohnehin schon lange entschädigt hat. Die Konzerne spüren den Nachlass also kaum, die Kassen der Verbraucher dagegen schon.
Preiskurve steigt trotz Rabatt wieder
Ein weiteres Alarmsignal: Die Preise ab Raffinerie zogen fast unmittelbar nach der vorübergehenden Senkung wieder an. Das passierte, obwohl die globalen Rohölnotierungen weiter sanken.
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Damit steht für die Verbrauchergruppen fest, dass die Maßnahme verpufft. Nur die Raffinerien profitieren.
Jahrelange Versäumnisse aufgelistet
Das Bündnis macht nicht nur die Steuern für das Dilemma verantwortlich. Sie prangern ein ganzes Geflecht aus strukturellen Problemen an, darunter überzogene Gewinnmargen der Raffinerien.
Auch die Marketingmargen liegen demnach über den staatlichen Richtwerten. Hinzu kommen völlig undurchsichtige Biodieselpreise und eine lasche Kontrolle der Preisgestaltung durch die Aufsichtsbehörden.
Appell an Energieminister Akanat
Die Forderung der Koalition geht weit über eine Steuersenkung hinaus. Energieminister Akanat Promphan solle umfassende Strukturreformen sofort umsetzen, drängen die Gruppen.
Jeder Monat Verzögerung spiele nur den Raffinerien in die Karten. Sie könnten weiterhin auf Kosten der Autofahrer überhöhte Gewinne einstreichen.
Tägliche Mehrkosten von bis zu einer Milliarde Baht
Die Gruppen beziffern auch den kollektiven Schaden. Sie schätzen, dass Thailands Verbraucher wegen der überhöhten Raffineriemargen jeden Tag draufzahlen. Die Summe soll bei 800 Millionen bis zu einer Milliarde Baht liegen. Als angemessene Gewinnspanne nennen sie maximal 7 US-Dollar pro Barrel – umgerechnet etwa 233 Baht oder 1,40 Baht pro Liter.
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