Entführung in Thailand: Call-Center-Betrüger zocken Studenten ab

Mit gefesselten Knöcheln und unter ständiger Video-Überwachung durch Kriminelle: Zwei Studenten zahlten 450.000 Baht, um sich aus einer vermeintlichen Entführung freizukaufen. Wie die Gang ihre Opfer psychologisch in die Falle lockte.

Entführung in Thailand: Call-Center-Betrüger zocken Studenten ab
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PATHUM THANI – Eine Call-Center-Bande hat zwei Studenten mit einem perfiden Stipendien-Trick in eine inszenierte Entführung gelockt und ihren Familien 450.000 Baht abgeknöpft. Die Polizei rettete die 19-Jährigen aus einem Wohnheim, wo sie von den Kriminellen per Videoanruf überwacht wurden.

Gefesselt und per Kamera überwacht

Beamte der Pak Khlong Rangsit Police Station spürten die Studenten Tae und Pluem in einem Wohnheim nahe einem Resort in Lak Hok auf. In dem Zimmer bot sich ihnen ein verstörendes Bild.

Pluem lag mit einem Handtuch an den Knöcheln gefesselt auf dem Boden. Die Call-Center-Bande war weiterhin per Videoanruf zugeschaltet und kontrollierte jeden Schritt der beiden Eingeschüchterten.

Betrug mit falschen Auslandsstipendien

Die Täter hatten den 19-Jährigen vorgegaukelt, sie hätten Stipendien für ein Studium im Ausland erhalten. Mit gefälschten Dokumenten, die angeblich von einer Universität stammten, untermauerten sie ihre Lügen.

Dann brachten sie die Studenten dazu, sich zu isolieren und ihre Familien um hohe Geldsummen zu bitten. Polizeioberst Pattanachai Phomornphiboon bestätigte, dass die Bande gezielt ein erfundenes Lösegeld-Szenario inszenierte.

Mutter schöpfte nach 350.000 Baht Verdacht

Pluems Mutter hatte ihrem Sohn am Sonntag 350.000 Baht überwiesen, nachdem er aufgeregt von der angeblichen Auslandsreise erzählt hatte. Weitere 100.000 Baht lagen auf einem anderen Konto und konnten nicht abgehoben werden.

Ihr Misstrauen wuchs, als die Bande plötzlich Nachforderungen für zusätzliche Ausgaben stellte. Bei einer Überprüfung entdeckte sie ein gefälschtes Facebook-Profil, das sich als Universitätsdozent ausgab.

Verwandter fand leeres Zimmer vor

Ta, ein 23-jähriger Verwandter von Tae, sollte im Auftrag der Eltern nach dem Studenten sehen. Die Familie war zuvor mit der Nachricht konfrontiert worden, Tae sei an Händen und Füßen gefesselt und befinde sich in Geiselhaft.

Mit einer Schlüsselkarte verschaffte sich Ta Zugang zum Wohnheimzimmer, fand es jedoch verlassen vor. Am Dienstag um 17 Uhr erstattete er Anzeige bei der Polizei.

CCTV-Aufnahmen führten zur Rettung

Ermittler werteten Überwachungskameras aus und verfolgten Taes Motorrad. Die Spur führte zunächst zu einem Resort und schließlich zu dem Wohnheim, in dem die beiden festgehalten wurden.

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Zuvor hatte Tae seinen Vater angerufen und um 50.000 Baht gebeten. Ta hatte ihn später in seinem Zimmer noch telefonierend angetroffen, bevor er spurlos verschwand.

Signal der Betrüger kam aus dem Ausland

Die Polizei stellte fest, dass das Telefonsignal der Call-Center-Bande außerhalb Thailands geortet wurde. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Die Beamten brachten beide Studenten unverletzt in Sicherheit. Der finanzielle Schaden für die Familie beläuft sich auf insgesamt 450.000 Baht.

Polizei warnt vor perfiden Maschen

Polizeioberst Pattanachai richtete einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. Echte Beamte würden niemals Ermittlungen per Videoanruf durchführen oder Geldüberweisungen verlangen.

Der Fall zeigt, wie skrupellos Betrügerbanden gezielt junge Menschen und ihre Familien mit erfundenen Szenarien unter Druck setzen. Die Ermittler arbeiten daran, die Hinterleute der Masche zu identifizieren.

Studenten betreut – Ermittlungen dauern an

Pluems Mutter war bereits auf dem Weg zu ihrem Sohn, als die Polizei sie informierte, dass er gerettet worden sei. Beide Studenten werden nun betreut.

Die Pak Khlong Rangsit Police Station führt die weiteren Ermittlungen. Die gesammelten Beweise sollen helfen, die grenzüberschreitend agierende Bande zu zerschlagen.

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Quelle: Nation Thailand

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