TrueMoney bringt Tap-to-Pay zu Nutzern ohne Kreditkarte

TrueMoney ermöglicht Millionen Kunden zum ersten Mal kontaktloses Bezahlen – ohne Kreditkarte. Die neue Tap-to-Pay-Funktion durchbricht eine hartnäckige Divide in einem sonst digital gesättigten Markt.

TrueMoney bringt Tap-to-Pay zu Nutzern ohne Kreditkarte
The Nation

BANGKOK – Mit einer neuen Strategie will TrueMoney das kontaktlose Bezahlen für Millionen Thailänder öffnen, die bislang keine Kreditkarte besitzen. Das Unternehmen stellte am Freitag in Bangkok seinen Dienst BlueTap vor, der direkt aus dem digitalen Wallet funktioniert und die letzte große Lücke im hochdigitalisierten Zahlungsmarkt des Landes schließen soll.

63 Prozent der Erwachsenen ohne vollen Kreditzugang

Thailands PromptPay-Netzwerk wickelt täglich 74 Millionen Transaktionen ab, 92 Prozent der Erwachsenen haben ein Konto. Trotzdem besitzen nur 0,4 von 100 Personen eine Kredit- oder Chargekarte. Schätzungen von Macquarie zufolge gelten 63 Prozent der thailändischen Erwachsenen als unzureichend oder gar nicht bankmäßig versorgt, sobald es um formellen Kreditzugang geht.

Tap-to-Pay blieb damit einer Minderheit vorbehalten. An der Ladenkasse mit dem Handy oder der Karte zu bezahlen, war schlicht nicht möglich, wenn kein Kreditkartenvertrag dahinterstand. Genau hier setzt BlueTap an.

BlueTap startet mit über 1,5 Millionen Nutzern

Seit einem begrenzten Testlauf im ersten Quartal 2026 hat die Plattform mehr als 1,5 Millionen Nutzer und fünf Millionen Taps erreicht. Ein Einzelhandelspartner meldete eine Umsatzsteigerung von über 50 Prozent bei Nutzern, nachdem BlueTap-Terminals installiert wurden. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Kunde stiegen um 14 bis 15 Prozent.

Bisher konzentriert sich der Dienst auf 7-Eleven und wenige Partner. Bis September soll die Zahl der Zahlungsstellen auf 50.000 wachsen. Parallel dazu ermöglicht eine von Mastercard betriebene Open-Loop-Lösung das Bezahlen an den 900.000 bestehenden EMV-Terminals des Landes.

TrueMoney verdient an jeder Transaktion mit

Kommerziell positioniert sich TrueMoney als kartenähnlicher Emittent. Bei jedem Tap erhebt das Unternehmen eine Händlergebühr, die eigenen Angaben zufolge unter den üblichen Kartengebühren liegt. Teile der Einsparung fließen als Cashback an die Kunden zurück.

Bereits jetzt machen Gebühren rund 80 Prozent des TrueMoney-Umsatzes aus. Weitere kommerzielle Bedingungen für das Tap-to-Pay-Prämienprogramm sollen Anfang August bekannt gegeben werden.

Virtuelle Bank soll noch dieses Jahr starten

Hinter BlueTap steht ein größeres Vorhaben: TrueMoney bereitet den Start einer lizenzierten virtuellen Bank vor. Die Bank of Thailand hatte 2025 drei entsprechende Lizenzen vergeben. Co-Präsidentin Monsinee Nakapanant erklärte am Freitag, die Bewertung laufe nach offiziellem Zeitplan und das Unternehmen sei vollständig vorbereitet.

Für die Kreditvergabe setzt die Bank auf KI-gestützte Tools, die Transaktionsdaten aus dem Wallet als Live-Kredit-Scoring nutzen. Kunden, die für herkömmliche Banken zu teuer zu bewerten waren, sollen so Zugang zu formellen Krediten erhalten.

6.000 Busse akzeptieren bereits Telefon-Taps

Auch im öffentlichen Nahverkehr weitet TrueMoney die Technologie aus. Etwa 6.000 Busse der Bangkok Mass Transit Authority nehmen bereits Zahlungen per Telefon-Tap an. Der Zugang zu den MRT Blue und Purple Lines per Tap am Drehkreuz soll im vierten Quartal 2026 folgen.

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Geplant ist zudem eine gegenseitige Akzeptanz: Chinesische Alipay+-Nutzer sollen künftig an thailändischen BlueTap-Terminals bezahlen können.

KI-Sicherheitssystem prüft Transaktionen auf Betrug

Für die Sicherheit setzt TrueMoney auf ein dreistufiges Schutzsystem namens 3X Protection. Künstliche Intelligenz prüft Transaktionen auf Betrugsmuster und sogenannte Muli-Konten. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Erkennungsmodelle der Nutzerzahl entsprechen – TrueMoney rangiert unter den thailändischen Finanz-Apps auf Platz 13 nach registrierten Konten.

Weltweit benötigen digital ausgerichtete Banken erfahrungsgemäß drei bis acht Jahre für die Gewinnschwelle. Eine Capco-Analyse zeigt, dass 2025 nur 61 Prozent der 100 führenden Digitalbanken profitabel waren. Thailands Regulierer beobachten diese Rechnung genau.

56 Milliarden Dollar Digitalwirtschaft als Ziel

Thailands digitale Wirtschaft soll in diesem Jahr einen Bruttowarenwert von 56 Milliarden US-Dollar erreichen – den zweitgrößten in Südostasien. Die Regierung strebt seit langem einen Anteil des digitalen Sektors von 25 Prozent am Bruttoinlandsprodukt an. Ob BlueTap und die virtuelle Bank tatsächlich die kartenlose Mehrheit in diese Wirtschaft einbinden oder nur eine schnellere Spur für ohnehin digital versierte Nutzer schaffen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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Quelle: Nation (Business) Thailand

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