Polizei zerschlägt Netzwerk ausländischer Scheinfirmen

Polizei zerschlägt in Chiang Mai ein Netzwerk von Strohmännern für Ausländer – 31 Firmen unter Verdacht, 633 Millionen Baht Vermögen beschlagnahmt.

Polizei zerschlägt Netzwerk ausländischer Scheinfirmen
Chiang Mai News

CHIANG MAI – Bei einer großangelegten Razzia gegen Scheinfirmen hat die thailändische Polizei am Morgen des 20. Juli acht Personen festgenommen und 31 Strafverfahren eingeleitet. Der Schaden durch die illegalen Geschäftskonstrukte beläuft sich nach ersten Schätzungen auf über 633 Millionen Baht.

18 Objekte gleichzeitig durchsucht

Polizeigeneral Samran Nuanma, stellvertretender Polizeichef, leitete den Einsatz mit dem Namen „Zerschlagung des ausländischen Nominee-Netzwerks Phase 5“ persönlich. Beamte der Ermittlungsabteilung Region 5, der Provinzpolizei, der Einwanderungsbehörde und der Touristenpolizei durchkämmten am frühen Morgen 18 Zielorte in der gesamten Provinz.

Die Einsatzkräfte hatten zuvor 22 Haftbefehle und 18 Durchsuchungsbeschlüsse beim Provinzgericht erwirkt. Acht der 22 gesuchten Personen konnten noch am selben Tag festgenommen werden – darunter ein Thailänder, zwei Chinesen, zwei Inder und drei Myanmaren.

31 Firmen im Visier der Ermittler

Die Polizei hatte gemeinsam mit dem Ministerium für Geschäftsentwicklung, dem Liegenschaftsamt und dem Finanzamt die Datenbank aller 33.144 in Chiang Mai registrierten Unternehmen durchleuchtet. 4.741 Firmen mit ausländischen Anteilseignern wurden genauer unter die Lupe genommen, 1.591 wiesen Merkmale von Strohmann-Konstrukten auf.

Daraus filterten die Beamten 31 Zielunternehmen heraus, bei denen die Namen von Direktoren und Anteilseignern mehrfach auftauchten. 16 Firmen setzten demnach Thailänder als Strohmänner ein, 15 weitere hielten Grundbesitz, während Ausländer mehr als 50 Prozent der Anteile kontrollierten.

Grundstücke und Gebäude im Millionenwert beschlagnahmt

Die verdächtigen Unternehmen besitzen insgesamt 29 Grundstücke und Gebäude mit einer Fläche von über 20 Rai. Der Wert der Immobilien summiert sich auf rund 633 Millionen Baht, was zur Einleitung von 31 Strafverfahren gegen 74 Beschuldigte führte.

Die Tatverdächtigen stammen aus fünf Nationen: Zwei Thailänder, sieben Myanmaren, drei Inder, ein Brite und neun Chinesen. Ihnen wird vorgeworfen, als Strohmänner oder Hintermänner an illegalen Firmenkonstruktionen beteiligt gewesen zu sein.

Häftling als Firmenchef eingetragen

Ein besonders dreister Fall spielte sich im Dorf Kor 12 in Tambon Chai Sathan ab. Dort tauchte der Name eines thailändischen Mannes namens R. als Anteilseigner in sieben Firmen und als Direktor in einer weiteren Firma auf – obwohl der Mann seit November 2021 im Gefängnis von Chiang Mai einsitzt.

Gegenüber den Beamten schilderte R., ein Mithäftling habe ihn zur Investition überredet und seinen Personalausweis sowie das Hausregister für Firmengründungen verlangt. „Ich wusste nichts von den anderen Firmen, in denen mein Name steht. Meine Dokumente wurden missbraucht“, gab er zu Protokoll. Eine Gegenleistung habe er nie erhalten.

Personalausweis gegen 7.000 Baht

Im Fall der Firma Mango geriet ein weiterer Thailänder ins Visier der Ermittler. Herr S. erklärte, er habe einem Immobilienmakler ein Foto seines Ausweises geschickt und dafür jeweils 7.000 Baht in bar bekommen. Im Gegenzug unterschrieb er Dokumente beim Liegenschaftsamt, ohne zu wissen, dass er als Anteilseigner eingetragen wurde.

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ZUM ANGEBOT

Eine thailändische Haushälterin wurde ebenfalls Opfer von Identitätsmissbrauch. Frau Ch. hatte ihrem ausländischen Arbeitgeber eine Kopie ihres Ausweises und Hausregisters überlassen – angeblich für Sozialversicherung und Gehaltszahlungen. Nach der Firmenschließung konnte sie den Arbeitgeber nicht mehr erreichen.

Ermittlungen weiten sich auf weitere Provinzen aus

Die Nationale Polizei kündigte an, die Untersuchungen auf alle Beteiligten, Unterstützer und Nutznießer der Netzwerke auszudehnen. Auch die Korruption von Staatsbeamten, die das Wirtschaftssystem und das Vertrauen in die Justiz untergrabe, soll ins Visier genommen werden.

Neben Chiang Mai stehen weitere Touristenhochburgen im Fokus der Operation: Surat Thani, Phuket, Krabi, Phang Nga und Chon Buri. Ziel sei es, ausländische Investitionen in legale Bahnen zu lenken und thailändischen Bürgern faire Verdienstmöglichkeiten zu sichern.

Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung

Die Beamten setzen bei ihren Ermittlungen auf das sogenannte Koh Phangan Modell, das eine tiefgreifende Untersuchung von Firmengeflechten ermöglicht. Die Methode war bereits in der Vergangenheit erfolgreich, um versteckte Eigentümerstrukturen aufzudecken.

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Bürger, die verdächtige Aktivitäten ausländischer Investorengruppen beobachten, können sich rund um die Uhr an die Hotline 1599 oder jede örtliche Polizeistation wenden.

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Quelle: Chiang Mai News

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