BANGKOK – Die Regierung lässt Universitäten überprüfen, die ausländische Studenten möglicherweise ohne ausreichende akademische Voraussetzungen aufgenommen haben. Gleichzeitig werden die Verfahren für Studentenvisa vom Einschreibungsprozess bis zum Visumantrag auf ausnutzbare Lücken untersucht.
Universitäten müssen ihre Aufnahmeverfahren offenlegen
Das Ministerium für höhere Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation (MHESI) wurde mit einer umfassenden Prüfung beauftragt. Hochschulen müssen erklären, wie sie ausländische Studenten für Studiengänge mit und ohne Abschluss zulassen.
Die Behörden prüfen den gesamten Ablauf von der Einschreibung bis zur Vorlage der Unterlagen für das Studentenvisum. Dabei geht es um mögliche Schwachstellen, die einen Missbrauch von Bildungsvisa erlauben könnten.
Medienberichte lösten die Prüfung aus
Auslöser waren Medienberichte, in denen die Aufnahme ausländischer Studenten durch einige Universitäten infrage gestellt wurde. Geprüft wird, ob dabei die vorgeschriebenen akademischen Standards eingehalten wurden.
Die stellvertretende Regierungssprecherin Patdarasm Thongsaluaykorn erklärte am 6. August, die Untersuchung werde unparteiisch geführt. Die Regierung will Lücken schließen, die für persönlichen Gewinn genutzt werden könnten oder das Vertrauen in das Hochschulsystem beschädigen.
Bei Verstößen drohen rechtliche Schritte
Universitäten, die gegen Gesetze, Vorschriften oder akademische Standards verstoßen haben, müssen mit rechtlichen Schritten rechnen. Die Regierung kündigte an, Verstöße nicht ohne Folgen zu lassen.
Auch die Einwanderungsbehörden werden einbezogen. Sie bewerten Visumanträge zusammen mit den Unterlagen der jeweiligen Bildungseinrichtung.
Kurzzeitkurse stehen unter strengeren Regeln
Das MHESI hatte bereits im letzten Jahr strengere Vorgaben für Kurzzeitkurse eingeführt. Sie sollen verhindern, dass ausländische Staatsangehörige solche Angebote nutzen, um unter dem Deckmantel eines Studiums illegal in Thailand zu arbeiten.
Hochschulen müssen ihre Kurzzeitkurse zur staatlichen Bewertung einreichen und Vorgaben zur Kursqualität, zur Betreuung der Studenten und zur Berichterstattung erfüllen. Die Kurse müssen mindestens 60 Prozent Präsenzunterricht enthalten und dürfen höchstens 180 Tage dauern.
Anwesenheit und Fortschritt werden kontrolliert
Universitäten müssen die Anwesenheit ausländischer Studenten überwachen und deren Daten an das Ministerium übermitteln. Außerdem sind regelmäßige Fortschrittsberichte über eine behördliche Datenbank vorgeschrieben.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Lesen Sie auch: Thailand untersucht unbefugten Zugriff auf Behördendaten
Hochschulen, die diese Regeln nicht einhalten, riskieren die Annullierung ihrer Kurzzeitkurse. Für Studenten bedeutet die neue Prüfung, dass eine Einschreibung allein kein Studentenvisum garantiert.


Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: