LONDON, GROSSBRITANNIEN – Ein Menschenhändlerring hat mindestens 24 thailändische Frauen nach Großbritannien gebracht und sie in 26 Bordellen in London und Kent ausgebeutet. Vier Beteiligte wurden zu insgesamt fast 23 Jahren Haft verurteilt. Aufgeflogen war das Netzwerk, nachdem Frauen der Polizei von verschwundenen Pässen erzählt und eine Frau namens „Freya“ oder „Freya Ice Queen“ identifiziert hatten.
Verschwundene Pässe führen Polizei zu „Freya Ice Queen“
Die Ermittlungen begannen 2025 bei Kontrollen in Bordellen, die zunächst mit einem anderen Verfahren verbunden waren. Dort berichteten thailändische Frauen, dass ihre Pässe einbehalten worden seien.
Die Frauen nannten den Ermittlern eine Frau, die als „Freya“ oder „Freya Ice Queen“ bekannt war. Danach weiteten die Beamten die Untersuchung auf Verbindungen zwischen Personen, Geldflüssen und Immobilien in London und Kent aus.
Mindestens 24 Frauen in 26 Bordellen ausgebeutet
Die Polizei identifizierte 24 thailändische Frauen, die 2025 nach Großbritannien gekommen waren. Nach Einschätzung der Ermittler wurden alle von der Organisation ausgebeutet.
Viele Frauen reisten mit Besuchervisa ein und wurden anschließend in Bordelle gebracht. Dort sollen ihnen Schulden von bis zu mehreren zehntausend Pfund auferlegt worden sein. Anschließend mussten sie sexuelle Dienstleistungen erbringen, um die Schulden zurückzuzahlen. Ihre Pässe wurden laut Polizei regelmäßig einbehalten.
Eine Frau versteckt im Fahrzeug über den Ärmelkanal gebracht
Mindestens eine Frau gelangte über die Niederlande nach Großbritannien. Sie wurde im hinteren Teil eines Fahrzeugs versteckt, das anschließend den Ärmelkanal überquerte.
Die Polizei machte keine Angaben zu ihrer Identität, ihrem Alter oder ihrem Wohnort in Thailand. Auch der genaue Übergang und die Umstände ihrer Reise in die Niederlande wurden nicht mitgeteilt.
Razzien bringen Bargeld und drei Pässe ans Licht
Am 22. Oktober 2025 vollstreckten Beamte des Metropolitan Police Service sechs Anordnungen und durchsuchten sieben Orte. Sie stellten 57.145 Pfund Bargeld, eine Geldzählmaschine, Designeruhren und Handtaschen sicher.
Außerdem beschlagnahmten die Ermittler Mobiltelefone, SIM-Karten und Bankkarten. Bei den Durchsuchungen fanden sie auch die Pässe von drei betroffenen Frauen. Eine Schutzaktion führte die Polizei zu allen 26 bekannten Bordellen, doch viele Frauen waren dort nicht mehr anzutreffen.
Eine Angeklagte gesteht, drei Männer vor Gericht verurteilt
Achareeya Spurr, 49, bekannte sich schuldig, sich zur Menschenhandels- und zur Prostitutionskontrolle aus Profitgründen verschworen zu haben. Außerdem gestand sie den Erwerb, die Nutzung oder den Besitz von Eigentum aus kriminellen Aktivitäten. Das Gericht in Woolwich verhängte sieben Jahre und acht Monate Haft.
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Chin Ping, 56, erhielt sechs Jahre und neun Monate. Sarunyoo Siriwan, 31, wurde zu vier Jahren und vier Monaten verurteilt, Ugur Sahin, 27, zu vier Jahren. Die drei Männer waren nach einem siebenwöchigen Prozess schuldig gesprochen worden.
Zusätzliche Auflagen nach der Haft
Die drei Männer wurden wegen Verschwörung zum Menschenhandel, zur Kontrolle der Prostitution aus Profitgründen und wegen des Umgangs mit kriminellem Eigentum verurteilt. Außerdem wurden alle drei dafür verurteilt, einen Verstoß gegen das britische Einwanderungsrecht durch einen ausländischen Staatsangehörigen ermöglicht zu haben.
Alle vier erhielten zusätzlich Anordnungen zur Verhinderung von Sklaverei und Menschenhandel. Die Ermittler arbeiteten bei dem Verfahren mit der Organisation Justice and Care zusammen, die während des Einsatzes eine Anlaufstelle für betroffene Frauen einrichtete.

Ist ja alles sehr löblich, dass diese Typen zunächst mal aus dem Verkehr gezogen wurden. Vielleicht hätte man auch mal bei der Gelegenheit nachforschen können, wie die Thailänderinnen überhaupt zu ihren Visa gekommen sind. Egal ob nun Schengen oder den Britischen. Man echauffiert sich ja gerne mal über die hiesige Korruptionslandschaft. Aber das Gemunkel über ganz verschwiegene, gut geschmierte Hintertüren bei den Botschaften kursieren nur ganz, ganz leise.