Thailand untersucht unbefugten Zugriff auf Behördendaten

Nach online veröffentlichten Kfz-Daten ermitteln Thailands Behörden: Ein Konto griff zweimal über eine IP-Adresse zu, ein Hack ist bislang nicht belegt.

Thailand untersucht unbefugten Zugriff auf Behördendaten
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Bangkok – Thailändische Behörden untersuchen den unbefugten Zugriff auf Fahrzeugregistrierungsdaten des Department of Land Transport (DLT). Die Informationen sind nach Behördenangaben echt, wurden aber über einen Zugang mit einer IP-Adresse und einem Konto zweimal abgerufen. Der Zugangskanal wurde geschlossen, während Ermittler prüfen, wie persönliche Daten von Bürgern, dem Premierminister und Kabinettsmitgliedern online auftauchen konnten.

Zweimaliger Zugriff über eine IP-Adresse

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das DLT-System nicht direkt angegriffen. Ermittler verfolgten den Zugriff zu einer IP-Adresse und einem Konto zurück, das zweimal für die Anmeldung genutzt worden sein soll.

Wo sich die IP-Adresse befindet und welche weiteren technischen Details vorliegen, geben die Behörden wegen der laufenden Ermittlungen noch nicht bekannt. Der genutzte Zugangskanal wurde geschlossen, sodass darüber keine weiteren Daten abgerufen werden können.

PDPC spricht von unbefugtem Zugriff

Polizeioberst Surapong Plengkham, Generalsekretär des Ausschusses für den Schutz personenbezogener Daten, ordnet den Fall eher als unbefugten Zugriff auf geschützte Computerdaten nach Abschnitt 7 des Computer Crime Act ein.

Damit unterscheidet die Behörde den Vorgang von einem klassischen Datenbankleck. Gleichzeitig soll geklärt werden, woher die Informationen stammen, wie der Zugang gelang und welche Netzwerke am illegalen Handel beteiligt sind.

DLT bestätigt Echtheit der Daten

Das Department of Land Transport bestätigte, dass die im Internet aufgetauchten Fahrzeugdaten echt sind. Nach Angaben der Behörde handelt es sich jedoch um Basisdaten, die nicht für weitere Transaktionen genutzt werden können. Thanarat Kuawattanaphan erklärte, die Fahrzeugregisterdaten stammten direkt aus einem DLT-System und nicht von einer mit dem DLT verbundenen öffentlichen oder privaten Stelle.

Wer die Informationen weiterverbreitet, muss laut DLT mit rechtlichen Schritten rechnen. Die Untersuchung soll auch klären, ob verbundene Behörden oder technische Schnittstellen betroffen sind. Informationen des Department of Provincial Administration sollen zudem auf dessen eigener Website lokalisiert worden sein.

NCSA und ThaiCERT sichern digitale Spuren

Minister Chaichanok Chidchob wies die Nationale Cybersicherheitsbehörde an, ein Team des thailändischen Computer-Notfallteams ThaiCERT zum DLT zu entsenden. Der Minister leitet auch den Ausschuss für Cybersicherheitsregulierung.

Die Ermittler sammeln technische Beweise, untersuchen die Aktivitäten von Programmierschnittstellen und verfolgen den Ursprung der Daten mit digitaler Forensik. Dabei prüfen sie auch Systeme anderer Behörden, die mit Datenbanken des Department of Land Transport verbunden sind.

Beschwerde gegen mögliche Datendienste wird geprüft

Die stellvertretende Ministerin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Nan Boonthida Somchai, warnte vor der Nutzung veröffentlichter Informationen für Online-Straftaten. Das Ministerium beauftragte den Datenschutzausschuss und die Nationale Cybersicherheitsbehörde mit weiteren Untersuchungen.

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ZUM ANGEBOT

Eine Beschwerde beim Büro für Ermittlungen gegen Cyberkriminalität wird geprüft. Die Veröffentlichung illegal erlangter Informationen kann nach Abschnitt 14 des Computer Crime Act mit bis zu fünf Jahren Haft, einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Baht oder beidem geahndet werden.

Discord-Bots verkaufen Regierungsdaten

Thanarat Kuawattanaphan, Geschäftsführer von DomeCloud, erklärte, der illegale Handel mit persönlichen Daten sei kein neues Phänomen. Um die Wahlperiode herum seien bereits Listen von Wahlberechtigten angeboten worden; in den vergangenen drei Monaten wurden auch Fahrzeugregistrierungsdaten zum Verkauf angeboten.

Illegale Betreiber nutzen laut Thanarat Discord-Bots, über die zahlende Kunden nach Daten suchen können. Informationen prominenter Personen würden oft als Beleg für echte Datensätze gezeigt, bevor Kunden Zugriff auf weitere Informationen erhalten.

Früherer Fall betraf 200.000 Investoren

Der aktuelle Fall folgt auf die Offenlegung von Informationen über rund 200.000 Investoren. Betroffen waren Daten aus mehr als fünf Millionen Aktionärskonten der Thailand Securities Depository Co Ltd.

Die Vorfälle haben neue Fragen zum Schutz personenbezogener Daten in staatlichen und staatlich verbundenen Systemen ausgelöst. Wie viele Menschen durch die aktuellen Zugriffe betroffen sind, ist noch nicht abschließend geklärt.

Alte Passwörter bleiben eine Schwachstelle

Viele Regierungsdatenbanken arbeiten laut Thanarat noch mit einem Benutzernamen und einem Passwort als einzigem Schutz. Gestohlene Zugangsdaten oder Schadsoftware auf dem Computer eines Beamten können Angreifern dadurch den Zugriff auf große Datenmengen verschaffen.

Auch nicht mehr genutzte oder veraltete Systeme gelten als offene Zugänge. Illegale Anbieter können alte Passwörter für neue Zugriffsversuche, gezielte Betrugsnachrichten oder die Suche nach nicht abgeschalteten Konten verwenden.

Millionen Datensätze bei Domain-Abgleich angezeigt

Bei einer am 10. Juni veröffentlichten Prüfung wurden beim Abgleich von Behörden-Domains mit einem Suchwerkzeug für durchgesickerte Kontodaten zahlreiche Ergebnisse angezeigt. Das belegt keinen tatsächlichen Zugriff auf oder Fund in aktiven Behördenkonten. Für das Innen- und das Bildungsministerium zeigte das Suchwerkzeug jeweils 500.000 Datensätze an, die damit die maximale Ergebniszahl erreichten.

Für das Arbeitsministerium wurden 359.535 Datensätze genannt, für das Gesundheitsministerium 212.460. Das Büro des Premierministers kam auf 198.984, das Verteidigungsministerium auf 170.667, das Justizministerium auf 151.626 und das Finanzministerium auf 107.456 Datensätze.

Gesichtsbilder stammen offenbar aus Freiwilligendatenbank

Die Veröffentlichung von Gesichtsbildern hochrangiger Persönlichkeiten bedeutet nach bisherigen Erkenntnissen nicht, dass Daten der gesamten Bevölkerung offengelegt wurden. Erste Hinweise führen zu einer Datenbank für Teilnehmer an freiwilligen Aktivitäten.

Betroffen sein könnten vor allem Beamte und einige zuvor registrierte Studenten. Die genaue Zahl der betroffenen Personen wird noch geprüft.

Behörden sollen ThaID einsetzen

Mehr als 90 Prozent der bei der Prüfung gefundenen Passwörter seien alt und könnten auf aktuellen Systemen nicht mehr verwendet werden. Einige Behörden nutzen bereits ThaID oder andere Verfahren zur Anmeldung.

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Thanarat empfiehlt, nicht mehr benötigte Systeme zu schließen und alle übrigen Datenbanken zu überprüfen. ThaID soll als zusätzliche Authentifizierung eingesetzt werden und die bisherigen Schutzmechanismen nicht allein ersetzen. Eine zusätzliche Anmeldung über ThaID könnte die Zahl der Systemangriffe nach seiner Einschätzung um etwa 90 Prozent senken; zugleich müsse die Kapazität der Identitätsprüfung wachsen, damit die Anwendung auch bei hoher Nachfrage stabil bleibt.

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Quelle: Nation Thailand
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Ein Kommentar zu „Thailand untersucht unbefugten Zugriff auf Behördendaten

  1. Das ist DER Schwachpunkt der Digitalisierung …..“Datensicherheit“ in absoluter Form gibt es nicht. Überall auf der ganzen Welt werden Daten u.a. aus Behörden geklaut.

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