Phuket: 16 Festnahmen wegen illegaler Firmenkonstrukte

Bei Razzien an acht Orten nahm die Polizei 16 Menschen fest. Die Behörden prüfen auf Phuket 361 Firmen im Zusammenhang mit ausländischem Landbesitz.

Phuket: 16 Festnahmen wegen illegaler Firmenkonstrukte
Phuket Provincial Police

PHUKET, Thailand – Die Polizei hat nach Razzien an acht Orten 16 Menschen festgenommen, die an Firmen mit mutmaßlich verdeckter ausländischer Kontrolle beteiligt sein sollen. Sechs weitere Personen werden noch überprüft. Die Ermittlungen gegen Unternehmen und Landbesitz auf Phuket gehen weiter.

16 Festnahmen bei Phase vier der Razzien

Die Aktion begann am 6. August unter dem Namen „Operation Dismantle Foreign Nominee Network in Phuket, Phase 4“. Im Visier standen Firmen, bei denen thailändische Anteilseigner offiziell die Mehrheit halten, während ausländische Investoren das Kapital oder die Kontrolle stellen sollen.

Unter den 16 Personen waren zehn Thailänder, zwei Kanadier, drei Russen und ein Kasachstaner. Gegen alle lagen Haftbefehle vor. Sechs weitere Menschen bleiben wegen möglicher weiterer Strafverfolgung unter Untersuchung.

Durchsuchungen bei Mietfirmen und Schulen

Die Ermittler durchsuchten Unternehmen aus mehreren Bereichen. Dazu gehörten Autovermietungen, Motorradverleiher, Autowäschen und Fahrzeugaufbereitung.

Betroffen waren auch Sprach- und internationale Schulen, Restaurants, Entwickler von IT-Anwendungen, Elektronikgeschäfte sowie Apotheken für traditionelle thailändische Medizin.

361 Firmen werden wegen Landbesitz geprüft

Die aktuelle Aktion ist Teil einer größeren Untersuchung zu Unternehmen, die mit ausländischem Landbesitz auf Phuket verbunden sein sollen. Die Behörden prüfen 361 Firmen gemeinsam mit dem Landamt der Provinz Phuket und dessen Außenstelle in Thalang.

Gegen 114 Unternehmen wurden nach Polizeiangaben Verfahren eingeleitet. Gerichte verhängten Geldstrafen gegen 39 Firmen. Außerdem wurden 15 Rai und 13 Quadrat-Wa Land nach den geltenden gesetzlichen Verfahren zwangsweise verkauft.

Bei 149 Firmen halten Ausländer mehr als die Hälfte

Die Behörden stellten bisher 149 juristische Personen fest, die Land besitzen und bei denen ausländische Anteilseigner mehr als 50 Prozent der Anteile halten. Verfahren zur Veräußerung des Landes wurden eingeleitet.

In der Untersuchung der vierten Phase identifizierten die Ermittler acht Nominee-Firmen. Damit stieg die Zahl der Verfahren gegen solche Unternehmen auf 31.

Mehr als 11.000 ausländisch geprägte Firmen

Auf Phuket sind 32.024 juristische Personen mit einem eingetragenen Kapital von zusammen rund 240,6 Milliarden Baht registriert. Davon gelten 11.078 Firmen als ausländisch geführt. Das entspricht 34,59 Prozent.

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Als mögliche Umgehung gilt laut Polizei unter anderem, dass Thailänder mindestens 51 Prozent der Anteile formal halten, während ausländische Investoren das tatsächliche Kapital bereitstellen. Auch eine wirksame ausländische Kontrolle über Abstimmungen oder Geschäftsführung wird geprüft.

6.682 Firmen gelten als besonders risikoreich

Die Behörden haben 6.682 Unternehmen in sechs Bereichen als risikoreich eingestuft. Dazu zählen Tourismus, Land und Immobilien, elektronischer Handel, Transport und Lagerung, Hotels und Ferienanlagen sowie Landwirtschaft und Bau.

Die meisten ausländisch geprägten Firmen sitzen im Bezirk Mueang. Dort wurden 6.073 Unternehmen gezählt, gefolgt von Thalang mit 2.670 und Kathu mit 2.335.

Strengere Kontrollen bei Firmengründungen

Bei der Registrierung von Firmen mit ausländischer Beteiligung verlangen die Behörden inzwischen Kontoauszüge der vergangenen drei Monate. Damit sollen die tatsächlichen Investitionsmittel mit den angegebenen Werten der Geschäftsanteile abgeglichen werden.

Geprüft werden auch die Anteilseigner, die Herkunft des Geldes, mögliche Risiko- oder Nominee-Konten und die Geschäftsräume. Sind mehr als fünf Firmen an derselben Adresse registriert, müssen sie ihr Nutzungsrecht für die Räume nachweisen. Buchhalter oder Anwälte müssen die Identität der Firma außerdem über das zuständige Registrierungssystem bestätigen.

62 Fälle sind bei der Polizei registriert

Nach der Registrierung achten die Behörden auf weitere Warnzeichen. Dazu gehören Ausländer mit weniger als 50 Prozent der Anteile, die trotzdem die Firma kontrollieren, verbotene Geschäftsbereiche für Ausländer, Widersprüche beim tatsächlichen Kapitalgeber und Personen, die mehrere Firmen steuern.

In Phuket sind derzeit 62 Fälle im Zusammenhang mit mutmaßlichen thailändischen Strohanteilen erfasst. Fünf Verfahren endeten mit Gerichtsurteilen, vier liegen bei den Gerichten und 53 werden noch untersucht.

Weniger Neugründungen mit ausländischem Kapital

Nach Einführung der strengeren Prüfungen sank die Zahl neu gegründeter juristischer Personen mit ausländischer Beteiligung laut Polizei um 57,64 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Liquidationen solcher Firmen um 20,65 Prozent zu.

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Die Ermittler wollen weiter Eigentümerstrukturen, Geldquellen und Kontrollverhältnisse prüfen. Ziel ist es, zu verhindern, dass Ausländer über thailändische Anteilseigner Beschränkungen für Geschäfte und Landbesitz umgehen.

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Quelle: Phuket News
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