Mindestens elf Franzosen sind in Thailand festgesetzt worden, nachdem an einem Flughafen Cannabis in ihren Koffern entdeckt worden war. Die Betroffenen wollten Thailand verlassen und warten nun auf das Verfahren in Thailand. Seit einer Verschärfung der Kontrollen drohen bei nicht bezahlten Zollstrafen Haft und mögliche Gefängnisstrafen.
Mindestens elf Franzosen sitzen nach Flughafen-Kontrollen fest
Nach Angaben des französischen Senders RTL unter Berufung auf die französische Nationalpolizei wurden mindestens elf Franzosen seit Mitte Juni in Thailand festgehalten. Ihnen wird vorgeworfen, Cannabis in ihrem Gepäck außer Landes bringen zu wollen.
Früher wurden Reisende in solchen Fällen nach der Beschlagnahmung des Cannabis teils zur Rückreise freigelassen. Wer die geforderte Zollstrafe nicht innerhalb der Frist bezahlt, wird inzwischen der thailändischen Polizei übergeben und bleibt bis zum Verfahren in Gewahrsam.
16,8 Kilogramm Cannabis in einem verschlossenen Koffer
Besonders ausführlich wurde der Fall eines 20-jährigen Franzosen bekannt. Er war Mitte Juni nach Thailand gereist und wurde bei den Vorbereitungen zur Ausreise festgenommen.
In seinem verschlossenen Koffer, für den er nach Angaben seiner Familie keinen Öffnungscode hatte, wurden 16,8 Kilogramm Cannabis gefunden. Die Familie erklärte gegenüber AFP, der junge Mann sei über Snapchat mit dem sogenannten „Thailand Plan“ kontaktiert worden.
Angebot über soziale Medien versprach kostenlose Reise
Mehrere Familien erklärten, ihre Angehörigen könnten durch ein über soziale Medien verbreitetes Angebot getäuscht worden sein. Versprochen worden seien kostenlose Flüge, eine Unterkunft, weitere Ausgaben und eine Vergütung für die Rückreise mit einem Koffer nach Europa.
Den angeworbenen Reisenden sei nach einem AFP-Bericht zunächst gesagt worden, dass sich in den Gepäckstücken Mobiltelefone befänden. Mehrere Beschuldigte behaupten, nichts vom Cannabis gewusst zu haben. Bestätigt ist bislang nicht, dass alle elf Franzosen keine Kenntnis vom illegalen Inhalt hatten.
30.000 Baht Zollstrafe pro Kilogramm
Seit dem 18. Juni 2569 verlangt Thailand nach den vorliegenden Angaben eine Zollstrafe von 30.000 Baht pro beschlagnahmtem Kilogramm Cannabis. Das entspricht etwa 790 Euro.
Wer die Strafe nicht bezahlt, wird festgehalten und dem Gerichtsverfahren zugeführt. Im Fall einer Verurteilung können zwei bis zehn Jahre Haft drohen.
Zwei weitere Franzosen in Hongkong festgesetzt
Neben den Fällen in Thailand wurden zwei weitere französische Touristen in Hongkong festgesetzt. Sie waren aus Thailand gekommen und sollen während eines Zwischenstopps mit Koffern voller Cannabis angehalten worden sein.
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Die Informationen stammen laut dem Bericht von einer polizeilichen Quelle, die mit franceinfo sprach. Auch diese beiden Männer werden des Transports von Cannabis beschuldigt.
Frankreich verfolgt die Fälle und untersucht den „Thailand Plan“
Das französische Außenministerium weist darauf hin, dass die Ausfuhr von Cannabis aus Thailand strikt verboten ist. In seinen Reisehinweisen verweist es auf die verschärften Kontrollen, die Zollstrafe und die möglichen Haftstrafen.
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Französische Stellen verfolgen die Fälle nach eigenen Angaben eng. Die Konsularbehörden in Thailand stimmen sich mit den örtlichen Behörden ab, während in Paris die mutmaßlichen Hinterleute und mögliche Netzwerke hinter dem „Thailand Plan“ untersucht werden.


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