CHIANG RAI, Thailand – In den Sedimenten von vier Flüssen in Chiang Rai wurden teils gefährlich hohe Arsen- und Schwermetallwerte festgestellt. Am Mekong lag die Arsenbelastung an allen vier Messstellen im Bereich einer schweren Gefahr für am Gewässerboden lebende Tiere. Fachleute warnen vor Folgen für die Nahrungskette und fordern ein härteres Vorgehen gegen grenzüberschreitende Umweltverschmutzung. Die Ergebnisse wurden am 22. August 2026 veröffentlicht. Das Umweltkontrollamt untersteht dem thailändischen Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt.
Arsenwerte am Mekong an allen Messstellen gefährlich
Das Umweltkontrollamt untersuchte vom 7. bis 10. Juli an 21 Stellen Sedimente im Kok, in Nebenflüssen, im Sai, im Ruak und im Mekong. Im Mekong überschritt Arsen an allen vier Kontrollstellen den Bereich, der als schwer gefährlich für Tiere am Gewässerboden gilt.
In der Gemeinde Wiang im Bezirk Chiang Saen wurden 80 Milligramm Arsen pro Kilogramm gemessen. Am Grenzübergang Goldenes Dreieck waren es 66 Milligramm, im Bezirk Chiang Khong 68 Milligramm und in Ban Sop Kok 50 Milligramm; dort wurden auch Quecksilber und Chrom festgestellt.
Auch der Ruak ist stark belastet
Am Ruak wurden an der Pumpstation Koh Chang 49 Milligramm Arsen, 0,24 Milligramm Quecksilber und 45 Milligramm Chrom pro Kilogramm gemessen. An der Mündung des Flusses im Bezirk Chiang Saen erreichte der Arsenwert 55 Milligramm.
An dieser Stelle kamen 46 Milligramm Nickel und 61 Milligramm Chrom hinzu. Die Arsenwerte im Ruak waren an allen Messstellen schwer gefährlich für am Boden lebende Tiere.
Belastung erreicht auch Kok und Sai
Im Kok lag Arsen an sechs Messstellen über dem Sicherheitswert von 10 Milligramm pro Kilogramm. An der Messstelle KK09 an der Chaloem-Phra-Kiat-1-Brücke im Bezirk Mueang Chiang Rai wurden 45 Milligramm gemessen – ein Wert im Bereich schwerer Gefahr.
An derselben Stelle überschritten auch Nickel, Blei und Chrom die Grenzwerte. Im Fluss Korn wurde ein Nickelwert von 38 Milligramm festgestellt. Im Sai lag Arsen in Mae Sai an zwei Stellen über dem Sicherheitswert: bei 25 Milligramm in Ban Hua Fai und bei 13 Milligramm in Ban Pa Sang Ngam.
Regenzeit trägt mehr Sedimente in die Flüsse
Das Umweltkontrollamt führt den Anstieg der Belastung teilweise auf die Regenzeit zurück. Die stärkere Strömung transportiert demnach mehr Schwebstoffe und lagert sie im Flussbett ab.
Die Behörde kündigte an, sich mit den zuständigen Stellen abzustimmen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Die Sedimentqualität wird alle zwei Monate kontrolliert; bei der aktuellen Untersuchung handelte es sich um die zwölfte Messrunde.
Wissenschaftler warnen vor Folgen für die Nahrungskette
Der Wissenschaftler Suebsakul Kijjanukorn, Dozent an der School of Social Innovation der Mae Fah Luang University und zivilgesellschaftlicher Wissenschaftler in Chiang Rai, erklärte, die Schwermetalle könnten für Garnelen, Muscheln, Krabben und Wasserinsekten eine schwere Gefahr darstellen.
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Wenn Menschen solche Wassertiere fangen und essen, könnten die Schadstoffe in die Nahrungskette gelangen und die Gesundheit der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten beeinträchtigen. Die Belastung bestehe nach seinen Angaben bereits seit 2024 und habe sich chronisch angesammelt.
Forderung nach einer nationalen politischen Antwort
Suebsakul fordert den Ministerpräsidenten und die Regierung auf, die Verschmutzung zu einer nationalen Angelegenheit zu machen. Die Regierung solle vor Ort eine nationale Kommission einsetzen, an der Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Anwohner beteiligt sind.
Damit solle die grenzüberschreitende Verschmutzung gemeinsam bearbeitet werden. Die Forderung richtet sich vor allem an die Regierung, nachdem die jüngsten Messungen erneut hohe Belastungen in den Flüssen von Chiang Rai gezeigt haben.
Streit über die Grenzwasser-Vereinbarung mit Myanmar
Der Wissenschaftler kritisierte auch die Vereinbarung zur Kontrolle grenzüberschreitender Gewässer zwischen Thailand und Myanmar. Sie geht auf eine Vereinbarung der Pheu-Thai-Regierung vom August 2025 zurück.
Nach seiner Darstellung besteht Myanmar auf getrennten Kontrollen und lehnt die Beteiligung internationaler Organisationen ab.Er bezeichnete die Vereinbarung außerdem als für Thailand stark nachteilig. Die Veröffentlichung von Daten soll zudem die Zustimmung beider Seiten erfordern; Suebsakul wertet dies als mögliche Geheimhaltung gegenüber der Bevölkerung. Eine rechtliche Bindung habe die Vereinbarung nach seiner Einschätzung nicht.
Forderung nach Stopp von Erztransporten aus Myanmar
Suebsakul verlangt als entschlossene Maßnahme, den grenzüberschreitenden Import und Export von Erz aus Myanmar nach China über Thailand zu stoppen. Genannt werden Zinn, Blei, Wolfram, Mangan und Fluorit.
Der Schritt solle den Druck auf Myanmar und China erhöhen, damit beide Seiten Gespräche über eine gemeinsame Lösung aufnehmen. Die Forderung steht im Zusammenhang mit der seit 2024 festgestellten Ansammlung von Schwermetallen in den Flüssen.
Warnung an Regierung und Bhumjaithai
Der Wissenschaftler richtete eine Warnung an die führenden Vertreter der Regierung und an die Bhumjaithai-Partei. Wenn sie die Belastung und die Not der Menschen in Chiang Rai und Chiang Mai weiter ignorierten, werde die Bevölkerung das Thema bei künftigen Wahlen gegen sie verwenden.
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Das Umweltkontrollamt will die zuständigen Behörden zur weiteren Absicherung der Bevölkerung einschalten. Die jüngste Messung weist damit weiterhin auf eine hohe Belastung der Flusssedimente in mehreren Grenzgewässern hin.
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