Thailand plant eine Tourismusabgabe von 450 Baht für ausländische Besucher und hat dazu eine öffentliche Online-Anhörung gestartet. Thailänder und Ausländer können bis zum 28. September zur Höhe, zur Zahlung und zur Verwendung der Einnahmen Stellung nehmen.
Online-Anhörung zur Abgabe läuft
Der Entwurf und der Fragebogen stehen auf www.law.go.th bereit (leider auf Thailändisch!). Die Regierung will neben der geplanten Gebühr auch klären, wie das Geld in einem eigenen Fonds eingesetzt werden soll.
Der stellvertretende Ministerpräsident und Tourismus- und Sportminister Sarawong Poonlert erklärte, das Verfahren müsse offen ablaufen und überprüfbar sein. Er leitet die Arbeitsgruppe für Kreativwirtschaft und Tourismusentwicklung. Auch Ausländer, die in Thailand leben, regelmäßig ins Ausland reisen oder einen Besuch planen, können ihre Meinung abgeben.
Website oder Zahlung am Flughafen
Nach Einschätzung von Sarawong wäre eine eigene Zahlungs-Website das praktikabelste Modell. Reisende könnten die 450 Baht vorab und nach ihren persönlichen Vorlieben bezahlen.
Fluggesellschaften könnten die Gebühr für Passagiere, die keine digitale Zahlung nutzen möchten, an einem Flughafenschalter als Bearbeitungsgebühr einziehen. Wer mit der Technik zurechtkommt, soll direkt über die Website zahlen können.
Fragebogen klärt Höhe und Kreis der Betroffenen
Der Fragebogen enthält Multiple-Choice- sowie Ja-Nein-Fragen. Teilnehmer können angeben, ob sie die Gebühr von 450 Baht unterstützen und welche Zahlungsart sie bevorzugen.
Gefragt wird auch nach der geplanten Definition eines ausländischen Touristen. Darunter soll eine Person fallen, die nicht die thailändische Staatsangehörigkeit besitzt und vorübergehend zu touristischen oder anderen Zwecken, die kein Einkommen oder keine Vergütung generieren nach Thailand einreist. Ein Kommentarfeld lässt Raum für weitere Hinweise.
Branchen und Handelskammern sollen gehört werden
Bei einer Sitzung des Nationalen Tourismusausschusses wurde das Tourismus- und Sportministerium aufgefordert, Meinungen aus einem breiten Kreis einzuholen. Dazu zählen private Unternehmen und ausländische Handelskammern in Thailand.
Zu einem späteren Zeitpunkt ist außerdem eine Diskussionsrunde vor Ort geplant. Die Online-Anhörung läuft bis zum 28. September.
Fonds könnte 14,8 Milliarden Baht einnehmen
Die Tourismusabgabe wäre das erste Mal, dass der Sektor über einen eigenen Fonds einen jährlichen Etat von mehr als 10 Milliarden Baht erwirtschaftet. Thailand empfing im vergangenen Jahr rund 33 Millionen ausländische Touristen, was Einnahmen von 14,8 Milliarden Baht ermöglichen würde.
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Mit dem Geld sollen Versicherungen für ausländische Touristen bezahlt und Verbesserungen an der touristischen Infrastruktur finanziert werden. Der Fonds wäre vom normalen Staatshaushalt getrennt.
Komitee soll Fonds verwalten
Ein eigens eingesetztes Komitee soll den Fonds verwalten. Vertreter der Tourismusbranche und ausländischer Handelskammern sollen die Sitzungen zur Fondsverwaltung beobachten dürfen.
Sarawong räumte ein, dass die Gebühr preisbewusste Besucher treffen könnte, wenn auch nicht alle Reisenden. Viele private Betreiber seien nicht gegen die Abgabe, während Thailand sich als Reiseziel mit höherem Wert positionieren wolle.
Zusatzversicherungen für riskante Aktivitäten
Die Regierung prüft außerdem, ausländische Touristen zum Abschluss einer zusätzlichen Versicherung für risikoreichere Aktivitäten zu verpflichten. Dazu zählen Tauchen und Wandern. Auch eine Haftpflichtversicherung für Mietfahrzeuge ist im Gespräch.
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