Vulkanausbruch legt Flugverkehr lahm

Acht Flughäfen bleiben bis Montag geschlossen, 1.558 Flüge fallen aus und rund 170.000 Passagiere sind betroffen. Eine Aschewolke stieg bis auf 15.200 Meter.

Vulkanausbruch legt Flugverkehr lahm
Photo by Diego Girón on Pexels

JAKARTA, INDONESIEN – Der Vulkan Anak Krakatau ist am Sonntag zweimal ausgebrochen und hat den Flugverkehr in weiten Teilen Indonesiens gestört. Acht Flughäfen wurden geschlossen, 1.558 Flüge fielen aus, rund 170.000 Passagiere waren betroffen.

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Jakarta schließt Flughäfen wegen Vulkanasche

AirNav Indonesia sperrte den Luftraum rund um die Flughäfen Soekarno-Hatta und Halim Perdanakusuma in Jakarta sowie sechs weitere Flughäfen. Betroffen war auch der Flughafen Radin Inten II in der Provinz Lampung.

Am Flughafen Soekarno-Hatta wurden allein 963 Flüge gestrichen. Die acht Flughäfen sollten bis Montag um 8.59 Uhr geschlossen bleiben. Auch der Flughafen auf Bali und der Flughafen von Medan meldeten Störungen.

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Zwei Aschewolken ziehen über Westindonesien

Vulkanasche breitete sich über Teile Jakartas und die Provinz Lampung an der Südspitze Sumatras aus. Das Vulkanasche-Beratungszentrum Darwin und die indonesische Vulkanologiebehörde identifizierten anhand von Satellitenbildern zwei Aschewolken.

Eine Wolke stieg bis auf 6.100 Meter und zog über Jakarta, Banten, Westjava und angrenzende Gewässer nach Nordosten. Eine zweite erreichte 15.200 Meter und breitete sich über Teile von Banten, Lampung und Bengkulu, die südliche Sundastraße sowie Bereiche des Indischen Ozeans westlich von Sumatra aus.

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Anak Krakatau bricht zweimal aus

Der Vulkan liegt auf einer Insel in der Sundastraße zwischen den Hauptinseln Java und Sumatra. Nach Angaben der indonesischen Geologischen Behörde hatte er seit Freitag Anzeichen von Aktivität gezeigt.

Am Sonntag brach Anak Krakatau um 3.53 Uhr für 30 Sekunden aus. Rund drei Stunden später folgte ein weiterer Ausbruch von 16 Sekunden. Auf Aufnahmen von Überwachungskameras waren Lavaschübe zu sehen.

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Behörden warnen vor Asche, Gas und heißem Gestein

Die Aktivität von Anak Krakatau hat sich nach Angaben der Geologischen Behörde seit Juli verstärkt. Der Ausbruch am Sonntag war demnach der stärkste in diesem Zeitraum.

Die wiederholten Ausbrüche deuten laut der Behörde auf eine anhaltende Zufuhr von Magma und vulkanischen Gasen hin. Ob ein größerer Ausbruch bevorsteht, können die Behörden nicht vorhersagen. Als wichtigste Gefahren gelten Vulkanasche, hohe Gaskonzentrationen sowie ausgeworfenes heißes Gestein und anderes Material rund um den Krater.

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Keine Evakuierung, aber Abstand zum Krater

Bis Sonntag wurden keine Todesopfer gemeldet. Eine Evakuierung wurde nicht angeordnet, die nächste Siedlung liegt mehr als 16 Kilometer vom Vulkan entfernt.

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ZUM ANGEBOT

Behörden forderten Bewohner und Besucher dennoch auf, mindestens drei Kilometer Abstand zum aktiven Krater zu halten. Die Entwicklung des Vulkans werde anhand aller Überwachungsdaten bewertet, nicht allein anhand der Zahl der Ausbrüche oder der Höhe der Aschesäulen.

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Schulen dürfen auf Online-Unterricht umstellen

Die Auswirkungen beschränkten sich nicht auf den Flugverkehr. Die Regierung erlaubte Schulen in Gebieten mit Vulkanasche, vorübergehend auf Unterricht von zu Hause auszuweichen.

Die Maßnahme soll die Belastung der Schüler durch Asche verringern. Zugleich können die örtlichen Behörden den Unterricht an die Bedingungen vor Ort anpassen.

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Vulkan mit folgenreicher Vorgeschichte

Anak Krakatau bedeutet „Kind des Krakatau“ und ist aus dem bekannten Vulkan Krakatau hervorgegangen. Dessen gewaltiger Ausbruch im Jahr 1883 löste eine Phase globaler Abkühlung aus.

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Ein Ausbruch von Anak Krakatau verursachte 2018 einen Tsunami, bei dem auf Sumatra und Java mindestens 430 Menschen starben. Forscher gehen davon aus, dass die vulkanische Aktivität einen Unterwasser-Erdrutsch auslöste. Dabei stürzte ein großer Teil der Südwestflanke ins Meer und verdrängte große Wassermengen. Nach dem Ausbruch war die Vulkaninsel laut Wissenschaftlern nur noch etwa ein Viertel so groß wie zuvor.

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Quelle: Khaosod English

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