BANGKOK, THAILAND – Unternehmen mit ausländischer Beteiligung halten in Thailand mehr als 1,06 Millionen Rai Land und 76.840 Eigentumswohnungen. Die Behörden prüfen Firmenstrukturen genauer, weil thailändische Anteilseigner teils nur vorgeschoben sein könnten, um Regeln für ausländisches Eigentum zu umgehen.
1,06 Millionen Rai Land in Firmenhand
Die Zahlen stammen aus einer Auswertung des Department of Business Development (DBD) anhand von Unterlagen des Land Department. Erfasst wurden eingetragene Besitzverhältnisse zum 17. Juli 2026.
Das DBD prüfte 144.706 juristische Einheiten. Davon fielen 125.622 in den Zuständigkeitsbereich der Behörde. Unternehmen mit ausländischer Beteiligung hielten rund 1,06 Millionen Rai oder 1.702 Quadratkilometer Land.
Ausländische Beteiligung bleibt meist unter 50 Prozent
Den größten Anteil stellten Firmen mit einer ausländischen Beteiligung von 0,01 bis 49 Prozent. 31.516 Unternehmen hielten zusammen 901.596,92 Rai. Das entspricht rund 85 Prozent der Landflächen ausländisch verbundener Firmen in der Auswertung.
Die meisten Landtitel in dieser Kategorie entfielen auf Bangkok, Chon Buri, Samut Prakan, Pathum Thani und Nonthaburi.
Zum Vergleich: 87.265 vollständig thailändische Unternehmen verfügten über 963.488 Landtitel mit einer Gesamtfläche von rund 3,44 Millionen Rai. Ausländisch verbundene Firmen kamen damit auf etwa 23,6 Prozent der Landfläche aller untersuchten Unternehmen.
76.840 Eigentumswohnungen erfasst
Bei Eigentumswohnungen hielten Firmen mit ausländischer Beteiligung 76.840 Einheiten. Das entspricht rund 31,5 Prozent von insgesamt 244.115 Wohnungen, die den geprüften juristischen Einheiten gehörten.
Die Wohnungen haben zusammen eine Fläche von etwa 4,1 Millionen Quadratmetern. Auf Firmen mit einer ausländischen Beteiligung von 0,01 bis 49 Prozent entfielen 73.786 Einheiten, auf vollständig ausländische Firmen 1.179.
Chon Buri und Rayong mit großen Beständen
Firmen mit einer ausländischen Beteiligung zwischen 49,01 und 99,99 Prozent hielten 59.077 Rai über 8.633 Landtitel. Zu den größten Märkten dieser Gruppe gehörten Chon Buri, Rayong, Bangkok, Samut Prakan und Chachoengsao.
Weitere 3.450 vollständig ausländische Unternehmen besaßen 10.029 Landtitel mit einer Fläche von 103.591 Rai. Chon Buri und Rayong verzeichneten auch in dieser Gruppe die größten Bestände.
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Die Konzentration in Thailands östlichen Provinzen spiegelt deren Bedeutung als wichtige Tourismus-, Industrie- und Investitionszentren wider, darunter Gebiete des staatlichen Entwicklungsprogramms Eastern Economic Corridor.
Behörden prüfen Firmenverbindungen
Das DBD will die Ermittlungen gegen Unternehmen fortsetzen, die thailändische Anteilseigner möglicherweise als Strohmänner für ausländische Investoren einsetzen. Nach thailändischem Recht gelten für ausländisches Eigentum und die Kontrolle bestimmter Geschäfte und Grundstücke Einschränkungen.
Die Behörde plant, Registerdaten, Angaben zu Anteilseignern und Finanzberichte mit dem Land Department, der Royal Thai Police, dem Department of Special Investigation und dem Anti-Money Laundering Office zu teilen. Geprüft werden sollen auch Verbindungen zwischen mehreren Unternehmen, um größere Netzwerke zu erkennen.
Ausländische Beteiligung ist nicht automatisch illegal
Die veröffentlichten Zahlen belegen nicht, dass die von ausländisch verbundenen Firmen gehaltenen Grundstücke oder Wohnungen illegal erworben wurden. Das DBD weist darauf hin, dass viele Unternehmen rechtmäßige Partnerschaften zwischen thailändischen und ausländischen Investoren sein können.
Die Auswertung soll den Behörden eine Grundlage für weitere Prüfungen geben. Eine ausländische Beteiligung an einem thailändischen Unternehmen ist nicht automatisch verboten. Werden thailändische Anteilseigner jedoch nur eingesetzt, um eine ausländische Kontrolle zu verbergen, können behördliche und rechtliche Schritte folgen.
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