Wer in Thailand lebt, hat Laos meist nur als Grenzübergang im Kopf – kurz rüber, Stempel holen, zurück. Dabei liegt gleich hinter dem Mekong eine Welt, die sich lohnt, einmal in Ruhe zu erkunden. Diese Route führt von Chiang Khan im Nordosten Thailands über den Grenzübergang Tha Li nach Sanakham und weiter nach Muang Feuang – ein Kurztrip, der zeigt, was Laos abseits von Vientiane und Luang Prabang zu bieten hat.
Startpunkt Chiang Khan: Mekong-Flair auf der thailändischen Seite
Chiang Khan in der Provinz Loei ist selbst einen Halt wert. Die Altstadt am Mekong-Ufer zieht vor allem Thai-Touristen an, wirkt aber an Werktagen ruhig. Wer von Khon Kaen oder Udon Thani anreist, hat Chiang Khan nach rund drei bis vier Stunden Fahrt erreicht. Von hier aus geht es weiter Richtung Grenze – nicht direkt am Mekong, sondern über die Landroute nach Süden, dann westwärts nach Tha Li.
Chiang Khan und Sanakham gegenüber liegen sich zwar am Fluss gegenüber, doch ein regulärer Grenzübertritt für Ausländer ist dort nicht möglich. Der nächste offizielle Übergang für Nicht-Thais befindet sich in Tha Li, etwa 80 Kilometer südwestlich von Chiang Khan.
Der Grenzübergang Tha Li – Ban Nakraseng
Der Übergang Ban Nakraseng (Thailand) / Kenethao (Laos) ist ein offizieller internationaler Grenzübergang in der Provinz Loei, ruhig gelegen und deutlich weniger frequentiert als Nong Khai oder Chiang Khong. Öffnungszeiten: 08:00–18:00 Uhr. Fahrzeuge können über die Namheuang-Freundschaftsbrücke eingeführt werden; die Zollformalitäten auf laotischer Seite nehmen etwas Zeit in Anspruch.
Das laotische Visum on Arrival ist für Deutsche und Österreicher direkt am Grenzübergang erhältlich: Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit, ein Passfoto, 30 US-Dollar in neuen Scheinen. Schweizer Staatsangehörige reisen visumfrei ein und können bis zu 30 Tage bleiben. Wer mit einem in Thailand zugelassenen Fahrzeug einreist, informiert sich vorab über die Einfuhrbestimmungen – die Praxis an diesem Grenzübergang kann von den großen Übergängen abweichen.
Erster Halt: Sanakham in der Provinz Vientiane
Sanakham liegt in der laotischen Provinz Vientiane, direkt am Mekong, gegenüber von Chiang Khan. Die Stadt ist klein und touristisch wenig erschlossen – kein Nachtmarkt, keine Hotels mit Swimmingpool, kein englisches Speiseangebot. Genau das macht sie interessant. Wer von der Grenze kommend durch Sanakham fährt, beobachtet Alltagsleben ohne touristische Überformung: Märkte, einfache Garküchen, gelegentlich ein Tempel am Wegesrand.
Sehenswert ist der Wat Sin Chai Yaram, ein stiller Tempel mit ruhiger Atmosphäre. Beim Betreten des Tempelgeländes gelten die üblichen laotischen Gepflogenheiten: bedeckte Schultern und Knie, Schuhe vor dem Eingang. Frauen tragen traditionell einen Sinh – einen Wickelrock –, der an vielen Tempeln auch ausgeliehen werden kann.
Thong-See: Kurze Pause vor der Weiterfahrt
Zwischen Sanakham und Muang Feuang lohnt ein kurzer Stopp am Thong-See. Es handelt sich um einen einfachen Erholungsort inmitten der Natur, keine ausgebaute Touristenattraktion. Die Aussicht auf die umliegende Hügellandschaft ist unspektakulär im besten Sinne: keine Souvenirstände, keine Eintrittsgebühren, nur Natur und Stille.
Die Fahrt durch Laos erfordert anfänglich Aufmerksamkeit: In Laos gilt Rechtsverkehr, während man aus Thailand Linksverkehr gewohnt ist. Besonders an Kreuzungen und beim Überholen passieren in den ersten Stunden leicht Verwechslungen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit stellt sich jedoch ein eigener Reiserhythmus ein – langsamer als in Thailand, mit mehr Platz auf den Straßen.
Lokale Küche unterwegs: Was auf der Strecke wartet
Wer in Laos am Straßenrand isst, landet selten falsch. Pho und Khao Poon – eine laotische Reisnudelsuppe mit Kokosbrühe – sind an einfachen Garküchen entlang der Route zu finden. Eine Besonderheit der Gegend ist Ping Bae, gegrilltes Ziegenfleisch, das an manchen Ständen direkt über Holzkohle zubereitet wird. Der Preis ist gering, der Geschmack direkt und ohne Umwege.
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Wer in Thailand lebt und an lokale Garküchen gewöhnt ist, findet in Laos eine ähnliche Esskultur – mit etwas mehr Schärfe in manchen Gerichten und einer stärkeren Präsenz von Klebreis als Grundnahrungsmittel. Bezahlt wird in laotischen Kip; Thai Baht werden an vielen Stellen ebenfalls angenommen, jedoch zu schlechten Wechselkursen.
Muang Feuang: Übernachtung am Lik-Fluss
Muang Feuang liegt im Distrikt Vang Vieng, eingebettet zwischen Bergketten und dem Lik-Fluss. Die Stadt ist weder Touristenort noch urbanes Zentrum – sie ist schlicht ein Ort, an dem man ankommen kann. Das Riverside Resort am Lik-Fluss bietet einfache Unterkünfte in direkter Flussnähe, umgeben von Bergen und Vegetation. Abends fahren Boote der Dorfbewohner den Fluss entlang, gelegentlich mit Waren zum Verkauf.
Das Abendessen besteht aus dem, was die Region bietet: Som Tam, Klebreis, gegrilltes Hähnchen. Das Resort bietet außerdem Moo Kratha an – eine kombinierte Grill- und Hotpot-Mahlzeit, die in Thailand bekannt, in Laos aber etwas anders gewürzt ist. Die Atmosphäre am Fluss, ohne Straßenlärm und ohne Neonlichter, ist der eigentliche Wert dieser Unterkunft.
Morgenritual: Almosenspende vom Boot
Früh am Morgen kommen Mönche mit Booten den Lik-Fluss entlang. Gäste des Resorts können an der Almosenspende teilnehmen und Klebreis sowie haltbare Lebensmittel darreichen. Diese Praxis ist keine Touristenattraktion, sondern Teil des täglichen religiösen Lebens der Gemeinde. Wer daran teilnimmt, sollte das respektvoll und ohne Kamera im Vordergrund tun.
Das Bild der Boote auf dem stillen Fluss, umrahmt von Bergen im Morgendunst, gehört zu den ruhigsten Momenten, die ein Kurztrip in dieser Region bieten kann. Danach: Frühstück, Auschecken, Rückfahrt über die Grenze.
Praktische Hinweise für die Rückreise
Die Rückreise erfolgt auf demselben Weg über Tha Li. Der Grenzübergang ist an der Rückreise verhältnismäßig ruhig, die laotischen Zollformalitäten bei der Ausreise dauern bisweilen etwas länger als die Einreise. Tanken vor dem Grenzübertritt ist sinnvoll – Benzinstationen sind in dieser Region dünner gesät als in Thailand.
Wer in Thailand mit einem Non-O oder Non-OA lebt, muss vor der Ausreise einen Re-Entry Permit beantragen – ohne ihn erlischt das Visum beim Ausreisestempel unwiderruflich. Single Re-Entry kostet 1.000 Baht, Multiple Re-Entry 3.800 Baht, erhältlich bei jeder Einwanderungsbehörde. Wer mit Visa Exemption oder DTV reist, braucht keinen. Gute Kenntnisse der thailändischen Sprache helfen auf dieser Route doppelt: Laotisch und Thai erschließen sich gegenseitig.
Redaktionelle Hinweise
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Die Öffnungszeiten und Einreisebedingungen am Grenzübergang Tha Li / Kenethao können sich kurzfristig ändern. Aktuelle Informationen sollten vor der Reise bei der zuständigen Einwanderungsbehörde eingeholt werden. Laotische Visa on Arrival sind für Deutsche, Österreicher und Schweizer in der Regel erhältlich, unterliegen jedoch den jeweils gültigen Bestimmungen des laotischen Innenministeriums. Hinweis: Dieser Artikel enthält Links zu unseren Werbepartnern.

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