CHIANG RAI – Der kanadische Höhlentaucher Erik Brown ist im Alter von 44 Jahren gestorben. 2018 half er bei der Rettung der zwölf Jungen des Fußballteams Wild Boars und ihres Trainers aus der überfluteten Tham-Luang-Höhle. Brown unterstützte die Taucher unter Tage, transportierte Atemluftflaschen und Ausrüstung und verlegte Führungsleinen.
Tauchprofi mit Stationen in Australien, Ägypten und Thailand
Brown stammte aus British Columbia in Kanada und begann 2004 in Australien mit dem Tauchen. Später arbeitete er als Tauchlehrer für technische Tauchgänge. 2010 war er Mitgründer von Team Blue Immersion im ägyptischen Dahab. Danach gründete er Hydronauts Diving auf der thailändischen Insel Koh Tao.
Bei technischen Tauchgängen sind sorgfältige Planung, spezielle Ausrüstung und genaue Absprachen wichtig. Brown brachte diese Erfahrung in die Rettungsaktion in Chiang Rai ein. Er gehörte zu einer internationalen Gruppe von Höhlentauchern, die die thailändischen Einsatzkräfte bei der Suche und später bei der Evakuierung unterstützte.
Fußballmannschaft nach Starkregen in der Höhle eingeschlossen
Am 23. Juni 2018 gingen zwölf Jungen des Jugendfußballteams Wild Boars nach dem Training mit ihrem Trainer Ekkapol Chantawong in die Tham-Luang-Höhle. Die Jungen waren zwischen elf und 16 Jahre alt. Starke Regenfälle ließen das Wasser im Höhlensystem steigen und versperrten der Gruppe den Rückweg.
Die Jungen und ihr Trainer wichen tiefer in die Höhle aus und saßen schließlich auf einem Felsvorsprung fest. Sie befanden sich etwa vier Kilometer vom Eingang entfernt. Erst nach neun Tagen fanden britische Höhlentaucher die Gruppe lebend. Insgesamt waren die 13 Eingeschlossenen rund 18 Tage in der Höhle, bevor alle herausgebracht werden konnten.
Internationale Taucher erkundeten die Höhlengänge
Thailändische Navy Seals, Polizei, Militär, örtliche Helfer und internationale Spezialisten beteiligten sich an der Suche. Zu den britischen Tauchern gehörten Richard Stanton, Robert Harper und John Volanthen. Der damalige Kommandeur des 37. Militärbezirks in Chiang Rai, Major Buncha Duriyapan, sagte über die Ankunft der Spezialisten: „Die erfahrenen Taucher gingen direkt vom Flugzeug in die Höhle, um sich ein Bild zu machen.“

Volanthen beschrieb die Aufgabe während des Einsatzes gegenüber der BBC knapp: „Wir haben einen Job zu erledigen.“ Die Taucher mussten gegen starke Strömungen und steigendes Wasser arbeiten. In den engen, dunklen Passagen gab es kaum Sicht. Führungsleinen und wiederkehrende Materialstationen halfen den Einsatzteams, sich unter Tage zu orientieren und die Versorgung zu organisieren.
Brown absolvierte sieben Einsätze in der Höhle
Brown transportierte Atemluftflaschen und weiteres Material durch die gefluteten Gänge. Er verlegte und kontrollierte Führungsleinen und unterstützte die Kette von Tauchern, die unter Tage im Einsatz war. Seine Arbeit half, Ausrüstung und Atemluft an die Stellen zu bringen, an denen die Taucher sie benötigten.

Während neun Tagen war Brown insgesamt 63 Stunden in der Höhle und absolvierte sieben Einsätze. Die Operation zog im Juli 2018 weltweit Aufmerksamkeit auf sich. Die Rettungsgeschichte wurde später in Büchern, Dokumentationen, Filmen und einer Netflix-Serie aufgegriffen.
Rettung in drei Tagen – ein Helfer starb
Die Einsatzleitung entschied, die Gruppe nicht bis zum Ende der Regenzeit in der Höhle zu lassen. Die Jungen wurden mit Vollgesichtsmasken ausgerüstet und jeweils von Tauchern durch die gefluteten Abschnitte begleitet. In trockeneren Bereichen brachten Helfer sie auf Tragen weiter; an schwierigen Stellen kamen Seile und Umlenkrollen zum Einsatz.
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Die Evakuierung begann am 8. Juli und endete am 10. Juli. Insgesamt wurden die Jungen und ihr Trainer in drei Gruppen herausgebracht. Die Rettungsaktion hatte auch ein Todesopfer unter den Helfern: Der ehemalige Navy-Seal-Taucher Saman Kunan starb am 6. Juli bei einem Versorgungstauchgang, als er Atemluftflaschen zurückbrachte.
Tapferkeitsmedaille und bewegende Abschiedsworte
Für seinen Einsatz erhielt Brown Kanadas Medal of Bravery, eine der höchsten kanadischen Auszeichnungen für mutige Taten. Freunde erinnerten an ihn als „das hellste Licht“ und als „einen der freundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe“. Ein weiterer Abschiedsgruß lautete: „Ich kann kaum glauben, dass du nicht mehr da bist. Ich hatte großes Glück, dich gekannt und geliebt zu haben.“
Browns Bruder Kirk sagte während der Rettungsaktion 2018, er sei stolz auf Erik und darauf, wie dieser anschließend die gemeinsame Leistung des Teams beschrieben habe. „Er ist ein bemerkenswerter junger Mann – das kann ich sagen, weil ich sein großer Bruder bin“, sagte Kirk Brown. „Es überrascht mich nicht, dass er dort war.“ Freunde und Angehörige gaben Browns Tod bekannt. Ein genaues Todesdatum und eine Todesursache wurden nicht genannt.
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